In den Meißner "Akti" zieht wieder Leben ein

Christoph Währer und Mirjam Peschke zeigen die Pläne für den Umbau: Der "Akti" wird zum neuen Haus des "Jesuszentrums" Foto: Grau

Nach dem 2013er Elbe-Hochwasser stand das Lokal lange leer. Jetzt richtet sich dort das Meißner "Jesuszentrum" ein. Der Umbau ist in vollem Gange.

Nur ein paar Meter trennen das alte Domizil vom neuen. Der Ortswechsel des Meißner „Jesuszentrums“ hat sich dennoch über Monate hingezogen. Ihre alten Räume an der Badgasse musste die freikirchliche Gemeinde im Sommer 2013 aufgeben: ein Totalschaden durch das Elbehochwasser. In ihr neues Haus an der benachbarten Elbgasse zog sie ein Jahr später ein. Es ist die frühere Gaststätte „Aktivist“, in der jetzt Bohrhämmer dröhnen und Baustaub stiebt.

„Wir reißen viel von den Einbauten raus, um dann neu aufzubauen“, sagt Gemeinde-Pastor Christoph Währer. Der „Aktivist“ stand nicht nur bei einer, sondern bei allen großen Elbe-Fluten im Wasser. Dennoch habe der Bau gerade das jüngste Hochwasser recht gut überstanden, sagt Währer. Zuletzt war das „Akti“ als Tanzlokal betrieben worden. Zuvor hatte es eine gründliche Instandsetzung gegeben. „Da hatten die Bauherren schon sehr auf die Hochwassersicherheit geachtet. Das kommt uns jetzt zugute.“

Nachdem das Jesuszentrum sein altes Haus in der Badgasse durch die Flut eingebüßt hatte, war die Suche einer neuen Unterkunft nicht einfach. „Ungefähr ein Jahr waren wir auf Wanderschaft“, sagt Mirjam Peschke, die im Gemeindevorstand sitzt. An der Niederauer Straße und im Jugendhaus „KAFF“ im Triebischtal fand man vorübergehend Unterschlupf. „Wir haben in der Zeit gesucht und uns viele Räume angesehen.“ Eine alte Kfz-Werkstatt, ein leer stehendes Autohaus … nichts passte wirklich. Der frühere „Akti“ habe länger auf der „Wunschliste“ der Gemeinde gestanden, so Christoph Währer. In einem Seitenflügel hatte das Jesuszentrum vor der Flut bereits Räume gemietet. Nach dem Hochwasser stand das gesamte Gebäude leer. Nach langen Verhandlungen stimmte der Eigentümer dem Verkauf der Immobilie ans „Jesuszentrum“ zu. „In unserer Gemeinde sind sich alle einig, dass das ein guter Standort für uns ist, auch wenn das Haus immer ein flutgefährdetes sein wird“, sagt der Pastor. „Wir kennen das Risiko und werden vorsorgen.“ Den Kauf des „Akti“ machten schließlich auch Spender möglich.

Einen großen Saal hat die Gemeinde jetzt für ihre Veranstaltungen und Gottesdienste hergerichtet. Der weit größere Teil des Hauses ist derzeit eine Baustelle. Die Pläne für das künftige Aussehen der ehemaligen Gaststätte sind fertig. In drei verschiedene Bereiche werde das Haus gegliedert, so Christoph Währer. „Einer soll für die Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung stehen, ein anderer für alle Veranstaltungen der Gemeinde.“ Der dritte Bereich des „Akti“ sei für die Vermietung und größere Veranstaltungen vorgesehen. Hochzeits- und Familienfeiern könnten dort zum Beispiel stattfinden. „Indem wir für solche Anlässe vermieten, kommen auch Leute ins Haus, die nicht zu unserer Gemeinde gehören“, sagt Währer. „Wir zeigen damit, dass wir zur Stadt gehören.“ Der „Aktivist“ sei den Meißnern wichtig. „Wahrscheinlich knüpft jeder, der über 35 ist, Jugenderinnerungen daran. Das Haus bleibt den Meißnern erhalten.“

Die Kosten für Sanierung und Umbau der früheren Gaststätte werden vermutlich sechsstellig sein, sagen Christoph Währer und Mirjam Peschke. Da ist die Unterstützung des Dresdner Vereins „Arche Nova“ sehr willkommen. Der hilft anderen Vereinen, die 2013 durch die Elbe-Flut geschädigt wurden. Während Kommunen und Firmen nach dem Hochwasser von staatlichen Wiederaufbauhilfen profitieren konnten, waren die Vereine allein auf Spenden angewiesen. „Arche Nova steht uns bei den Sanierungsarbeiten mit einer sechsstelligen Summe zur Seite“, sagt Mirjam Peschke. Die Mitglieder des Jesuszentrums packen bei Arbeitseinsätzen auch selbst mit an. Sie hoffen, dass die Räume, die für die Kinder und Jugendlichen sowie für die Gemeinde genutzt werden sollen, schon Ende des diesjährigen Sommers fertig werden.

Dann steht der Neuaufbau der Kinder- und Jugendarbeit des Jesuszentrums an. An der Badgasse unterhielt die Gemeinde den „Kidstreff“, der allerdings nach der Flut geschlossen werden musste. „Uns fehlten dann einfach die Räume. Die Gemeinde würde gern wieder Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche machen“, so Mirjam Peschke. „Wann wir das aber beginnen können, ist noch unklar.“ Wenn es nach dem Umbau genügend Platz gäbe, müssten erst wieder die passenden Mitarbeiter gefunden werden. Das neue Haus des Jesuszentrums sei aber ideal als Kinder- und Jugendtreff geeignet, sagt Peschke. „Nicht nur innen ist es groß, wir haben auch das passende Außengelände.“ Die Meißner Skaterbahn liegt gleich nebenan.