30. Mai 2024 19:10

Weinbergs-Villa mit wechselhafter Geschichte

Zeugen der Heimatgeschichte: Die „Rote Presse“

Es ist eine Grenzlage. Die „Rote Presse“ liegt zwar auf Sörnewitzer Flur, allerdings – wie auch die benachbarte „Graue Presse“ – nur wenige Meter hinter der Stadtgrenze Meißens. Mit der Stadt verbindet die „Rote Presse“ die Dresdner Straße. An ihr trägt sie die Hausnummer 344. Die Geschichte der „Roten Presse“ ist so eng mit der Meißens verbunden, dass sie historisch gesehen eher zur Stadt als zum Dorf Sörnewitz zu gehören scheint. Dabei muss noch beachtet werden, dass „Rote“ und „Graue Presse“ nicht mit den gleichnamigen Pressen auf Kötitzer Flur zu verwechseln.

Im Mittelalter waren Spaar- und Boselgebirge noch dicht bewaldet. Schon damals lag der Sörnewitzer Anteil der Höhenzüge im Weichbild Meißens. Von Meißen aus gingen die Markgrafen und Kurfürsten hier ihren Jagdfreuden nach.

1637 wurde das Jagdgebiet von ihnen freigegeben: Die kurfürstliche Residenz war nach Dresden verlegt worden. Die Herrscher bevorzugten fortan den Moritzburger Wald zur Jagd. Meißner Adlige und Bürger interessierten sich jetzt für Bosel und Spaar, sie nahmen an der Rodung und Erschließung für den Weinbau maßgeblichen Anteil. Bei der Brandschatzung Meißens durch schwedische Soldateska 1637 dürften hier mancher eine Zuflucht gefunden haben. Für die Weinbergslage an der „Roten Presse“ wurde 1640 ein Paulsen als Besitzer erwähnt; nachfolgend der Meißner Uhrmacher Friedrich Voigt, dessen Haus Burgstraße 29 und sein Gut in Altzaschendorf eingeäschert worden war. Von Voigt ging das Grundstück dann 1653 käuflich an seinen Schwager Paul Crummy über, einen kursächsischen Rat im Amte Meißen.

Bürger wollten Weinberge

Nach dem Friedensschluss 1645 scheinen sich die noch wohlhabenden Kreise am Weingenuss in unverwüsteter Natur erfreut zu haben. Besonderes Interesse an den Lagen im Spaargebirge hatten die Meißner Ratsherren und Bürgermeister. Ein Beispiel bot da 1661 der damalige Bürgermeister Johann Zacharias Finsinger am Lückenhübel. Noch heute erinnert dort das Haus Nr. 20 an ihn.

Der Ratssyndikus, Stadtschreiber, Advokat, Konsulent und kurfürstliche Steuereinnehmer Hieronymus Sigmund Gerlach war ab 1682 sehr rege beim Erwerb von Grund und Boden. Er gelangte nach und nach in den Besitz der Weinbergslage an der „Roten Presse“. Er gehörte zu den wohlhabendsten Meißnern; war Besitzer der 1. und 2. Mühle, des Steinberg- und des Zschirrberg-Weinbergs in Meißen. Doch er hatte sich wohl übernommen: Nach den kurfürstlichen Revisionen von 1699 und 1715 gehörte Gerlach mit seinem Verwandten Kress zu denen, die städtische Gelder und Depositen veruntreut hatten. Sicher hätte er seinen Besitz gern wie den benachbarten Kapitelberg mit Weingut und Presshaus ausgestattet. Doch finanziell war er wohl dazu nicht mehr in der Lage. Gerlach starb früh im Jahr 1706.

Aus der Situation lässt sich schließen, dass es an der „Roten Presse“ nur für ein bescheidenes Winzer- und Presshaus ähnlich reichte, das auch benachbarten Häuslerwinzern zur Verfügung stand. Es wurde mutmaßlich 1703 am damals bereits vorhandenen Verbindungsweg Meißen – Dresden anstelle der heutigen Villa erbaut. Erst (um) 1740 dürfte es zur Errichtung eines stattlich eingeschossigen, allerdings schmucklos-schlichten Wohnhauses gekommen sein. Nach seiner Farbgebung ist es auf einer damaligen Ansicht bereits als das „Rothe Haus“ zu erkennen. Sehen lässt sich dort auch, dass inzwischen sechs der heute zehn Weinbergterrassen angelegt wurden.

