Meißner Druckhaus wird zum Wohnhaus

Zum Baustart aufgereiht vor dem Druckereiareal (v.l.n.r.): Madlen Hoffmann von der Deutschen Kreditbank, Rico Jopp und René Sandig von Wohnartplus, Theresia Walsch von der Dresdner Servicewohnen GmbH und Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke Foto: Grau

Nach langem Leerstand hat der Umbau der früheren Druckerei am Meißner Baderberg begonnen. Investoren aus Dresden errichten dort barrierefreie Wohnungen.

Mitten in der Stadt und trotzdem in aller Stille: Kaum bemerkt begann schon vor Wochen das Vorhaben, den Gebäudekomplex des alten Druckhauses zwischen Lorenzgasse, Baderberg und Theaterplatz wieder zu neuem Leben zu erwecken. Viele Jahre lang hatte er leergestanden. Jetzt wurde der Baustart offiziell verkündet.

Vom Beginn der neuen Nutzung kündet nicht nur die Baustraße aus Asphalt, die über das Pflaster von Badergasse und Theaterplatz gelegt wurde. Lkw werden zunächst einiges an Schutt abfahren müssen: Die Entkernung der Gebäude hat begonnen. „In den nächsten Tagen wird man auch von der Straßenseite sehen, dass wir mit dem Umbau angefangen haben“, sagt René Sandig vom Dresdner Unternehmen „Wohnartplus“, dass in der ehemaligen Druckerei bis Mitte des nächsten Jahres insgesamt 56 barrierefreie Wohnungen errichten will.

„Laurentii-Residenz“ soll das Karree dann heißen: Der Name erinnert an das Laurentiusspital, dessen Existenz an diesem Ort schon vor 800 Jahren bezeugt ist. Im frühen 19. Jahrhundert kaufte Christian Ehregott Klinkicht das Areal und richtete hier Druckerei und Verlagsräume des Meißner Tageblatts ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Sächsische Zeitung. Der Leerstand der vergangenen Jahre ließ unter anderem die Idee reifen, in dem alten Druckhaus ein Parkhaus einzurichten.

Dafür, dass nun stattdessen doch Menschen in die Gebäude einziehen werden, investiert Wohnartplus rund zwölf Millionen Euro. Bis auf ein Haus am Baderberg, das durch einen Neubau ersetzt wird, sollen alle historischen Teile des Gevierts erhalten bleiben. Die künftigen Bewohner können bei Bedarf auch Unterstützungs- und Pflegeleistungen buchen. Die Vermietung und Verwaltung der „Laurentii-Residenz“ übernimmt die „Dresdner Servicewohnen GmbH“.