Plossen-Ausbau: Initiative macht Druck

Meißens Stadtspitze hat noch nicht auf die Kritik am geplanten Plossen-Ausbau reagiert. Die "Bürger für Meißen" machen Druck und wollen nun selbst zum Thema informieren.

Eine Tonnagebegrenzung für die Plossen-Auffahrt: Das gehört zu den Forderungen, die die Initiative „Bürger für Meißen – Meißen kann mehr“ an Oberbürgermeister und Stadtrat stellt. In einem offenen Brief kritisiert sie nun scharf, dass die Verwaltungsspitzen und die meisten Räte angesichts der Kritik am Planfeststellungsverfahren für den Plossen-Ausbau „kommentarlos auf Tauchstation“ gingen und Kommunikation verweigerten.

In dem offenen Brief setzt sich die Initiative auch mit Äußerungen des für den geplanten Ausbau zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) auseinander. LASuV-Chef Holger Wohsmann hatte der nach der öffentlichen Kritik an den ausgelegten Plänen der Tagespresse ein Interview gegeben. Die Initiative hält das Ausbauvorhaben für zu massiv: Auf der stark verbreiterten Straße werde Schwerlastverkehr erst in die Meißner Innenstadt gelockt.

LASuV-Chef Wohsmann hatte angegeben, sein Amt dürfe keinen Abschnitt der Staatsstraße für Lkw sperren. „Das ist insofern richtig, als eine Tonnage-Begrenzung durch die Stadt Meißen vorgenommen werden müsste, nicht durch das LASuV“, kontert nun die Initiative. Meißens OB Raschke habe diese Begrenzung erst 2014 selbst öffentlich gefordert. Verkehrsrechtsexperten wiesen darauf hin, dass eine Sperrung zumindest in der derzeitigen Situation bis zum Abschluss der Sanierung mit der entsprechenden Begründung jederzeit möglich und juristisch durchsetzbar sei. Weiter kritisiert die Initiative in dem Schreiben, dass das LASuV aus ihrer Sicht mit veralteten Verkehrszahlen operiert.

Die Gruppe fordert, dass sich OB und Stadträte den Fragen der Meißner zum geplanten Plossen-Ausbau stellen. Weil es von dieser Seite aber bisher noch keine Reaktion gegeben habe, werde die Initiative selbst in den nächsten Tagen die Anmietung des Meißner Ratssaals beantragen. Dort solle dann eine Veranstaltung zum Thema stattfinden, zu der die Initiative den OB und die Räte einladen will.