Böllerschüsse zum Start der Weinlese

Auch das gehört bei der Genossenschaft zur Weinlese-Eröffnung: Kellermeisterin Natalie Weich und "Mostprinzessin" Lilli ernten die ersten Müller-Thurgau-Trauben Foto: meeco communication services/F. Märtig

Die Winzer im Elbland haben in diesem Jahr so zeitig wie noch nie mit der Ernte begonnen. Die Sächsische Winzergenossenschaft pflegt zum Lesestart Traditionen.

Ende August ist im Elbland die Weinlese schon in vollem Gange – so zeitig wie noch in keinem Jahr zuvor. Der Hitzesommer macht es möglich – und doch verzichtet das größte Weingut der Region, die Sächsische Winzergenossenschaft, nicht auf ihre eindrucksvolle Zeremonie zur offiziellen Eröffnung der Erntesaison. Auf dem Genossenschafts-Weinberg am Talkenberger Hof in Coswig wurde die Lese „freigeschossen“.

Die Böllerschüsse, mit denen der Erntebeginn angekündigt wird, kamen von den Mitgliedern des „Meißner Schützenvereins 1460“. Zuvor hatte der Meißner Pfarrer Uwe Haubold der Weinlese kirchlichen Segen zugesprochen. In diesem Jahr könnte die Ernte durchaus eine gute sein. Die sächsischen Winzer berichten, dass die Traubenmenge zwar nur durchschnittlich, die Qualität dafür hervorragend sei.

Wein liebt Sonne: Das zeigte sich auch, als die „Mostprinzessin“ der Winzergenossenschaft, die siebenjährige Lilli, gemeinsam mit Kellermeisterin Natalie Weich das Mostgewicht der Müller-Thurgau-Trauben vom Talkenberger Hof bestimmte. 80 Grad Oechsle wurden im Refraktometer angezeigt: „Damit können wir in diesem Jahr wieder einen Wein in bester Qualität keltern“, so Natalie Weich.

Der „Frühstart“ der 2018er Weinlese sei etwas sehr Besonderes, bestätigt die Kellermeisterin. „Es ist der früheste Lesebeginn, der uns bekannt ist.“ Im vergangenen Jahr habe die Ernte bei der Genossenschaft zehn Tage später begonnen. Die Ergebnisse der 2017er Lese konnte sich sehen lassen: „Für unsere Weine und Sekte haben wir sehr viele Auszeichnungen erhalten“, so Lutz Krüger, der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft. Die Meißner reichten ihre Weine und Sekte nicht nur zur DLG-Bundesweinprämierung, sondern nach längerer Pause auch wieder zur sächsischen Landesweinprämierung ein. Insgesamt holte die Genossenschaft vier Gold-, elf Silber- und elf Bronzemedaillen.