Das Publikum liebt die Unterhaltung

Die Elbland-Philharmonie Sachsen hat in der Spielzeit 2018/19 ein volles Programm. Die Musiker des Orchesters treten in Konzertsälen, Kirchen und Klassenzimmern auf.

Was für ein Pensum! Die 77 Musiker der Elbland-Philharmonie Sachsen spielen in der Saison 2017/18 gut 280 Veranstaltungen. In der nächsten Spielzeit dürften es kaum weniger werden: Philharmonie-Geschäftsführerin Carola Gotthardt und Chefdirigent Ekkehard Klemm stellten jetzt das Orchester-Programm für die nächsten Monate vor.

Philharmonische und Unterhaltungskonzerte, Begleitung für Chöre, Gastspiele in Kirchen, „Musik im Klassenzimmer“: Die Elbland-Philharmonie biete große Vielfalt, leiste musikalische Basisarbeit, pflege das klassische Repertoire, scheue aber auch die Kompositionen der Gegenwart nicht, fasst Chefdirigent Ekkehard Klemm zusammen. In die Planung der Saison 2018/19 sind Erfahrungen eingeflossen, die er in der 2017/18er Spielzeit – seiner ersten als Chefdirigent des Riesaer Orchesters – gemacht hat.

Zum Beispiel diese: Das Publikum liebt Unterhaltung. Konzerte an schönen Orten, gern unter freiem Himmel und der musikalisch heiteren Muse zugewandt, kommen gut an. Veranstaltungsreihen wie „Klassik im Weinberg“, „Klassik im Schloss“ oder „Klassik und Kunst“ liefen ausgezeichnet, bestätigt Orchester-Geschäftsführerin Carola Gotthardt. Sie werden fortgesetzt, wenn möglich ausgebaut und um neue Spielorte ergänzt. „In der nächsten Spielzeit wollen wir im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge mehr Programm bieten“, sagt Gotthardt. Die Elbland-Philharmonie hat dort gleich zwei neue Konzertorte für sich entdeckt: die jüngst eröffnete „Kulturscheune“ im Rittergut Limbach bei Wilsdruff und den Kreistagssaal auf dem Gelände von Schloss Sonnenstein in Pirna.

Das Wort „Unterhaltung“ definiert das Orchester in der nächsten Spielzeit breit. Das Angebot bei den entsprechenden Konzerten reicht von Filmmusik über Tango, Weihnachts- und Karnevalsklänge bis zur Operette. Ein Begleiter der Philharmonie bleibt dabei der Schauspieler Tom Pauls in seiner Kult-Rolle als Ilse Bähnert. Es sind mehrere Konzerte in der bewährten Bähnert-Orchester-Kombination geplant.

Das Format des „klassischen“ Philharmonischen Konzerts erlebe dagegen eher einen Publikumsschwund, berichten Carola Gotthardt und Ekkehard Klemm. Dennoch pflege man diese Kernkompetenz des Orchesters weiter. Auch neuere und selten gespielte Kompositionen werde man bei den Philharmonischen Konzerten präsentieren. Selbst wenn dabei mancherorts Plätze im Saal frei bleiben, wie der Chefdirigent in den vergangenen Monaten bemerkt hat. „Die da waren, waren begeistert und haben uns gesagt, dass wir solche Aufführungen unbedingt fortführen sollen.“ Wo es sich anbietet, will man die Konzerte durch Nähe zum Publikum noch interessanter gestalten. Zum Beispiel im Riesaer „stern“: Dort könnten die Orchestermusiker in der Saalmitte und die Zuhörer drumherum platziert werden, stellt Carola Gotthardt eine Neuerung vor.

Junges Publikum gewinnt man möglichst früh für die Orchestermusik: Darum bietet die Elbland-Philharmonie in der kommenden Spielzeit wieder eine ganze Reihe von Veranstaltungsformaten für Kinder und Jugendliche an. Neu ist ein vom Orchester initiierter Workshop für junge Komponisten: Studenten der Musikhochschulen Dresden, Leipzig, Berlin, Weimar und Hamburg sind aufgerufen, Stücke für Kinder und Jugendliche zu komponieren.

Die Spielzeit 2018/19 der Elbland-Philharmonie beginnt Anfang August mit einer Reihe von Open-Air-Konzerten. Am 2.8. tritt das Orchester im Hof des Riesaer Klosters auf, am 5.8. auf dem Crassoberg in Meißen. Das nächste Konzert der Reihe „Klassik im Weinberg“ beginnt am 11.8. um 17.00 Uhr auf dem Winzerhof Golk.