Start für das "PlusBus"-Netz im Landkreis

Auf fünf Bussen der Verkehrsgesellschaft Meißen wird für die neuen "PlusBus"-Linien geworben. Man erkennt sie auch am Plus-Zeichen vor der Liniennummer auf der Fahrtzielanzeige. Foto: Grau

Der Verkehrsverbund Oberelbe führt am 10. Juni die ersten "PlusBus"-Linien sein. Auf diesen gibt es mehr Fahrten, feste Taktzeiten und bessere Anschlüsse.

Das Plus beim Bus gibt es ab dem 10. Juni. An diesem Sonntag starten die neuen „PlusBus“-Linien im Gebiet des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO). Zu ihrer Vorstellung kam eigens Sachsens Wirtschaftsminister nach Meißen. Schön, dass es hier nicht um theoretische Diskussionen, sondern um die praktische Umsetzung eines gut durchdachten Vorhabens gehe, lobte Martin Dulig (SPD).

Dabei sind die acht Buslinien, die ab dem 10. Juni in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge als „PlusBusse“ fahren werden, gar nicht neu. Ihr Fahrtenangebot wird jedoch deutlich verbessert, erklärt VVO-Sprecher Christian Schlemper. „Die 'PlusBusse' fahren in einem dichten Takt: montags bis freitags 15 mal in jede Richtung, an Samstagen mindestens sechs mal und an Sonn- und Feiertagen mindestens vier mal.“

Anders als die meisten anderen regionalen Buslinien dienen „PlusBusse“ nicht zuerst dem Schülerverkehr: Deshalb wird der regelmäßige Takt mit möglichst einprägsamen Abfahrtzeiten auch während der Ferienwochen gehalten. Die „Plus“-Linien bieten zudem weiteren Komfort. An den Umsteigepunkten gibt es kurze Übergangszeiten zu Zügen und anderen wichtigen Busverbindungen. Das Warten auf den Anschluss soll maximal zehn Minuten dauern.

Im Landkreis Meißen starten zunächst die Linien 409 Meißen – Priestewitz – Großenhain, 416 Meißen – Zehren – Lommatzsch, 418 Meißen – Miltitz – Nossen, 421 Meißen – Niederau – Weinböhla und 424 Dresden – Wilsdruff – Klipphausen – Nossen als „PlusBusse“. Am 9. Dezember soll die Linie 477 Dresden – Moritzburg – Radeburg – Großenhain folgen.

Im Nachbarlandkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge wertet der VVO Linien zwischen Dresden, Kesselsdorf und Wilsdruff, zwischen Freital und Dippoldiswalde, Dippoldiswalde und Glashütte und zwischen Dresden und Altenberg auf. Ab Dezember soll es im Landkreis Bautzen auch eine länderübergreifende „PlusBus“-Linie geben: Sie fährt zwischen Hoyerswerda, Spremberg und Cottbus.

Aus den Linienführungen lasse sich das Ziel des „Plus“-Konzepts erkennen, heißt es vom VVO. Der öffentliche Nahverkehr solle auch abseits gut befahrener Schienentrassen aufgewertet werden. „Hier geht es nicht darum, den Nahverkehr in den Ballungszentren oder auf dem Land zu stärken, sondern um die Verbindungen dazwischen“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig. Die „PlusBusse“ verbinden Grund- und Mittelzentren in den Regionen, dazu auch die Mittelzentren mit Großstädten.

Entwickelt wurde das „PlusBus“-Modell in der Leipziger Region. Minister Dulig will es möglichst sachsenweit umsetzen. Auch abseits der Ballungszentren Dresden und Leipzig brauche es einfach zu nutzende Nahverkehrsverbindungen. Er setze da große Hoffnungen in die „PlusBusse“, sagt Dulig. In ganz Sachsen nutzten derzeit rund zwei Millionen Menschen die Linien des öffentlichen Nahverkehrs. Vor allem auf dem Land könne man aber mit verbesserten Angeboten noch deutlich mehr Fahrgäste gewinnen. „Wenn wir das Modell der 'PlusBusse' ausweiten, erreichen wir bis zu einer Million Menschen mehr.“

Für einen dichten Bus-Takt müssen allerdings die Verkehrsverbünde mehr Geld ausgeben. Für die „Plus Busse“ plant der VVO in diesem Jahr rund 40.000 zusätzliche Fahrtkilometer ein. Der Verbund lässt sich das 80.000 Euro kosten. Wenn es in Zukunft ein verbundweites „PlusBus“-Netz gibt, wird das mit bis zu 800.000 Euro jährlich zu Buche schlagen. Hier verweist Sachsens Wirtschaftsminister darauf, dass die noch vor Monaten befürchtete Kürzung der Regionalisierungsmittel des Bundes vom Tisch sei. Der Freistaat investiere in ein gutes Nahverkehrsangebot. So sei zum Beispiel bei der Dresdner S-Bahn dank Unterstützung aus dem Landeshaushalt im Frühjahr der Takt verdichtet worden.

Von den frühen Morgenstunden bis nach Mitternacht: Zwischen Dresden und Meißen funktioniere es schon gut mit den schnellen Verbindungen, meint Dulig. Schwierig werde es aber, wenn man am Meißner Bahnhof stehe und nach Nossen oder Lommatzsch weiterfahren wolle. Mit den „PlusBus“-Linien sollten diese Probleme ab dem 10. Juni Geschichte sein – auch am Wochenende und in den Ferien.