Farbenfroher Neustart in der Görnischen Gasse

Bisher am Heinrichsplatz, nun in der Görnischen Gasse: Wolfgang Beier hat ein neues Geschäft eröffnet, das zugleich auch seine Galerie ist Foto: Grau

Der Händler und Maler Wolfgang Beier bringt Farbe in die Meißner Einkaufslandschaft. Jetzt ist er mit Geschäft und Galerie in die Görnische Gasse gezogen.

Ist das Dornröschen wachgeküsst? An einem gewöhnlichen Donnerstagvormittag ist es in der Görnischen Gasse zumindest mit dem Schlummer vorbei. Bauarbeiter klappern mit ihren Werkzeugen. Zwischen einem frisch sanierten und einem verfallenen Altbau wird gerade ein Wohnhaus modernisiert. Hin und wieder schlendert ein Fußgänger über den Bürgersteig und bleibt vor dem neu eröffneten Geschäft im Haus Nummer 5 stehen. Bilder, Kleider, Schmuck, handgemalt, handgefertigt, farbenfroh: Wolfgang Beier hat sich hier einen Laden eingerichtet. Die Görnische Gasse sei eine gute Lage, sagt er. „Die Straße entwickelt sich.“

Bis zum vergangenen Jahr verkaufte Beier noch am Heinrichsplatz. Abseits der Meißner Fußgängermeile sind die Mieten niedriger, der Umzug wollte aber trotzdem gut überlegt sein. Lohnt es sich, in Meißen noch einmal ein Geschäft zu eröffnen? Wolfgang Beier rang sich durch und entschied sich für die Görnische Gasse.

„In der Straße hatte ich schon ein Geschäft“, sagt er. Eines, das mit besonderen Erinnerungen verknüpft ist. Hier begann Beier zu malen – so, wie er es noch heute tut: Der Laden ist sein Atelier und seine Galerie. Seine Bilder haben einen eigenen Stil. Der künstlerische Autodidakt malt in leuchtenden Farben. Seine Motive sind indianisch anmutende Landschaften und Fabelwelten.

Wenn Wolfgang Beier nicht Kunden berät oder malt, fertigt er Schmuck an, den er verkauft. Auch hier ist seine Vorliebe für das Indianische nicht zu übersehen. Aus Perlen und Steinen entstehen unter Beiers Händen kleine Kunstwerke.

Mit seinem Angebot hatte sich der Händler, Maler und Kunsthandwerker am Heinrichsplatz ein Stammpublikum erobert. Er hofft, dass es nach seinem Umzug auch die Görnische Gasse für sich entdeckt. Neue Kunden könnten dazukommen, denn die lange verfallene Straße hat auch Passanten. Zu den Bewohnern der sanierten Häuser kommen Touristen, die zur Porzellan-Manufaktur bummeln.