SEEG baut neue Kita in der Mannfeldstraße

Meißens kommunales Wohnungsunternehmen SEEG will 2018 zwei Neubau-Vorhaben starten Foto: Archiv

Meißens kommunales Wohnungsunternehmen hat sich in der Standortfrage entschieden. Auch im Wohnungsbau beginnt die SEEG ein neues Projekt.

Die Entscheidung ist gefallen. Meißen Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft SEEG baut eine neue Kindertagesstätte an der Mannfeldstraße. Der ursprünglich avisierte Standort an der Dresdner Straße unweit des Weinguts Mariaberg ist damit aus dem Rennen.

„Unsere Bauvoranfrage für die Dresdner Straße ist immer noch offen“, sagt SEEG-Geschäftsführerin Birgit Richter. „Die Kita-Plätze werden aber dringend gebraucht. Wir dürfen mit dem Bau keine Zeit mehr verlieren.“ Die Mannfeldstraße, an der bis vor wenigen Jahren noch eine Kindertagesstätte betrieben wurde, sei im Gegensatz zum Standort Dresdner Straße eine sichere Variante. Deshalb habe man sich nun entschieden, die neue Kita dort errichten zu lassen.

Die Standortsuche hatte in den vergangenen Wochen einigen Wirbel ausgelöst. Zwar hatten SEEG und Stadtverwaltung stets betont, dass man alle geeigneten Grundstücke für den Neubau in Betracht ziehe. Doch die Dresdner Straße galt als bevorzugte Variante – bis sich Anja Fritz, die Chefin des Weinguts Mariaberg, zu Wort meldete. Sie warnte vor Risiken, wenn eine Kindertagesstätte so dicht am Weinberg gebaut werde: Im Weinbau würden auch Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Konflikten zwischen Winzerhandwerk und Kinderbetreuung geht die SEEG mit der Entscheidung für die Mannfeldstraße aus dem Weg. Dennoch falle der Abschied von der Variante Dresdner Straße nicht leicht, sagt SEEG-Geschäftsführerin Birgit Richter. „Ich bedauere das Aus für diesen Standort sehr. Eine Kita am Weinberg wäre interessant gewesen. Dort hätte man die Naturnähe und das Winzerhandwerk gut ins Konzept einbeziehen können. Es gab auch Überlegungen, Verbindungen zwischen der Kita und einer Einrichtung für betreutes Wohnen in der Nähe zu knüpfen.“

Stattdessen konzentriere man nun alle Aufmerksamkeit auf die Planungen am anderen Ort. SEEG-Chefin Birgit Richter: „An der Mannfeldstraße wird der alte Kindergarten abgerissen und dafür ein neuer gebaut.“ Bis zu 96 Kinder sollen in dieser Einrichtung künftig betreut werden – 36 im Krippen- und 60 im Kindergartenalter. Die neue Kita hilft Meißen, das gesetzlich vorgegebene Betreuungsangebot zu schaffen. Durch steigende Geburtenzahlen und Zuzug stieg zuletzt die Anzahl der Kinder in Meißen. Die Stadt, die den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung einzulösen hat, geriet trotz Neubauten mit ihren Kita-Kapazitäten wieder ins Hintertreffen.

Die Planungen für das neue Gebäude seien zum großen Teil abgeschlossen, so Birgit Richter. Derzeit lasse man das Grundstück exakt vermessen: als Grundlage für die Pläne zur Neugestaltung des Außengeländes und der Zufahrt. Solange die noch nicht vorliegen, gebe es nur eine Kostenschätzung für den Kita-Neubau. „Wir rechnen mit einer Investition von rund 2,5 Millionen Euro.“

So bald wie möglich sollen die Bauarbeiten an der Mannfeldstraße beginnen. „Wenn wir ohne Verzögerungen die Baugenehmigung bekommen, können wir am Ende des Sommers starten“, so Birgit Richter. Sie rechne mit mindestens 15 Monaten Bauzeit. Bei der Planung der neuen Kita zahle es sich aus, dass man bereits jetzt eng mit dem künftigen Träger zusammenarbeite. Betreiber der Einrichtung wird die Volkssolidarität sein.

„Bei der Auswahl des Trägers hat uns die Stadt unterstützt“, sagt die SEEG-Chefin. „Unser Kontakt zur Volkssolidarität ist eng: Wir haben schon das Raumprogramm der neuen Kita gemeinsam festgelegt.“ Mit dem Bau an der Mannfeldstraße geht Meißens kommunales Wohnungsunternehmen auf neues Geschäftsgebiet.

Im Kerngeschäft des Unternehmens, dem Wohnungsbau, wird in diesem Jahr ebenfalls Neues begonnen. Der erste Nachwende-Neubau der SEEG auf dem Kalkberg wird im Frühjahr fertig. Ihm folgt ein zweiter, größerer im selben Stadtteil. „Wir bauen am Kalkberg Ecke Zaschendorfer Straße neu“, kündigt Birgit Richter an. Ein fünfgeschossiges und ein zweigeschossiges Gebäude entstehen auf einem Grundstück, das der SEEG gehört. Sie bieten Platz für 22 Wohnungen und drei Ladengeschäfte. Der Baustart ist in den nächsten Wochen geplant, Fertigstellung soll im Herbst 2019 sein. Die SEEG investiert gut fünf Millionen Euro. „Das ist unser größtes Bauvorhaben nach der Wende“, sagt Birgit Richter.