Deutlich weniger Arbeitslose im vergangenen Jahr

Die Riesaer Arbeitsagentur zieht Bilanz für 2018: Zu vermelden sind eine weiter gesunkene Arbeitslosenquote und mehr Beschäftigte.

Was den Arbeitsmarkt im Landkreis Meißen angeht, war 2018 ein gutes Jahr. Mehr Menschen in Lohn und Brot, die Arbeitslosenquote weiter sinkend: Das ist die Bilanz, die Petra Schlüter, Chefin der für den Kreis zuständigen Arbeitsagentur Riesa, für das abgelaufene Jahr zieht. Zur „robusten Verfassung“ des Arbeitsmarkts habe aber nicht nur beigetragen, dass die Unternehmen im Landkreis weiterhin viele neue Mitarbeiter einstellten. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit beruhe auch auf demografischen Effekten – also darauf, dass bei steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung immer mehr ältere Erwerbstätige in den Ruhestand gehen und immer weniger junger Nachwuchs zur Verfügung steht.

Im Jahresdurchschnitt waren 2018 im Landkreis 7.510 Menschen arbeitslos gemeldet – fast 700 weniger als noch ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kreis lag damit 2018 bei 6,0 Prozent: Das waren 0,5 Prozent weniger als 2017. Der Monat mit der höchsten Arbeitslosenquote war 2018 der Februar, der mit der niedrigsten der November.

Die Arbeitsagentur betreut dabei alle Frauen und Männer, die noch weniger als ein Jahr arbeitslos sind: Im Landkreis war das auch 2018 mit 2.153 Personen der weitaus geringere Teil. Das Jobcenter des Landkreises betreute 2018 die 5.357 Menschen, die bereits längere Zeit arbeitslos waren. Derzeit haben wohl beide Gruppen gute Chancen auf Wiedereinstellung. Allerdings ging auch im vergangenen Jahr die Zahl der „Kurzzeitarbeitslosen“ wieder stärker zurück als die der „Langzeitarbeitslosen“.

Fakt ist jedoch: Die Arbeitgeber in der Region suchen nach wie vor Mitarbeiter. 2018 meldeten sie der Arbeitsagentur über 7.300 offene Stellen. Gegenüber 2017 sank die Zahl aber um gut 500 Angebote. Bedarf an neuen Mitarbeitern hatte man 2018 vor allem in den „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. Gute Chancen hatten Arbeitnehmer auch im Handel und auf dem Bau. Wieder einmal war es ein Jahr, in dem es für Arbeitgeber nicht einfach war, offene Stellen zu besetzen: Es dauere im Schnitt immer länger, bis ein gemeldeter Arbeitsplatz auch besetzt werden könne, heißt es von der Arbeitsagentur.

Wegen der großen Nachfrage mobilisierten Agentur und Jobcenter 2018 so gut wie alle „Reserven“. Sie investierten in berufliche Weiterbildungen und in Eingliederungszuschüsse, die an Unternehmen gezahlt wurden, die Arbeitslose einstellten. Gefördert wurden auch die Berufsausbildung für benachteiligte Jugendliche und Maßnahmen zur Begleitung beim Einstieg ins Berufsleben.

Deutlich stieg im vergangenen Jahr die Zahl der im Landkreis Meißen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Genau 89.715 Frauen und Männer waren es Ende Juni 2018, 850 mehr als ein Jahr zuvor. 2019 soll der Aufschwung bei der Beschäftigung weitergehen. So sagt es zumindest das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit für den Riesaer Agenturbezirk voraus. Prognostiziert werden für dieses Jahr eine Steigerung der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter um 1,3 Prozent und ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit um 4,0 Prozent.

Die Riesaer Arbeitsagentur wolle daher weiterhin bisherige „Reserven“ mobilisieren, sagt Geschäftsführerin Petra Schlüter. Jugendliche ohne Abschluss, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Handicap oder auch mit Migrationshintergrund sollten für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden, auf dem neue Arbeitskräfte gesucht sind.