Wo Meißen eine neue "Waldburg" baut

Noch mit der Baggerschaufel statt mit Eimer und Förmchen: Am Kirchsteigbach hat der Wiederaufbau des Abenteuerspielplatzes begonnen Foto: Grau

Der Abenteuerspielplatz an der Hohen Eifer wurde 2014 bei der Schlammflut zerstört. Jetzt hat der Wiederaufbau des Geländes begonnen.

Vier Jahre hat es gedauert. Doch nun steht endlich in Aussicht, dass auf dem großen hölzernen Turm bald wieder Kinder klettern. Bis es soweit ist, haben auf dem Spielplatz an der Hohen Eifer aber noch die Bauarbeiter das Sagen. „Anfang Juli hat der Umbau des Geländes begonnen“, sagt Katrin Diersche, Stadtplanerin im Meißner Bauamt. „Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“

Der hölzerne Kletterturm mit Rutsche wird dann als „Waldburg“ der Mittelpunkt eines völlig neu gestalteten Abenteuerspielplatzes sein. „Burggraben“ statt einfachem Sandkasten, eine Fläche am Ufer des Kirchsteigbachs, auf der Kinder am Wasser spielen können: Geplant hat das die Dresdner Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian. Mit ihrem Entwurf gewann sie den Gestaltungswettbewerb für den Umbau des Spielplatzes am Eingang zum Meißner Stadtwald.

Das war allerdings schon Ende 2013. Nur Tage bevor die Meißner Stadträte schließlich die Finanzen für die Neugestaltung bewilligen wollten, zerstörte im Mai 2014 die Triebischtal-Schlammflut auch den Spielplatz. Klettergerüste, Sandkästen und Rutschen waren hin und nur noch der Turm zu retten. Jetzt wird rund um ihn Erde angetragen und das Gelände modelliert. Die ersten Teile der neuen Spielgeräte sind zu sehen.

Die Schlammflut habe nicht nur dafür gesorgt, dass sich der geplante Umbau des Spielplatzes um Jahre verzögerte, sagt Katrin Diersche. „Erst musste am Bett des Kirchsteigbachs gearbeitet werden.“ Dort gibt es nun neue Wege, Rechen und Fangbecken für Geröll, Furten statt Brücken. Die Zerstörungen zwangen auch dazu, die Planungen für den Spielplatz noch einmal auf den Prüfstand zu stellen und anzupassen.

Möglichst flutsicher soll er sein, doch trotzdem für Kinder interessant. Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian ist sich sicher, dass das gelingt und der Platz gut angenommen wird. „Schon die Lage im Grünen und am Bach ist wunderbar. Da passt die Idee der Waldburg ideal dazu.“ Weg von den „Einheitsspielplätzen“: Das sei das Motto der Stadtverwaltung, wenn es um Bau und Neugestaltung solcher Areale gehe, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. „Wir finden lieber ein zum Ort passendes Motto und gestalten den Spielplatz danach.“ 

Der Umbau des Abenteuerspielplatzes an der Hohen Eifer wird voraussichtlich rund 105.000 Euro kosten. 75 Prozent der Kosten kann die Stadt mit Fördermitteln aus dem EFRE-Programm der Europäischen Union decken. Auf jeden Fall wird eine „Basisvariante“ des „Waldburg“-Spielplatzes gebaut. Extra-Wünsche sollen erfüllt werden, wenn das bewilligte Geld dafür ausreicht. Dann könnte zum Beispiel noch ein „Geheimgang“ für spielende Kinder angelegt werden. Eine geplante Seilbahn über den Kirchsteigbach musste dagegen zurückgestellt werden: „Hier hatte der TÜV Einwände“, sagt Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian.