Bald wieder Spiel und Rast im Stadtwald

Probe-Rast auf den neuen Bänken im Stadtwald: Dabei diskutiert Planerin Katrin Diersche mit OB Olaf Raschke (li.) und Bauhof-Chef Steffen Petrich die Pläne zum Wiederaufbau des Spielplatzes am Weg zur Hohen Eifer Foto: Grau

Nach den Verwüstungen durch die Schlammflut geht die Stadt Meißen nun eines der letzten Wiederaufbau-Vorhaben an. Der Spielplatz am Weg zur Hohen Eifer soll neu entstehen.

Nach dem Aufräumen drehte sich zunächst alles um die Vorsorge. Nun darf auch das Schöne zu seinem Recht kommen. Gut drei Jahre nach der verheerenden Schlammflut wird Meißens Stadtwald wieder zum Erholungsareal. Die Stadt investiert in den Neubau von Rastplätzen und den Wiederaufbau des Abenteuerspielplatzes am Weg zur Hohen Eifer.

Brücken, Wanderwege, Spielplatz: Auch das war am Nachmittag des 27. Mai 2014 zerstört worden, als nach heftigem Gewitterregen Massen von Schlamm und Geröll durch den Stadtwald ins Triebischtal rauschten. Die Reihenfolge des Wiederauf- und Neubaus: Straßen, Bachläufe, Waldwege, Brücken, Wasserrückhalte- und Geröllfangbecken … Das ist inzwischen geschafft: Jetzt sind die Einrichtungen dran, die den Stadtwald zum Naherholungsgebiet machen.

Zwei neue Rastplätze hat die Stadt an den wieder hergestellten Wegen aufbauen lassen. Es sind stabile Holzmöbel, die Bänke, Tisch und Überdachung vereinen. Hergestellt wurden sie in der DRK-Werkstatt in Meißen-Zaschendorf. Dort arbeiten behinderte Menschen in verschiedenen Produktionsbereichen. Die Stadt ist nicht zum ersten Mal ihr Auftraggeber. „Auch die Rastplätze am Elberadweg haben wir in der DRK-Werkstatt bauen lassen“, sagt Steffen Petrich, der Leiter des städtischen Bauhofs. Die Qualität der Möbel sei hervorragend. Deshalb habe man nun für 7.800 Euro wieder das DRK beauftragt: mit zwei neuen Rastplätzen für den Stadtwald und einem dritten für das Areal am Bennoteich im Heiligen Grund.

Spazieren, Wandern und Rasten funktioniert nun wieder im Stadtwald. Spielen noch nicht – zumindest, wenn man einen Kinderspielplatz sucht. Der an der Hohen Eifer war 2014 vom Schlamm komplett verwüstet worden. Seither steht nur noch ein großer Kletterturm auf einer öden Fläche nahe des Kirchsteigbachs. Er soll jetzt zum Zentrum eines neuen Spielplatzes werden. Die ersten Pläne für die künftige „Wald-Burg“ am Kirchsteigbach sind bereits geschrieben und gezeichnet.

Eigentlich wollte die Stadt den Abenteuerspielplatz an der Hohen Eifer schon vor über drei Jahren umbauen lassen, sagt Katrin Diersche, die zuständige Planerin aus dem Meißner Baudezernat. Die Schlammflut durchkreuzte das Vorhaben. Für den nun vorgesehenen Wiederaufbau knüpfe man aber an die Neugestaltungsideen aus der Zeit vor der Flut an.

Die Klipphausener Landschaftsarchitektin Marion Brod-Kilian hat die „Wald-Burg“ entworfen. Der große Kletterturm mit Rutsche, der vom alten Spielplatz übrig blieb, wird instand gesetzt und zum Mittelpunkt eines „Burgfrieds“ mit Zinnengang. Auch eine „Burgmauer“ mit Graben und Geheimgang soll es geben. So bald wie möglich wolle man mit dem Bau beginnen, so Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke. Ende August werde der Bauausschuss des Stadtrats über die Planungen entscheiden. Dann könne die Stadt Fördermittel für den Spielplatz-Umbau beantragen. Die „Wald-Burg“ ist eines der Projekte, die Meißen aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) finanzieren will.

Der Bau der Spielburg ist aber nur der erste Teil des Vorhabens. „Es ist noch ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen“, sagt Planerin Katrin Diersche. Entstehen sollen eine Seilbahn über den Kirchsteigbach und eine Spielfläche am Wasser. Die Umsetzung dieser Planungen müsse aber noch etwas länger warten. Abstimmungen mit den Wasserschutzbehörden stünden noch aus. Neben dem künftigen Spielplatz wird am Kirchsteigbach noch ein Geröllfangbecken gebaut, das den Hochwasserschutz für das Triebischtal verbessern soll.

Geld für Spiele gibt die Stadt auch an einer anderen Stelle des Triebischtals aus. An der Ilschnerstraße wird ein weiterer Spielplatz saniert. Dort sollen die neuen Spielgeräte an die frühere Meißner Straßenbahn erinnern. Straßenbahn aus Holz, Kletteranlage, Rutsche, Schaukel und der neue Sandkasten werden rund 50.000 Euro kosten. Im September will man den Spielplatz an der Ilschnerstraße nach der Umgestaltung neu eröffnen.