Arbeitslosigkeit: Vier Monate in Folge sinkende Quoten

Im Landkreis Meißen sinkt die Zahl der Arbeitslosen schon seit längerem. Nun meldet die Arbeitsagentur für die Region erstmals seit Jahren weniger als 8.000 Menschen ohne Job.

Sinkende Arbeitslosenzahlen: Das gibt es aktuell auch im Landkreis Meißen - und erstmals seit Jahren weniger als 8.000 erwerbslose Frauen und Männer. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Riesa waren Ende Juni 7.932 Arbeitslose gemeldet: 206 weniger als noch im Monat zuvor. Damit sank die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis den vierten Monat in Folge. Die offizielle Quote liegt nun bei 6,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 7,0 Prozent.

Im Gegenzug sei die Zahl der offenen Stellen gestiegen, heißt es von der Agentur. In der ersten Hälfte dieses Jahres habe man in der Region 4.200 freie Arbeitsplätze gemeldet bekommen: gut 260 mehr als im ersten Halbjahr 2016. „Insbesondere Arbeitgeber aus dem Bereich des verarbeitenden Gewerbes, des Gesundheits- und Sozialwesens sowie der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sind auf der Suche nach Personal“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa, Petra Schlüter.

Von Arbeitgebern sehr gefragt seien Auszubildende. Im aktuellen Jahrgang 2016/17 meldeten sich bis Ende Juni 1.595 Mädchen und Jungen als Bewerber für eine Lehrstelle. Das seien 123 Bewerber mehr als im Vorjahr, heißt es von der Agentur. In der gleichen Zeit habe man im Landkreis 1.405 offene Ausbildungsstellen gemeldet bekommen: 153 mehr als im Vorjahr. Derzeit seien noch knapp 560 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle oder einer Alternative. 695 der gemeldeten Stellen seien noch nicht endgültig besetzt.

Die Arbeitslosigkeit sinkt – aber nicht bei allen Gruppen von Betroffenen gleichermaßen. Menschen, die weniger als ein Jahr arbeitslos waren – im Landkreis ohnehin die kleinere Gruppe der aktuell Arbeitslosen – fanden schneller wieder eine Beschäftigung, als die sogenannten „Langzeitarbeitslosen“, die vom Jobcenter des Landkreises betreut werden. Die Riesaer Arbeitsagentur war Ende Juni für 2.096 Arbeitslose zuständig: 123 weniger als noch einen Monat zuvor. Das Jobcenter betreute Ende Juni 5.836 Arbeitslose: 83 weniger als Ende Mai.

Unterschiedlich hoch ist die Arbeitslosenquote auch in den einzelnen Regionen des Landkreises Meißen. Der Altkreis Riesa verzeichnete Ende Juni mit 7,9 Prozent die höchste Quote. In den Altkreisen Großenhain und Meißen lag die Quote jeweils bei 6,7 Prozent. In und um Radebeul herrschte bei einer Quote von 4,5 Prozent so gut wie Vollbeschäftigung.

Sind die sinkenden Arbeitslosenzahlen ein Effekt sogenannter „arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen“? Dazu ein Blick auf die Quote der „Unterbeschäftigung“: Mit ihr werden nicht nur die arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer erfasst, sondern auch alle, die aktuell Weiterbildungen absolvieren, zur Erprobung in Betrieben arbeiten oder Ein-Euro-Jobs erledigen. Im Juni waren das im Landkreis 1.826 Menschen. Dazu kommen noch 505 Frauen und Männer, die beruflich „aktiviert“ oder eingegliedert wurden und 89 Menschen, die Gründungszuschüsse erhielten. Als „unterbeschäftigt“ gelten somit im Landkreis aktuell 8,2 Prozent der Erwerbsfähigen: 0,2 Prozent weniger als noch einen Monat zuvor.