Meißner Stern erinnert an Sankt Afra

Den kleinen Afrastern kann Georg Krause bequem in die Hand nehmen. Das Exemplar, das nun im Kirchenschiff der Afrakirche hängt, ist dagegen mannshoch. Foto: Grau

Georg Krause entwarf den "Afrastern" als Symbol für die Namensgeberin der Meißner Kirche und Kirchgemeinde. Im Kirchenschiff hängt jetzt ein mannshohes Exemplar.

Afra ist ein besonderer, ein ungewöhnlicher Name. „Einer, bei dem die Leute hinhören“, sagt Georg Krause. Doch wer weiß heute noch, wer die einst berühmteste Namensträgerin war? In Meißen sind eine Kirche und eine evangelische Kirchgemeinde nach der heiligen Afra benannt: einer zyprischen Königstochter mit bewegtem Leben.

Die Legende sagt, dass sie einst auf verschlungenen Wegen durchs Römische Reich nach Augsburg gelangte, wo sie ihr Leben als Prostituierte fristen musste. Afra wurde eine der ersten Christinnen, die ihrem Glauben trotz Verfolgung treu blieb. Im Jahre 304 soll sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt worden sein. In den Flammen habe sich ihre Seele vom Körper getrennt und sei als Taube in den Himmel geflogen. Im Jahre 1064 wurde die Märtyrerin Afra heilig gesprochen.

Georg Krause kennt diese Geschichte gut. Er hat sie gelesen und erzählt. Sie hat ihn zu einem Kunstwerk inspiriert. Er hat den Meißner „Afra-Stern“ entworfen, der an die Heilige erinnern und gleichzeitig ein Symbol für die hiesige Afra-Kirche und Afra-Gemeinde sein soll.

Im handlichen Kleinformat ist der „Afra-Stern“ schon seit einigen Jahren bekannt: als Bastelset aus Papier oder schon fertig aus Metall. Jetzt kann man ihn in beeindruckenderen Dimensionen sehen. In der Afra-Kirche wurde Anfang August ein mannshoher Afra-Stern unter der Decke aufgehängt.

„Es gibt den Spruch, nach dem Menschen, die der Gerechtigkeit dienen, wie Sterne leuchten“, sagt Georg Krause. Bei der Konstruktion des „Afra-Sterns“ hat der Architekt und Kirchenvorsteher der Meißner Afra-Gemeinde Geometrie, Mathematik und Theologie zusammengebracht. Sein Stern ist aus vier sechseckigen Sternenformen zusammengesetzt. „Es gibt vier Himmelrichtungen und Jahreszeiten. Die Bibel spricht von sechs Tagen, an denen Gott die Welt schuf“, sagt Krause. Die 24 Spitzen des Sterns könnten als Symbol für die zwölf Propheten und die zwölf Apostel gesehen werden.

Jenseits der Zahlensymbole ist der mannshohe „Afra-Stern“ eine anspruchsvolle technische Konstruktion. Gefertigt ist er aus Aluminium: Das spart Gewicht. Die Blechbearbeitungsfirma von Dieter Feld aus Coswig-Neusörnewitz lieferte die nötigen Bogenteile, Koppelstücke und die Messingschrauben. Für die goldene Grundfarbe des Sterns sorgte die Firma „Flugzeug-Galvanik Dresden“. Sie eloxierte die Aluminiumteile.

Ein Clou des „Afra-Sterns“ ist die eingebaute Beleuchtung. Bei Dämmerung und Dunkelheit schimmern die Kanten des Sterns in Weiß. Dafür wurden LED-Leuchten eingebaut: insgesamt über 1.500 Stück.

Georg Krause freut sich auf die Wirkung des Sterns in der Kirche, deren jüngste Sanierung er vor einigen Jahren leitete. „Wir bekommen ein Erinnerungszeichen an Afra ins Zentrum dieser Kirche. Der Stern steht aber auch als Sinnbild für unsere Gemeinde.“ Was sein Bau kostete, will Krause nicht sagen. Nur soviel: Das benötigte Geld sei durch den Verkauf von Afra-Stern-Bastelbögen und kleiner Metall-Sterne bereits fast wieder eingespielt. Auch Spender hätten dazu beigetragen, dass in der Afra-Kirche ein „Afra-Stern“ leuchtet. Am Sonntag, dem 6. August, wurde er im Gottesdienst feierlich eingeweiht.