Neue Pläne fürs Quartier an der Triebisch

Die Gründerzeithäuser an der Fährmannstraße bekommen wieder eine Chance: Die Abrisspläne sind vom Tisch Foto: Grau

Eine Häuserzeile der Meißner Fährmannstraße sollte einer "Triebischterrasse" weichen. Diese Planungen werden nun ad acta gelegt: Stattdessen soll saniert werden.

An städtebaulichen Problemen gibt es in Meißen keinen Mangel. Ungewiss ist unter anderem das Schicksal der Bienenwirtschaft, des „Hamburger Hofs“, der Loge. Der Bauausschuss des Meißner Stadtrats widmete sich bei seiner jüngsten Sitzung nun wieder einem der dringendsten Missstände: den leeren Häusern an der Fährmannstraße.

Dieses Quartier in der Triebischvorstadt ist seit Jahren in desolatem Zustand. Die an der Triebisch gelegene Häuserzeile der Straße steht seit den großen Hochwassern von 2002 und 2013 zu weiten Teilen leer. Planungen zum Abriss der Gründerzeithäuser stießen jedoch auf Widerstand.

Die städtische Wohnungsgesellschaft SEEG hatte in den vergangenen Jahren die meisten der leer stehenden Häuser erworben. Bislang mit dem Ziel des weitgehenden „Rückbaus“: Im Auftrag des Meißner Bauamts entwickelte ein Dresdner Landschaftsarchitekturbüro entsprechende Pläne. Die Häuserzeile am Fluss sollte einer „Triebischterrasse“ weichen.

Doch Proteste und der Denkmalschutz führten zu einem Umdenken. Die Häuser seien sehr wohl zu retten, gaben die Denkmalschutzbehörden an – nun sollen tatsächlich die meisten erhalten werden. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellten SEEG-Geschäftsführerin Birgit Richter und der Meißner Architekt Dr. Knut Hauswald geänderte Planungen für die Fährmannstraße vor. Sie stammen aus einer Arbeitsgruppe, in die auch Denkmalschützer und Stadtplaner eingebunden waren.

Die Gründerzeithäuser Fährmannstraße 1 bis 3 bleiben demnach erhalten. Sie müssen grundhaft saniert werden: Architekt Knut Hauswald bestätigte, dass das machbar sei. Die Häuser Fährmannstraße 4 und 5 stehen nicht unter Denkmalschutz. Sie sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die SEEG bestätigt, dass es in der Stadt Bedarf an für Familien geeigneten Vier- bis Fünf-Raum-Wohnungen gibt: Dem entsprechend soll an der Fährmannstraße neu gebaut werden.

Größtes Manko der Wohnlage bleibt die Hochwassergefährdung. Die Fluten von Elbe und Triebisch richteten 2002 und 2013 in der Fährmannstraße schwere Schäden an. Trotz Sanierung und Neubau soll nun darauf geachtet werden, dass das Wasser im Falle einer Flut genügend Platz zur Ausbreitung bekommt.

Birgit Richter und Knut Hauswald berichteten, dass die Keller der Häuserzeile an der Triebisch künftig nicht mehr genutzt würden. Die ebenfalls überflutungsgefährdeten Erdgeschosse blieben von Haustechnik frei. Statt Wohnungen könnten hier Abstellflächen, eventuell auch Gewerbeeinheiten eingerichtet werden.

Die Idee der öffentlich zugänglichen „Triebischterrassen“ ist mit den geänderten Planungen passé. Nur die Bewohner der Fährmannstraße sollen von mehr Freiraum am Fluss profitieren. Die Hinterhäuser werden demnach abgerissen, die sanierten und neu gebauten Vorderhäuser bekommen Balkone in Richtung Triebisch.

Die neue Planung für die Fährmannstraße ist mit einem Termin versehen. Bis 2022/23 will die SEEG Sanierung und Neubau umsetzen.