Planungen für Freibad, Bahnhof, Höroldtstraße

Architekten im Wettbewerb: Die Stadt Meißen setzt aktuell für mehrere Areale auf den "Variantenvergleich".

Variantenvergleiche liegen in Meißen offenbar im Trend. Im Auftrag der Stadtverwaltung sollen Architekten in den nächsten Monaten gleich mehrere Areale unter die Lupe nehmen. So bereits geschehen in Siebeneichen, so geplant für den Bahnhofsvorplatz in Cölln und die Höroldstraße im Triebischtal.

Für Siebeneichen stellte die Stadtverwaltung bereits Pläne vor, die Architekturbüros im Rahmen eines Wettbewerbs für die Gegend um den Tierpark und die Jugendwiese entwickelt hatten. Nach Bürgerversammlung und -voten sowie Beratungen einer Fachjury soll der Siegerentwurf in der Stadtratssitzung Ende März gekürt werden.

In derselben Ratssitzung will die Stadtverwaltung auch die Ergebnisse eines Variantenvergleichs für das Gelände des ehemaligen Freibads in Bohnitzsch vorstellen. Hier ging es um die Frage, wie und zu welchen Kosten auf dem Areal hinter dem „Wellenspiel“ wieder ein Freibad eingerichtet werden könnte.

Die Überlegungen zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Cölln sind nicht neu. Um dafür Handlungsfreiheit zu haben, hatte die Stadt die Fläche eigens der Deutschen Bahn abgekauft. Schon 2017 wurden dann die Bürger befragt, wie sie sich den Platz vor dem Bahnhof wünschen. Knapp 20 Stellungsnahmen gingen ein: Sie werden nun Teil der Aufgabenstellung für vier Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Der Bauausschuss des Stadtrats will damit am 20. März einen Variantenvergleich für den Bahnhofsvorplatz starten.

Und noch ein solcher Vergleich steht an: Hier soll es um ein Stadtgebiet gehen, dessen Zukunft bislang offen war. Die Stadt hatte das Gelände einer früheren Autowerkstatt an der Höroldtstraße im Triebischtal vor einigen Jahren gekauft, um dort eine neue Grundschule zu errichten.

Der Stadtrat entschied jedoch, die Grundschule auf dem Questenberg sanieren zu lassen. Kinder auf dem Gelände an der Höroldtstraße unterzubringen, erschien heikel – auch weil nicht geklärt war, ob Gebäude und Erdreich eventuell mit Altlasten aus der Industrienutzung verseucht sind. Einige Stadträte kritisierten damals, dass die Stadt für eine sechsstellige Summe eine Immobilie gekauft habe, ohne genaue Vorstellungen für deren Nutzung zu haben.

Doch die Zeit der Ratlosigkeit scheint nun offenbar vorbei. Aus der Vorlage, anhand derer die Stadträte Ende März einen Variantenvergleich auch für dieses Gelände starten sollen, geht hervor, dass es offenbar neue Ideen für das Areal gibt.

Drei Architekturbüros sollen in den nächsten Monaten Pläne für das knapp 9.000 Quadratmeter große Grundstück entwickeln. Die künftige Nutzung wird in der Aufgabenstellung vorgegeben: Einziehen sollen die „Meißner Tafel“, die Möbelwerkstätten der städtischen Stiftung „Soziale Projekte“ und das Deutsche Rote Kreuz – entweder in die dann sanierten bestehenden Gebäude oder in Neubauten, die nach dem Abriss der bestehenden Bauten errichtet würden. Das bisherige Quartier der „Tafel“ und der „SoPro“ am Kynastweg könnte dann zum Wohnstandort werden.