Schüler schnitzten neue Möbel für den Kaendlerpark

Sitzt sich gut: die Schüler Nils Sommerfeldt und Julian Ribbeck (vorn, v.li.), Holzgestalter Peter Kanis (hinten, li.) und OB Olaf Raschke bei der Einweihung der neuen Möbel Foto: Grau

Der kleine Park an der Meißner Altstadtbrücke hat neue Bänke bekommen. Es sind keine Möbel "von der Stange".

Ruheoase an der Meißner Altstadtbrücke? Da stören nur die Verkehrsgeräusche. Sonst ist im kleinen Kaendlerpark am Brückenkopf nun da, was das Herz Erholungssuchender begehrt. Ausnehmend schöne, extravagant gestaltete Bänke aus geschnitztem Robinienholz. Auf ihnen kann man sitzen, liegen, laufen, lümmeln, spielen.

Genau so haben sich das die Schöpfer der Bänke vorgestellt. Schüler der Meißner Freien Werkschule haben die neuen Möbel für den Kaendlerpark unter Anleitung des Gauernitzer Holzgestalters Peter Kanis angefertigt. Nils Sommerfeldt und Julian Ribbeck sind zwei von ihnen.

Mit 14 anderen Schülern begannen sie im Herbst 2016 ihre Arbeit. Zuvor hatte Oberbürgermeister Olaf Raschke Kontakt zur Freien Werkschule geknüpft: Bei einem Besuch auf dem Schulgelände am Crassoberg hatte er gesehen, welche ausgefallenen Holzmöbel die Schüler dort unter Anleitung von Peter Kanis schnitzen. Die ersten Ideen, die der Holzgestalter und die Schüler für den Kaendlerpark entwickelten, sahen noch einen Spielplatz vor. Nach und nach schob sich der Gedanke in den Vordergrund, dass die Möbel für den kleinen Park zwar auch bespielt werden können, aber doch vor allem Ruhemöglichkeiten bieten sollen.

Übungen im Schnitzen, der Entwurf von Ornamenten erst in Ton, dann in Holz. Das Entwerfen der Bänke, die Arbeit an den großen Robinienstämmen, schließlich der Aufbau im Park: „Das haben wir alles in der Gruppe zusammen gemacht“, sagt Julian Ribbeck. „Vor allem die Arbeit mit Holz hat uns gefallen“, ergänzt Nils Sommerfeldt.

Die Stadt hat für die neuen Kaendlerpark-Möbel Geld investiert, dass aus den Ausgleichsbeträgen im Sanierungsgebiet Altstadt stammt. Auch der Erlös der Fahrradversteigerung im Mai auf dem Heinrichsplatz floss in das Vorhaben.

Allerdings: Wurde hier schon der zweite Schritt vor dem ersten gemacht? In dem kleinen Park sind nämlich noch weitere Arbeiten vorgesehen. Er soll grundlegend umgestaltet werden, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. Derzeit sei ein Planungsbüro beauftragt, Möglichkeiten zur Neugestaltung zu entwickeln. Dass die neuen Möbel schon vorher aufgestellt wurden, sei dem Lehrplan an der Freien Werkschule geschuldet. In ihm war das Projekt des „Bewegungsgartens“ im Kaendlerpark im Schuljahr 2016/17 fest eingeplant. Die Stadt hat derweil noch Abstimmungsbedarf, wie der Park nun künftig aussehen soll.