Kündigungen, Ärger und ein neues Angebot

Die Niedrigzinspolitik macht nicht nur den Bankkunden, sondern auch den Banken zu schaffen. Die Meißner Sparkasse spart nun beim "Prämiensparen". Foto: Archiv

Die Sparkasse Meißen hatte ihren Kunden das lukrative "Prämiensparen" gekündigt. Nach Kritik nimmt sie diese Entscheidung nun teilweise zurück.

In Zeiten niedriger Zinsen war das „Prämiensparen“ für Kunden der Sparkassen sehr attraktiv. Wer einen solchen Vertrag abgeschlossen hatte, bekam zwar in den ersten Jahren kaum Zinsen auf eingezahltes Geld, später aber umso mehr. Ab einer bestimmten Laufzeit waren je nach Sparkasse Prämien von bis zu 50 Prozent auf eingezahlte Beträge drin. Nach Jahren der Niedrigzinspolitik sind etlichen Sparkassen diese Verträge aber nun zu teuer. Sie wollen ihren Kunden das „Prämiensparen“ kündigen.

Auch die Sparkasse Meißen verschickte in den vergangenen Wochen Kündigungsbriefe. Sie löste damit Protest der betroffenen Kunden aus – und rudert nun teilweise zurück. Hier verkündet die Verbraucherzentrale das Ergebnis neuer Überlegungen der Sparkasse Meißen. Langfristige „Prämienspar Flexibel“-Verträge mit fester Laufzeit sollen nun doch nicht gekündigt werden. „Verträge mit fester Laufzeit, in denen zum Beispiel eine Dauer von 360 Monaten vereinbart wurde, können grundsätzlich nicht vor Ablauf dieser vereinbarten Zeit gekündigt werden. Hier ist der Sparkasse Meißen mit den Kündigungen ein Fehler unterlaufen, der nun korrigiert wird“, so die Verbraucherzentrale zur Entscheidung der Meißner Sparkasse.

Bestehen bleiben sollen aber die Kündigungen für Verträge ohne feste Laufzeit. Kunden mit solchen Verträgen will die Meißner Sparkasse ein alternatives Angebot unterbreiten: einen Sparbrief mit einem Festzins von 1,40 Prozent per annum und einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2018. Wenn in diesem Jahr noch ein Anspruch auf den Bonus aus dem alten Prämiensparvertrag entstanden ist, soll diese Prämie den Kunden noch gutgeschrieben werden.

Die Verbraucherzentrale sieht das teilweise Einlenken der Sparkasse Meißen positiv. Sie empfiehlt den nach wie vor von der „Prämienspar“-Kündigung betroffenen Kunden, das alternative Angebot zu prüfen. Da die Rechtslage hier weniger klar sei und Verbraucher häufig den Weg einer gerichtlichen Klärung scheuten, lohne sich das für diesen Personenkreis.

In Sachsen haben noch weitere Sparkassen „Prämienspar“-Verträge gekündigt. Nach Interventionen der Verbraucherschützer lenkte neben der Meißner auch die Leipziger Sparkasse teilweise ein. Anders die Sparkasse Zwickau: Gegen sie will nun die Verbraucherzentrale gemeinsam mit von der Kündigung betroffenen Kunden klagen.