Dieses Bild zeigt das südliche Spaargebirge um 1740. Am linken Rand ist das „Rothe Hauß“ eingezeichnet, der Vorgängerbau der „Roten Presse“. Schon damals prägte Weinbau die Gegend. Foto: Archiv Meißner Tageblatt

Durch die neuen Kriegsereignisse, die bis 1763 folgten, konnten wohl auch Gerlachs Erben den Besitz nicht genießen. Das lassen die ab 1767 einsetzenden Besitzhändel ahnen. Waren die Besitzverhältnisse bisher von mehr oder weniger selbstgefälligen Verwaltungsbürokraten geprägt, so hatte jetzt ein mehr wirtschaftlich bedachtes Bürgertum Einfluss bekommen. Dazu zählten ab 1784/85 Johann Gottlob Vetter (1773 bis 1814 Inhaber der Meißner Marktapotheke) und ab 1810 Johann Gottfried Gappisch. Der Gutsbesitzer in Leippen erwarb die „Rote Presse“ für 6.000 Taler.

Der Befreiungskämpfe gegen Napoleon beutelten 1813 das Land, sicher hat auch das Hochwasser von 1845 die „Rote Presse“ in Not gebracht. Doch der Ausbau der Dresdner Straße als Chaussee für den Fernverkehr begünstigte den Fuhrbetrieb und Weinausschank. Möglicherweise gehörten damals auch Schiffszieher, Treidler und Flößer zu den Gästen, wenn die Untiefe an der Rehbockinsel den Schiffsverkehr zu sehr behinderte – zumindest bis ab 1837 Dampfschifffahrt und Flussregulierung für dauerhaft freie Fahrt auf der Elbe sorgten.

Der Besitz an der „Roten Presse“ blieb aber offenbar weiter in tatkräftiger Hand. Das Haus trug nun die Adresse „Sörnewitz 69“. Von Gappischs Enkel Moritz Seifert (oder Seyffarth) ging die „Rote Presse“ 1863 für immerhin noch 6.000 Taler an den Niedermuschützer Rittergutspächter Friedrich Moritz Seyffarth. Der überließ sie 1875 teils erblich, teils käuflich seinem Sohn Friedrich Georg Seyffarth.

Eine größere Bedeutung bekam die „Rote Presse“ aber erst unter den nachfolgenden Besitzern. Zunächst war das der Berliner Friedrich Ferdinand Püschel: Er erwarb das Grundstück 1877 für 19.000 Mark. Püschel scheint ein guter Kaufmann und sachkundiger Besitzer gewesen zu sein. Dafür spricht zum einen die Mitnutzung des Grundstücks durch wohlhabende Partner wie den Meißner Buchhändler Mosche. Es gab zum anderen einen gezielten Weinhandel, mit dem der Bäckermeister und Weinhändler Robert Gustav Püschel in der Dresdner Straße 15 in Cölln in Verbindung gebracht werden kann. Fotografisch dokumentiert ist die „Rote Presse“ 1892 anlässlich einer dort sehr aufwendig gefeierten Silberhochzeit. In die Zeit des Besitzers Püschel fallen augenscheinlich auch die Verschönerungen im Weinbergsgelände, die auch zweckmäßig waren. Es gab bauliche Verbesserungen: 1884 wurde ein Eiskeller angelegt, es entstanden eine Grotte, eine Steinbrücke, Steinsitze und das Lusthäuschen „Schwalbennest“ mit der dortigen Weinbergslage. Heute ist das der offizielle „Weinberg der sächsischen Weinkönigin“. Schließlich konnte Püschel 1897 den Besitz für 45.000 Mark verkaufen, obwohl er die Parzelle 92 behielt. Unmittelbar neben der „Roten Presse“ ließ er sich einen Ruhesitz errichten, in dem er und seine Frau Elise bis zu ihrem Tod wohnten. Der Familienname verlor später aber durch die SS-Mitgliedschaft des Meißner Verlagsbuchhändlers Hermann Püschel an Ansehen.

