Die Görnische Gasse war die große Gewinnerin bei der diesjährigen Verleihung des Bauherrenpreises der „Arbeitsgemeinschaft Historische Städte“ in deren Mitgliedsstadt Meißen. Bauherren, die damit geehrt werden, haben mit ihren Immobilien Vorbildhaftes für Sanierung und Neubau in den historischen Stadtkernen von Bamberg, Görlitz, Lübeck, Stralsund, Regensburg und eben Meißen geleistet. Die Mehrzahl der in diesem Jahr ausgezeichneten Meißner Bauprojekte wurde in der Görnischen Gasse umgesetzt.

Den ersten Preis vergab die Jury für die Sanierung des Handwerkerhauses Görnische Gasse 35 an Bettina und Jörg Martin Freydank. Sie retteten das Haus nach langem Leerstand, erheblichem Substanzverlust durch Brandstiftung und mehrfachem Eigentümerwechsel. Restauriert wurden dabei eine der ältesten Holzbalkendecken der Stadt von 1435 und die ursprüngliche Giebelstruktur. Die Sanierung fand von 2015 bis 2017 statt und wurde durch das Meißner Architekturbüro Hauswald geleitet.

Neben dem ersten Preis, der mit 1.500 Euro und einer Bronzeplakette dotiert war, erhielten zwei weitere Projekte Anerkennungspreise. Die Städtische Entwicklungs- und Erneuerungsgesellschaft SEEG wurde für die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudeensembles Burgstraße 2 geehrt. Die andere Anerkennung ging an die Bauherren Hyunil und Meinolf Krohner für die Sanierung des zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses Görnische Gasse 4 unter Leitung des Architekturbüros Hainz.

Erstmals schrieb die AG Historische Städte in diesem Jahr einen „Jugendbauherrenpreis“ unter den Schulen aus. Mit ihm sollten junge Leute für den Erhalt und die Pflege historischer Substanz begeistert werden. Die Teilnehmer erstellten ein Entwicklungskonzept für ein sanierungsbedürftiges historisches Gebäude. In Meißen reichten zwei Gruppen aus dem Landesgymnasium Sankt Afra Arbeiten ein – beide für ein Gebäude an der Görnischen Gasse. Der mit 500 Euro dotierte erste Preis ging an Helene Schütze, Paula Winkler und Maike Lindenau, die ein Nutzungskonzept für ein sanierungsbedürftiges Haus entworfen hatten, unter anderem mit einem Kunstcafé.

Der zweite, mit 300 Euro dotierte Jugendpreis ging an Jona Loreen Sommer, Emilia Luise Meyer und Marie Luise Köhler. Sie hatten sich ebenfalls mit dem Haus in der Görnischen Gasse 32 befasst.

Eine Ausstellung zu den Wettbewerbsbeiträgen wird bis zum 6. März im Foyer des Meißner Rathauses gezeigt.