Schon ab 2019 vier Grundschulen für Meißen

Der Meißner Stadtrat beschäftigt sich einmal mehr mit den Schulstandorten: Schon im kommenden Jahr sollen die ersten Kinder an der Niederauer Straße eingeschult werden.

Die vierte Meißner Grundschule wird bereits zum Schuljahr 2019/20 gegründet und teilt sich zunächst ihr neu zu errichtendes Gebäude nahe der Niederauer Straße mit der ausgelagerten Questenberg-Grundschule. Das schlägt die Meißner Stadtverwaltung vor. Ab Herbst 2019 würde damit bereits eine erste Klasse der neuen Grundschule an der Niederauer Straße eingeschult.

Mit dem früheren Aufbau der Schule sollen vor allem die Afra- und die Johannes-Grundschule entlastet werden, die absehbar an Kapazitätsgrenzen stoßen. Passend dazu werden die Meißner Schulbezirke geändert. Ab dem Schuljahr 2019/20 teilt die Elbe das Meißner Stadtgebiet in zwei Bezirke. Kinder aus allen linkselbischen Stadtteilen werden dann entweder der Afra- oder der Questenberg-Grundschule zugeteilt. Kinder aus den rechtselbischen Stadtteilen gehen entweder in die Johannes- oder in die neue vierte Grundschule.

Nach dem Bau und Umbau der Grundschulen gelten zudem ab 2019/20 neue Richtlinien für die Größen der Einrichtungen. Afra- und Johannes-Grundschule können dann jeweils pro Jahrgang bis zu drei Klassen haben. Für die Questenberg-Grundschule sind bis zu zweieinhalb Klassen pro Jahrgang vorgesehen, an der vierten Grundschule sind es zwei Klassen pro Jahrgang. Für diese beiden Schulen gilt jedoch noch eine Beschränkung für die Schuljahre 2019/20 und 2020/21: Hier werden am Questenberg höchstens zwei und an der vierten Grundschule nur eine Klasse eingeschult.

Während die Stadt mit der neuen Satzung schon von vier Meißner Grundschulen ausgeht, ist der Bau des neuen Schulhauses an der Niederauer Straße über das Planungsstadium noch nicht herausgekommen. Die Schule soll noch in diesem Jahr in Modulbauweise errichtet werden. Zuletzt wurden die Kosten dafür auf rund 4,6 Millionen Euro geschätzt. Geplant ist auch der Bau einer Einfeld-Sporthalle am Standort. Auch hier drohen nun Kostensteigerungen.

Statt 1,5 Millionen Euro soll die Sporthalle jetzt voraussichtlich gut zwei Millionen Euro kosten. Obwohl laut Stadtbauamt ausdrücklich auf einen „schlichten Baukörper“ und „erhöhtes Kostenbewusstsein“ Wert gelegt wurde, nehmen die Planer an, dass sich der Bau verteuert. Ursache sei die Konjunktur des Baugewerbes. Baufirmen sind bestens ausgelastet und können es sich leisten, von ihren Auftraggebern hohe Summen zu fordern – wenn sie sich überhaupt noch an Ausschreibungen beteiligen. Das hatte die Stadt Meißen bei ihren Bauvorhaben jüngst schon mehrfach schmerzlich erfahren müssen.

Sowohl für den Bau der neuen Schule, als auch für den der Sporthalle hat die Stadt noch keine Fördermittel zugesagt bekommen. Gleichwohl rechnet sie mit finanzieller Unterstützung des Freistaats. Die Hälfte der Bausumme der neuen Sporthalle soll mit Geld aus der sächsischen Sportstättenförderung bezahlt werden. Das gilt also auch für die nun vom Stadtrat zu bewilligenden Mehrkosten von insgesamt rund 535.000 Euro.

Was an der Niederauer Straße ausgegeben wird, muss anderswo eingespart werden. Zum Beispiel beim Hochwasserschutz: Der Stadtrat soll bei seiner nächsten Sitzung beschließen, dass der geplante Bau eines Hochwasserpumpwerks am Sägewerk vor der Altstadt auf die Jahre 2020/21 verschoben wird. Hierfür hat die Stadt ebenfalls noch keine Fördermittel zugesagt bekommen. 169.000 Euro bereits eingeplanter Eigenmittel würden vorerst frei.