Gewichtheber weihen die Athletikhalle mit Turnier ein

Meißens frühere Schwimmhalle im Heiligen Grund wurde zur modernen Athletikhalle umgebaut. In ihr kämpfen Gewichtheber im Mai um den "Pokal der Blauen Schwerter".

Die Gewichtheber sind froh, Oberbürgermeister Olaf Raschke ist es ebenfalls. Nur glückliche Gesichter bei der Einweihung von Meißens neuster Sportstätte. Oder besser: einer wieder erstandenen Sportstätte, an deren neue Nutzung vor einigen Jahren noch nicht zu denken schien.

Nun gab es den ersten offiziellen Rundgang durch Meißens neue Athletikhalle, die einst die Schwimmhalle der Stadt war. Das Gebäude im Heiligen Grund war seit der Errichtung in den Jahren der DDR doppelt genutzt: links eine große Sporthalle, rechts die Schwimmhalle mit 25-Meter-Bahnen. Nachdem Meißens neues Bad in Bohnitzsch gebaut war, wurde die alte Schwimmhalle geschlossen. Die Zukunft der Kombi-Halle im Heiligen Grund stand auf der Kippe. Die Stadt entschloss sich schließlich zur Sanierung – jedoch noch ohne Idee zur Nutzung des Schwimmhallenteils. Tür an Tür mit der umgebauten und gut genutzten Sporthalle stand das ehemalige Bad mehrere Jahre lang leer.

OB Olaf Raschke erinnert an das Hin und Her um den noch ausstehenden Umbau: „Ursprünglich hatten wir auch in dem Teil eine normale Sporthalle geplant. Das Schwimmbecken haben wir dafür schon verfüllen lassen.“ Doch wenig später sei klar geworden, dass in Meißen mehr Platz für Sportarten mit speziellen Anforderungen gebraucht werde. Den bietet nun die neue Athletikhalle.

Gewichtheber vom Athletikclub Meißen (AC), Kickboxer und Karatesportler werden sie nutzen. An die frühere Schwimmhalle erinnern noch Fliesen an einer Stirnwand. Das Wasserbecken wurde wieder ausgebaggert: Wo es sich befand, wurden zwei nutzbare Ebenen in die Halle eingezogen. Auf der oberen können zum Beispiel Gewichtheberturniere wie der „Pokal der Blauen Schwerter“ ausgetragen werden. Eine Etage darunter haben die Athleten moderne Trainingsräume – dank neuer großer Hallenfenster mit Tageslicht.

Umgebaut wurde auch der Sanitärtrakt der Halle. Große Umkleiden für die Sportler, eine Sauna, Arzt- und Trainerzimmer gibt es hier. Der Athletikclub Meißen bezieht in der Halle einen neuen Vereinsraum. „Wir wollten mit dem Umbau nicht nur eine neue Sportstätte schaffen, sondern auch das Vereinsleben fördern“, sagt der OB.

Der AC nahm gern an und wird im März aus der alten, nur ein paar Meter entfernten „Gewichtheberhalle“ ins neue Domizil umziehen. „Wir wollen die neue Halle am 7. April mit einem Gewichtheberwettkampf gegen Rodewisch-Plauen eröffnen“, sagt Jürgen Grellmann vom AC Meißen. Das sei aber nur ein Vorspiel zur eigentlichen großen Premiere des neuen Domizils. Am 12. Mai wird in der Athletikhalle der nächste Wettkampf um den „Pokal der Blauen Schwerter“ ausgetragen. Zu diesem internationalen Gewichtheber-Turnier haben sich bereits Teams aus elf Ländern angemeldet. „Es kommen Weltmeister, Europameister und Olympiasieger nach Meißen“, sagt Jürgen Grellmann. Beim Wettkampf im April werde man den Turnierort testen und habe dann noch Zeit, bis zum 12. Mai eventuelle Verbesserungen vorzunehmen.

Auch wenn die Athletikhalle Spezialausstattungen für das Gewichtheben bekommen hat, ist sie multifunktional nutzbar. Die Tribüne eigne sich zum Beispiel auch für den Aufbau des Kampfrings, den die Kickboxer benötigen, so Oberbürgermeister Olaf Raschke. Insgesamt investierte die Stadt 1,7 Millionen Euro in den Umbau der alten Schwimmhalle. 623.000 Euro steuerte der Freistaat als Förderung bei.

Mit der Inbetriebnahme der Athletikhalle wird im Heiligen Grund eine alte Sportstätte frei. Die Zukunft der ebenfalls aus DDR-Zeiten stammenden „Gewichtheberhalle“ ist offen. Eine Komplettsanierung wie bei der Kombi-Halle lohne sich nicht. Der Abriss sei eine Option, so Meißens OB. „Bei der Gewichtheberhalle werden wir die geforderten Dämmungswerte nicht hinbekommen. Möglich wäre es aber, sie zu erhalten und als ‚Kalthalle’ für andere Sportarten zur Verfügung zu stellen.“ Anfragen von Meißner Sportvereinen gäbe es bereits. „Wir sind für Vorschläge und Ideen offen.“