Bau der neuen Schule beginnt im Oktober

So sollen Schulkhaus (re.) und Sporthalle aussehen. Die Fassade soll allerdings noch künstlerisch gestaltet werden: An entsprechenden Entwürfen arbeitet derzeit der Meißner Designer Olaf Fieber. Visualisierung: TB-Architektur Thomas Bretschneider

Die neue Meißner Grundschule entsteht am Leitmeritzer Bogen. Schon im Sommer 2019 soll sie eröffnet werden.

Zu sehen ist eine Wiese, links davon die Neubaublöcke an der Fellbacher Straße, rechts neu gebaute Eigenheime. Eine Idylle, über die an diesem Spätsommertag nur ein paar Vögel und Schmetterlinge fliegen. Schon in ein paar Wochen werde es hier ganz anders aussehen, kündigt Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke an. Ab Oktober werden über die Wiese Bagger rollen. Und schon ab Mitte August 2019 sollen dann täglich Kinder auf dem Gelände ein und aus gehen. In weniger als einem Jahr werde am Leitmeritzer Bogen die neuste Grundschule der Stadt eröffnet.

Mit diesem straffen Zeitplan ist das Projekt rekordverdächtig. So schnell hat Meißen wohl zuletzt in der Gründerzeit einen Schulbau vorangetrieben. 2017 beschäftigte sich der Stadtrat erstmals mit dem Vorhaben, rechtselbisch eine neue Grundschule zu errichten. Jetzt sind Planer und Stadtverwaltung fest davon überzeugt, dass die Einrichtung für bis zu 224 Schüler im Sommer 2019 in Betrieb geht.

Sie werde dann auch dringend gebraucht, erinnert Oberbürgermeister Olaf Raschke. Der Schulneubau ist inzwischen Bedingung dafür, dass im Sommer des kommenden Jahres ein weiteres großes Schulbauprojekt der Stadt beginnen kann: die Sanierung der Questenberg-Grundschule. Das neue rechtselbische Schulhaus wird während der auf zwei Jahre veranschlagten Bauarbeiten am Questenberg als Ausweichquartier gebraucht.

„Die Schüler und Lehrer vom Questenberg ziehen im Sommer 2019 um. Gleichzeitig gründen wir die neue Grundschule am Leitmeritzer Bogen“, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. Deren erste Klasse werde ebenfalls im nächsten August im neuen Schulhaus eingeschult. Derzeit gäbe es schon 17 Anmeldungen dafür, heißt es aus dem städtischen Familienamt.

Damit der Bau der Schule so schnell wie möglich vonstatten gehen kann, wird das Gebäude in Modulbauweise errichtet. Die Stadt beauftragt einen Hersteller mit der Lieferung von Gebäudeelementen. Die Raumcontainer werden weitgehend vormontiert nach Meißen gebracht und auf der Baustelle zum geplanten dreistöckigen Schulhaus zusammengesetzt. Anschließend folgt der Innenausbau.

„Von außen wird man keinen Unterschied zu einem herkömmlichen Massivbau sehen“, sagt Architekt Thomas Bretschneider, der den Schulbau in städtischem Auftrag plant. Und auch bei den Nutzungsmöglichkeiten und der Lebensdauer der „Modul-Schule“ werde es keine Einschränkungen geben. Im Gegenteil: „Solche Gebäude lassen sich sogar einfacher verändern als Häuser in Massivbauweise. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie alle aktuellen Anforderungen an Wärme- und Energieverbrauch erfüllen.“

Das neue Meißner Schulhaus werde eine Wärmedämmverbund-Fassade bekommen und ans städtische Fernwärmenetz angeschlossen, so Thomas Bretschneider. Die künftige Nutzungsdauer einer Modulbau-Schule wurde unter anderem von den Meißner Stadträten kontrovers diskutiert. OB Olaf Raschke sagt, dass man in diesem Punkt keinerlei Einschränkungen erwarte: Man rechne hier wie bei anderen Schulhäusern in Jahrzehnten.

Zeitgleich mit der Schule soll auf dem Gelände am Leitmeritzer Bogen auch eine neue Sporthalle eröffnet werden. Sie werde nicht nur dem Schulsport, sondern auch den Meißner Vereinen zur Verfügung stehen, kündigt der OB an. Geplant sei eine Ein-Feld-Halle, die aber auch für Ballsportarten genutzt werden könne.

Die Gestaltung von Schule, Turnhalle und Außengelände wird derzeit von einem ganzen Team aus Architekten, Ingenieuren und Landschaftsplanern vorbereitet. Nur dank deren guter Zusammenarbeit sei es möglich, den Bau in der extrem kurzen Zeit von rund zwei Jahren umzusetzen, sagt Olaf Raschke. Neben Thomas Bretschneider und Knut Hauswald als Architekten gehören auch die Ingenieure des Büros Klett und die Landschaftsplanerin Marion Brod-Kilian zur „Mannschaft“, die den Neubau organisiert.

Die Aufgabe von Stadtverwaltung und Stadtrat ist es, das Geld für den Schulneubau heranzubekommen. Die Kosten für Schulhaus und Turnhalle werden auf rund 6,5 Millionen Euro geschätzt. Zumindest für den Bau des Schulgebäudes hat die Stadt nun schon Landes-Fördermittel zugesagt bekommen. Per Bescheid sicherte der Freistaat vor wenigen Tagen zu, gut 1,8 Millionen Euro aus dem Förderprogramm zum Schulhausbau beizusteuern.

Für den Bau der Sporthalle seien ebenfalls Fördermittel beantragt, aber noch nicht zugesagt, heißt es aus dem Bauamt. Zugesichert habe der Freistaat aber, dass die Stadt schon jetzt mit den Bauarbeiten beginnen könne, ohne dass das Auswirkungen auf die Zuteilung von Fördergeld habe. Noch im September sollen in den Ausschüssen des Meißner Stadtrats die ersten Aufträge an Baufirmen vergeben werden.