Der Hamburger Kaufmann Heinrich Wilhelm Dieckmann ließ das noch schlichte Wohnhaus der „Roten Presse“ 1897/98 vom Meißner Baumeister Rühle zum Wohnschloss umzubauen. Nach Plänen des Dresdner Architekten Georg Heinsius von Mayenburg entstand so ein neobarockes Anwesen. Das alte Radebeuler Schloss „Wackerbarths Ruhe“ dürfte zum Vorbild gedient haben. Dieckmann investierte an der „Roten Presse“ für seinen Schwiegersohn Georg Langelütje, damals Inhaber der Zuckerfabrik in Cölln. Ihm übertrag er 1901 das Anwesen durch Auflassung.

Fabrikant Langelütje war offenbar an Weinbau interessiert: Er besaß bereits das Weingut Oberspaar 37 (jetzt Boselweg 30) und ließ den Katzensprung zu einer Musterlage modernisieren. Wie dort ließ er auch an der „Roten Presse“ Saar-Riesling anbauen. Der Wein wurde als hochwertig gepriesen und soll an Reife und Süße den besten Saar- und Moselweinen gewachsen gewesen sein. Durch eine Zwangsversteigerung – vermutlich infolge des Verlusts seiner Unternehmensanteile – musste Langelütje 1912 die „Rote Presse“ aber abgeben. Das Grundstück kam 1913 an Rittergutsbesitzer Georg Schneider aus dem schlesischen Wangten (jetzt Polen), von ihm 1914 durch Auflassung an den Sörnewitzer Privatus Theodor Maximilian Auerswald. In dieser Zeit verlor die Weinlage wieder ihren guten Ruf: Die jüngeren Reben Langelütjes wurden beseitigt und nur die weniger ertragreichen älteren belassen.

Tatkräftiger Besitzer

Ende Januar 1918, im letzten Jahr des 1. Weltkriegs, wurde der Hauptmann und spätere Major Egon Freude aus Dresden Besitzer der „Roten Presse“ – in einer Zeit, die kaum an Weingenuss denken ließ. Doch der 36-jährige Offizier, geboren in Ebersbach (Oberlausitz), widmete sich militärisch entschlossen, seinen neuen Besitz wirtschaftlich zu machen. Er erwarb noch die „Graue Presse“ in der Dresdner Straße 350, das Weingut Kapitelholzsteig Nr. 1 in Meißen-Oberspaar, ein Weingrundstück in Schieritz und die Harkschen Weinberge in Seußlitz. Er soll zuletzt fast 50.000 Weinstöcke sein Eigen genannt haben. Die Herkunft der Mittel für die Käufe versuchte man, mit dem angeblichen Fund einer alten Kriegskasse zu erklären. Das könnte vielleicht aus dem probeweisen Stollenvortrieb der Gewerkschaft „Grube Silbererz“ 1889/90 im oberhalb der „Roten Presse“ gelegenen Steinbruch des Gutsbesitzers Hermann abgeleitet worden sein. Dass Freude aber einen solchen Lebensstil pflegen konnte, verdankte er wohl seiner Ehe mit der nicht nur hübschen, sondern vorgeblich auch reichen Helene Elisabeth Hynck aus Riesa.

Zudem galt der neue Besitzer als fachlich gewissenhaft. In Jakob Lenz fand er einen hochqualifizierten Mitarbeiter, der die Weinbergsschule Trier absolviert und bereits größere Weinbaubetriebe an der Mosel und in Lothringen geleitet hatte.

