Hin und Her um den Radweg auf Neugasse

Der Umbau der Meißner Neugasse steht bevor. Ob dabei auch ein stadteinwärts führender Radweg entstehen wird, ist noch offen. Foto: Archiv

Wie sollen Radler künftig vom Triebischtal ins Meißner Zentrum fahren? Die geplante Führung des Radwegs auf der Neugasse sorgt - wieder einmal - für Diskussionen.

Radfahren ist auf der Neugasse erlaubt: allerdings nur in eine Richtung. Wie die Autofahrer dürfen Radler auf der Einkaufsstraße nur stadtauswärts unterwegs sein. Seit Monaten beschäftigen sich Meißens Stadträte damit, das zu ändern. Mit dem geplanten Umbau der Neugasse sollte der Zwei-Richtungs-Radverkehr eingeführt werden … oder doch nicht?

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden die Zeichen für das Änderungsvorhaben wieder auf Rot gestellt. Eine neue Diskussionsrunde im städtischen „Arbeitskreis Radverkehr“ steht an – obwohl das Thema dort schon debattiert und wohl mehrheitlich abgesegnet wurde. Offenbar kann dieses Votum aber nicht alle Kritiker überzeugen.

So fürchtet zum Beispiel Händlerin Simone Rolle, dass mit der geplanten Führung des Radverkehrs ein erhebliches Risiko geschaffen wird. „Dort wären Unfälle vorprogrammiert.“ Nach dem Umbau der Straße sollen Radler stadtauswärts auf der auch von Autos und Bussen genutzten Spur mitrollen. Für den stadteinwärts führenden Radverkehr würde zwischen Wettinstraße und Rossmarkt eine separate Spur markiert. Das Problem: Nach den derzeitigen Planungen verläuft sie auf der Straße neben Auto-Parkbuchten. Wenn Autos sich dort wieder in den fließenden Verkehr einfädeln wollen, könnten sie entgegenkommende Radler allzu leicht übersehen, meint nicht nur Simone Rolle.

Nico Riefling gehört zur Stadtratsfraktion der CDU, die den Zwei-Richtungs-Verkehr zuletzt noch befürwortet hatte. Das hat sich nun geändert. Die CDU wollte die gemeinsam mit der Fraktion Grüne/SPD/Freie Bürger eingebrachte Beschlussvorlage nun wieder zurückziehen. Riefling: „Wir haben massive Bedenken.“

Anders Grünen-Fraktionschef Heiko Schulze. Die Öffnung der Neugasse für Radverkehr in beide Richtungen sei ursprünglich im Verkehrskonzept von 2013 enthalten gewesen. „Die Straße ist dafür ausreichend breit.“ Die Bedeutung des Radverkehrs nehme auch in Meißen stetig zu, eine einfach zu befahrende Verbindung vom Triebischtal in die Stadt werde gebraucht. In Meißen möge es als „Revolution“ erscheinen, eine Einbahnstraße für Radler in beide Richtungen zu öffnen. Anderswo sei das längst Standard. Auch externe Fachleute hätten im Arbeitskreis dargelegt, dass die Öffnung der Neugasse möglich sei. Studien stützten die Ansicht, dass die Unfallgefahr dadurch nicht steige.

Das wollten die übrigen Mitglieder des Bauausschusses nicht gelten lassen. Noch einmal soll nun mit Fachleuten im Arbeitskreis die künftige Radwegführung auf der Neugasse debattiert werden. Denkbar erscheint nun wieder, den stadteinwärts führenden Radverkehr auf andere Straßenzüge zu lenken. Vorgeschlagen wird zum Beispiel die Görnische Gasse.

Der Umbau der Neugasse soll in diesem Jahr beginnen. Die Frage des künftigen Radwegs beeinflusse den Bauablauf nicht, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. „Das ist am Ende eine Sache der Markierung.“ Das Thema Neugassen-Radweg steht nun auch bei der nächsten Sitzung des Meißner Stadtrats auf der Tagesordnung. Sie findet am Donnerstag, dem 8. Februar, ab 17.00 Uhr im Rathaus statt.