Mit Rückenwind in die neue Spielzeit

Das Programm des Meißner Stadttheaters für die Spielzeit 2018/19 liegt nun vor. Dazu gehören auch Veranstaltungen auf Schloss Scharfenberg, wo es in der Vorweihnachtszeit heißt "Maria, er war's nicht!". Foto: Grau

Das Meißner Stadttheater ist unter seiner neuen Chefin in der Spielzeit 2017/18 erfolgreich. Nun liegt der Spielplan für die Saison 2018/19 vor.

Das Fazit der zu Ende gehenden Saison: Die neue Mannschaft ist in Meißen gut angekommen. Ann-Kristin Böhme, seit vergangenem Jahr Chefin des Stadttheaters, verweist dazu auf die Zahlen. „Unsere Auslastung liegt in dieser Spielzeit bei 79 Prozent. Das ist für Theater ein sehr guter Wert. Wir sind stolz darauf.“ Vieles müssen die Intendantin und ihre Mitarbeiter also richtig gemacht haben – auch wenn manche Meißner behaupten, dass in der Stadt ja kaum jemand ins Theater gehe.

Kinder, Jugendliche und Familien gehen nun noch etwas öfter ins Stadttheater. Das liegt unter anderem an den speziellen Familienangeboten, die in der Spielzeit 2017/18 erstmals aufgelegt wurden. „Theater-Familien-Frühstück“ mit Verpflegung, Bühnenprogramm und Bastelangebot: Drei mal gab es das in der Saison. „Da hatten wir jedes mal ein ausverkauftes Haus“, so Ann-Kristin Böhme. Das Format wird also weitergeführt. Im Spielplan für die Saison 2018/19 stehen fünf dieser Veranstaltungen.

Stücke für Kinder, Jugendliche und Familien bleiben ein Schwerpunkt des Programms, so die Intendantin. „Es ist uns wichtig, Theater für diese Zielgruppen anzubieten.“ 37 Inszenierungen in 61 Vorstellungen werden in der Spielzeit 2018/19 diesen Bereich abdecken – vom Märchenstück bis zu neuen Aufführungen der Meißner Jugendtheatergruppe, alles in allem fast die Hälfte der für die Saison geplanten Vorstellungen.

Um noch mehr Kinder und Jugendliche in die Vorstellungen zu holen, legt das Meißner Theater ab der kommenden Saison das Projekt „KuBiMobil“ auf. Dabei nehmen die Theaterleute Kontakt zu Schulen und Kitas im Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge auf. Entscheiden sich deren Gruppen oder Klassen für den Besuch einer Theatervorstellung in Meißen, werden die Kinder hier auch theaterpädagogisch begleitet. Vor allem aber kann das Meißner Theater für die Fahrtkosten der Gruppe bis zu 50 Prozent Förderung organisieren: Ein Programm des Freistaats macht es möglich.

„Ku“, „Bi“ und „Mobil“ stehen für Kultur, Bildung und Mobilität, von denen besonders Kinder und Jugendliche aus ländlichen Gemeinden profitieren sollen. Ein Pilotprojekt für das „KuBiMobil“ gibt es in Bautzen. „Mit den Kollegen dort tauschen wir uns eng aus“, sagt Ann-Kristin Böhme.

Ganz auf Meißen konzentriert ist dagegen ein weiterer Schwerpunkt des neuen Spielplans. Meißner Selbsterkundung steht auf dem Programm: mal auf ernsthafte, mal auf humorvolle Art. „Wir setzen auf Künstler aus der Stadt und der Region“, erklärt die Intendantin. Ein ganz neues Format ist die Show „Kaff und Kosmos“, in der die „Weltstadt“ Meißen die Hauptrolle spielt. Liebevoll-ironisch wollen das die Theaterleute verstanden wissen, auch wenn das Anliegen dahinter ein durchaus ernstzunehmendes ist. „Wir bringen Meißner auf die Bühne, die in die Welt gegangen sind, und Menschen aus aller Welt, die nach Meißen gekommen sind.“

Der Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 28. Mai. An diesem Tag ist Andrang an Kartenschalter und Kartentelefon zu erwarten. Das Meißner Theater richtet eine Sonderöffnungszeit von 10.00 bis 18.00 Uhr ein.