Schwerer Start für neues Amt in der Verwaltung

In der Meißner Stadtverwaltung soll ein Bauverwaltungsamt entstehen: Als dessen Leiterin wurde Inga Skambraks eingestellt. Doch ein unterlegener Bewerber hat geklagt.

Auf der Internetseite der Stadtverwaltung findet sich noch kein Hinweis. Dabei wurde hier Anfang Juli eine Strukturreform begonnen. Die Meißner Verwaltung gründet ein Bauverwaltungsamt. Dessen bereits eingestellte Leiterin ist in der Stadt gut bekannt: Inga Skambraks war schon von 2005 bis 2013 Mitarbeiterin der Meißner Stadtverwaltung. Sie leitete das Büro von Oberbürgermeister Olaf Raschke und war für die städtische Kultur und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, bevor sie zuerst zur Stadtverwaltung Bischofswerda und dann zur Leipziger Verwaltung wechselte.

Die Rückkehr von Inga Skambraks wurde von Stadtverwaltung und Stadträten bislang kaum kommuniziert – und sorgt doch für Ärger. Vor dem Dresdner Arbeitsgericht wurde bereits über die Klage eines unterlegenen Stellenbewerbers verhandelt. Derzeit liegt ein Angebot über einen Vergleich mit finanzieller Entschädigung des Klägers auf dem Tisch. Die Stadt positioniere sich noch nicht dazu, sagt auf Nachfrage Meißens Hauptamtsleiter Markus Banowski einen Tag nach der Verhandlung vom 2. Juli. Es geht um eine Summe von rund 10.000 Euro.

So gut wie alle Vorgänge um die Ausschreibung und Besetzung der Stelle wurden von Verwaltung und Stadtrat unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Die Stelle „Leiter/in des Bauverwaltungsamts der Stadt Meißen“ war im März und April ausgeschrieben. Im Nachhinein heißt es, dass zwölf Bewerbungen fristgemäß eingegangen seien und es Vorstellungsgespräche mit mehreren Bewerbern gegeben habe. Bei einer nicht öffentlichen Sondersitzung des Stadtrats am 16. Mai wurde schließlich mit Stimmenmehrheit beschlossen, die Stelle mit Inga Skambraks zu besetzen.

In der Klage des unterlegenen Bewerbers sind mehrere Punkte angeführt, die ihn nun die Rechtmäßigkeit des Besetzungsverfahrens anzweifeln lassen. Der Arbeitsvertrag sei bereits einen Tag nach der Stadtrats-Sondersitzung unterzeichnet worden. Man habe aber nicht alle abgelehnten Bewerber innerhalb von 14 Tagen nach der Entscheidung informiert – und damit deren mögliche rechtliche Schritte gegen die Stellenbesetzung verhindert. Zudem seien die Aufgaben eines oder einer Leiter/in des Meißner Bauverwaltungsamts in der Ausschreibung nicht klar definiert gewesen.

Dem Vernehmen nach soll die Meißner Bauverwaltung künftig in ein Bauamt und ein Bauverwaltungsamt geteilt sein. Letzteres wäre dann unter anderem dafür zuständig, für städtische Bauvorhaben Fördermittel zu beantragen. Öffentlich diskutiert wurde diese Umstrukturierung bislang nicht. Inga Skambraks hat ihre Arbeit als Leiterin des neuen Meißner Bauverwaltungsamts am 2. Juli aufgenommen.