Berliner Künstler gewinnen den Wettbewerb

Blau und weiß, mit Malereien und Mosaiken: So wollen die Berliner Künstler die Wände der Passage neu gestalten Bild: Stadt Meißen

Die Gruppe "fehlformat" gestaltet eine Fußgängerpassage im Meißner Stadtzentrum neu. Ihr Entwurf gefiel der Jury des Gestaltungswettbewerbs der Stadt am besten.

Die Gruppe „fehlformat“ aus Berlin wird die Fußgängerpassage zwischen Neugasse und Neumarkt in Meißen neu gestalten. Sie ist Gewinnerin des diesjährigen Meißner Gestaltungswettbewerbs.

Der Vorschlag der Gruppe überzeugte die Jury. Die Künstler wollen die Wände des Durchgangs mit einem Zeitstrahl versehen: Er soll die Meißner Stadtgeschichte von der Gründung bis zur Moderne abbilden. Illustriert wird er mit Motiven wie einem Stadtplan aus der Gründerzeit, dem Dom, der Weinbau-Tradition und dem Meissener Porzellan. Die Wände des Durchgangs bekommen dabei nicht nur Malereien, sondern auch Fliesen- und Porzellanmosaiken. Die Grundfarben sind in Anlehnung an das Meissener Porzellan Weiß und Blau.

Zur Gruppe „fehlformat“ gehören mehrere freischaffende bildende Künstler. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Malerei, Drucktechniken, Fotografie, Skulptur und Kunst am Bau. Schon mehrfach haben sie großflächige Wandgestaltungen umgesetzt – unter anderem am Hauptbahnhof in Halle (Saale), an Berliner Hausfassaden und im Diakonie-Zentrum Kassel. Für ihre Arbeit in Meißen bekommen die Künstler 20.000 Euro. Die Umsetzung ist bereits für den Spätsommer geplant.

Der Meißner Gestaltungswettbewerb unter Regie der Stadtverwaltung und des kommunalen Wohnungsunternehmens SEEG wurde bereits zum zweiten Mal ausgetragen. In jedem Jahr sind Künstler aufgerufen, Ideen für die Gestaltung eines bestimmten Ortes in der Stadt einzureichen. Eine Jury wählt dann den Entwurf aus, der umgesetzt werden soll. Mit dem Wettbewerb sollen dauerhafte Kunstwerke verschiedener Art im öffentlichen Raum geschaffen werden.

In der ersten Wettbewerbsrunde 2017 war der Pylon der Altstadtbrücke mit einem Bild versehen worden. In diesem Jahr hatten Stadt und SEEG das Preisgeld, mit dem die Sieger schließlich ihre Entwürfe umsetzen, von 5.000 auf 20.000 Euro erhöht. „Wir wollen einen Wettbewerb, der für professionelle Künstler attraktiv ist“, so Stadtmarketing-Chef Daniel Friedel. Über Kunstvereine, Künstlerverbände und Kunsthochschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin wurde um Teilnahme gebeten: In diesem Jahr gab es dann auch Bewerbungen aus ganz Deutschland. Insgesamt 15 Entwürfe wurden eingereicht.