Beraterin findet die Energiefresser im Haushalt

Auch beim Wäschewaschen lässt sich Energie sparen: Beraterin Angelika Baumgardt (li.) erklärt Daniela Kuge, wie das am besten geht Foto: Grau

Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet einen "Energiesparcheck" für Häuser und Wohnungen an. Die individuelle Suche nach Möglichkeiten zum Energiesparen wird gefördert.

Fast alles im grünen Bereich: Der Energieverbrauch von Daniela Kuges Haushalt kann sich sehen lassen. Das hat die Meißner CDU-Landtagsabgeordnete jetzt schriftlich. Das Ergebnis des „Energie-Checks“ ihrer Wohnung kam vor ein paar Tagen per Post.

Angelika Baumgardt, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen, hat die Wohnung nahe Meißen gründlich unter die Lupe genommen. Zum Weltverbrauchertag Mitte März soll das „Energie-Check“-Angebot der Verbraucherzentrale bekannt gemacht werden. Ganz egal, ob prominent oder nicht: Für nur wenige Euro könne jeder diesen Service in Anspruch nehmen, sagt Baumgardt. „Wir schauen vor Ort genau nach, ob und wo sich in einem Hauhalt Energie einsparen lässt.“

Angelika Baumgardt ist Ingenieurin für Gebäudeausrüstung und ausgebildete Energieberaterin. Für die Verbraucherzentrale Sachsen berät sie regelmäßig in Meißen, Riesa und Großenhain Ratsuchende zu Möglichkeiten, den Energieverbrauch im Haushalt zu minimieren. Der „Energie-Check“ vor Ort ist ein weiterführendes Angebot. „Da schaue ich mir bei einem Termin die Wohnung oder das Haus genau an und stelle fest, wo sich noch Energie einsparen lässt.“

Der „Basis-Check“ für eine Wohnung dauert gut eine Stunde, der „Gebäude-Check“ für ein ganzes Haus etwa zwei Stunden. Beim „Heiz-Check“ wird zu zwei Terminen die Heizungsanlage unter die Lupe genommen, beim „Solarwärme-Check“ die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Je nach Umfang der Prüfung zahlen Mieter und Eigentümer zwischen zehn und 40 Euro. Für Ratsuchende mit geringem Einkommen ist die Beratung kostenfrei.

Den größten Teil der Kosten trägt in jedem Fall das Bundeswirtschaftsministerium. Das habe großes Interesse daran, dass Mieter und Immobilieneigentümer möglichst wenig Energie verbrauchen, sagt Christina Siebenhüner, Pressesprecherin der sächsischen Verbraucherzentrale. „Mieter und Eigentümer wollen zumeist Kosten einsparen. Der zweite große Effekt kommt aber der Umwelt zugute: Wer weniger Energie verbraucht, verursacht auch weniger Emissionen und hilft damit, die Klimaziele zu erreichen.“

In dieser Hinsicht macht Daniela Kuge in ihrem Haushalt wohl schon vieles richtig. Der Stromverbrauch sei niedrig, sagt Energieberaterin Angelika Baumgardt. Dazu trügen moderne Haushaltsgeräte bei. Neue Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verbrauchen meist weniger Energie als solche, die vor Jahren gebaut wurden. Allerdings komme es auch auf die richtige Nutzung an. Für Kühlschränke sei eine Innentemperatur von 7 Grad ideal. Bei Geschirrspülern sollten Nutzer lang laufende Programme mit geringem Energieverbrauch bevorzugen. Für das Wäschewaschen reichten zumeist niedrige Temperaturen und geringe Drehzahlen beim Schleudern.

„Beim Kühlen und Geschirrspülen verbrauche ich wenig Energie“, sagt Daniela Kuge und wird dabei vom „Energie-Check“ bestätigt. „Neu war mir, dass das Wäscheschleudern viel Strom verbraucht. Ich nehme jetzt eine niedrigere Drehzahl.“

Haushaltsgeräte im Standby-Betrieb, Wasserbetten oder Aquarien mit Wasserheizung: Das seien wahre Stromfresser, sagt Angelika Baumgardt. Für die Beleuchtung empfiehlt sie moderne LED-Lampen. Die hätten einen niedrigen Stromverbrauch und enthielten, anders als Energiesparlampen, kein Quecksilber.

Der „Energie-Check“ beschränkt sich aber nicht nur auf Haushaltsgeräte und den Stromverbrauch. Angelika Baumgardt schaut auch auf die Dämmwerte von Außenwänden und Dach, auf Wärmebrücken an Türen, Fenstern und Jalousienkästen, auf die Heizungsanlage. Manche „Energie-Lücke“ lasse sich mit einfachen Mitteln schließen, manche nur mit einem aufwendigen Umbau oder Austausch, sagt die Beraterin.

Ergebnis des „Energie-Checks“ ist kein Gutachten, sondern eine schriftliche Handlungsempfehlung für die Mieter oder Eigentümer. Die berücksichtigt auch, ob der Aufwand für bestimmte Energiespar-Maßnahmen angemessen ist. „Am Ende wägt der Ratsuchende ab, was sich für ihn lohnt“, sagt Angelika Baumgardt. Manchmal braucht es finanzielle Unterstützung, wenn eine alte Heizungsanlage oder Fenster ausgetauscht werden müssen. In der Energieberatung der Verbraucherzentrale werden auch Tipps zu Förderprogrammen für ressorucensparende Sanierung und Bau gegeben.

Nähere Informationen über die Energieberatungen und den „Energie-Check“ der Verbraucherzentrale Sachsen gibt es unter Telefon 0800/809802400.