Besitzer Freude ging nun daran, die Weinbergsmauern zu erneuern, den Weinberg zu erweitern und mit einem vorbildlichen Wegenetz zu erschließen. Neue, rationellere Anbaumethoden wurden eingeführt. Er konstruierte einen Weinbergspflug, sorgte für gute Düngung und verbesserte den Rebenbestand. Bereits 1921 konnte er dadurch den Durchschnittsertrag vervierfachen. 1925 wurden schließlich etwa 10.000 bis 12.000 Liter Wein gekeltert. An der „Roten Presse“ entstanden Rotweine, die mit den besten Rotweinen Deutschlands mithalten konnten. Die Qualität der Weißweine soll besser gewesen sein, als die der durchschnittlichen Mosel- und Rheinweine. Schon der 1921er Jahrgang wurde als „ein erstklassiges Gewächs von großer Feinheit und reichem Aroma“ gepriesen.

Egon Freude eröffnete 1925 im Kapitelberg-Weingut einen Weinschank als Probierstube für Meißner Weine. Doch der enorme Aufwand zahlte sich nicht aus: Im August 1926 musste ein Konkursverfahren eröffnet werden, Ende Oktober des gleichen Jahres wurde noch die Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung angeordnet. Familie Freude zog nach Bayern.

Mit Freudes Konkurs endete der einheitliche Besitz von Weinbergslage und Wohnhaus. Im Mai 1927 erwarb die Stadt Meißen neben Kapitelberg und Grauer Presse auch den Weinberg Rote Presse mit rund 15.000 Reben vom Meistbieter „Landständische Bank des ehemaligen Sächsischen Markgrafentums Oberlausitz/Filiale Dresden“. Ein vorteilhafter Erwerb, handelte es sich doch nicht nur um einige der besten Weinberge. Die Investitionen Freudes zahlten sich jetzt aus: 1930 wurde eine erste große Ernte eingebracht.

Auf das Wohnschloss „Rote Presse“ fiel nun aber der Schatten der judenfeindlichen Nazi-Zeit. Im Oktober 1933 kam das Haus aufgrund einer erheblichen Hypothek durch Auflassung von der Landständischen Bank in den Besitz der Jüdin Else Fried. Die 1885 Geborene war Absolventin der Berliner „sozialen Frauenschule“ und ehemalige Beamtin des „Vereins zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Misshandlung“.

Familie Fried hatte zuvor in Bamberg gelebt. Vermutlich ließ sie sich nun bei Meißen nieder, weil Ehemann Dr. Otto Fried, ein 1876 geborener Arzt, eine Stelle als Regierungsmedizinalrat beim Versorgungsamt Dresden gefunden hatte. Otto Fried war deutschnational gesinnt, im 1. Weltkrieg als Oberstabsarzt im Einsatz gewesen und hatte das „Eiserne Kreuz 2. Klasse“ bekommen. Das alles sah er als Schutz vor den antijüdischen Maßnahmen der Nazis an.

In dieser Illusion führte die Familie Fried ungeachtet der zunehmenden Hetze gegen Juden noch ein standesgemäßes Leben. Ihr Haus stand nicht nur den Mitbewohnern – Lehrer Molke, Gärtner Engel und dem kaufmännischen Angestellten Schröder – zur Verfügung, sondern auch bedrängten Mitmenschen offen. Angehörige unterschiedlichen Glaubens waren hier zu Gast, etwa der jüdische Schauspieler Weldin aus Berlin oder der anthroposophisch orientierte Regierungsrat Martin Schmidt-Breitung von der Amtshauptmannschaft Meißen. Bedürftige wurden als Patienten aufgenommen. Die Pogrome vom 9. November 1938 und die danach einsetzende totale Entrechtung der Juden in Deutschland traf Familie Fried besonders schwer, hatte man sich doch durch seine deutschnationale Gesinnung sicher geglaubt – obwohl Otto Fried bereits Ende 1935 seine Tätigkeit als Arzt hatte zwangsweise beenden müssen.

In alle Winde zerstreut

Allen Juden in Deutschland wurde nun eine „Sühne“ von einer Milliarde Reichsmark für die Ermordung eines deutschen Diplomaten in Paris auferlegt. Das führte zur Einziehung des Grundstücksbesitzes an der „Roten Presse“. Else Fried erlitt offenbar unter diesen Umständen einen psychischen Zusammenbruch. Sie wurde in der jüdischen Heilanstalt Bendorf bei Koblenz untergebracht, kam von dort aus später in das Ghettolager Izbica in Polen. Dort ist sie verschollen. Die Kinder der Frieds zerstreuten sich in alle Welt. Tochter Susanne (geboren 1919) gelang die Flucht nach Brasilien. Die Söhne Hans (geboren 1917) und Ulrich (geboren 1922) mussten zunächst das Schicksal ihres Vaters teilen und nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges in ein sogenanntes „Judenhaus“ nach Dresden, Kaiserstraße (jetzt Robert-Blum-Straße), umziehen. Von dort aus konnten sie erst zum letztmöglichen Zeitpunkt, im Oktober 1941, auf die Philippinen ausreisen. Der Jüngere fand bei der Vertreibung der japanischen Besatzer durch US-Truppen am 15. Februar 1945 in Manila den Tod. Hans Fried suchte ab 1950 in den USA eine neue Existenz.

Vater Otto Fried ließ sich dagegen auf die von der „Wannsee-Konferenz“ beschlossene, angebliche Vergünstigung ein, sich als Weltkriegsteilnehmer bevorzugt in eine Altersversorgung nach Theresienstadt einkaufen zu dürfen. Dorthin wurde er am 25. August 1942 deportiert. Er starb dort nach Entwürdigungen und Entbehrungen schon am 14. Februar 1943.

Erklärt sich die weitere unauffällige Geschichte der „Roten Presse“ aus einer Scham über den schamlosen Umgang mit ihren jüdischen Besitzern? Nach der Versteigerung der Einrichtung und der Übertragung des Grundstücks an den Meißener Möbelfabrikanten Hellmut Knobloch im November 1939 gab es trotz des Zusammenbruchs der Nazi-Herrschaft 1945 und der antifaschistischer Neuausrichtung kein Bemühen um eine Wiedergutmachung. Das Unrecht geriet mehr und mehr in Vergessenheit – obwohl das Eigentumsrecht wegen hoher Hypotheken 1941 von der Landständischen Bank an die Stadt Meißen und damit 1957 offiziell in das Eigentum des Volkes beim Rat der Stadt Meißen übergangen war. Nach der „Republikflucht“ Knoblochs 1959 kam die „Rote Presse“ in staatliche Treuhandverwaltung durch den Rat der Stadt Coswig. Das Haus wurde jetzt als Mehrfamilienwohnhaus genutzt, es verlor von seinem früheren Charme. 1994 wurde das Gebäude endlich an die Erbengemeinschaft Fried rückübertragen. Neue Hoffnung war geweckt: Doch als die fünf Bewohner-Familien bis 1996 ausgezogen waren, besserte sich die Lage zunächst keineswegs. Das Haus verfiel.

Symbolische Aussöhnung

Erst als 1999 das Ehepaar Helga und Bernhard Seidler das Anwesen erwarb, wendete sich das Blatt. Die neuen Besitzer machten wieder ein „Schmuckkästchen“ aus der „Roten Presse“. Am 25. Mai 2002 gewährten sie dem Neffen Otto Frieds, Ludwig Fried aus Basel, einen Empfang in dem ihm noch wohlbekannten Haus: Das Unrecht fand eine symbolische Aussöhnung. Die Weingut-Villa strahlt heute mit all ihren Schönheiten – der schmiedeeisernen Einfriedung, dem säulengestützten Vorbau, der Sonnenuhr, dem Türmchen – wieder freundlich in die Landschaft. Sie ist ein Juwel: nicht zuletzt durch die Arbeit und die Geschichte von Generationen.

Die „Rote Presse“ liegt an der Dresdner Straße. Hinter dem Haus erstrecken sich Weinberge. Foto: Tourismusverband Sächsisches Elbland/Knobloch

Autor: Gerhard Steinecke

Titelbild: Haus Rote Presse um 1898. Foto: Brück & Sohn, Wikimedia Commons

Der Artikel erschien am 24.03.2011 in der Druckausgabe des Meißner Tageblatts.

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