Triebischbrücke für Fußgänger und Fernwärme

Die alte Brücke ist bereits verschwunden. Bevor die neue Verbindung über die Triebisch gelegt wird, werden die Brücken-Widerlager erhöht. Foto: Grau

In Meißen wird der Nicolaisteg nach 2004 zum zweiten Mal neu gebaut: diesmal einen halben Meter höher und damit sicherer vor Hochwasser.

Die bisherige Brücke am Meißner Nicolaisteg wurde nicht alt. 2004 erbaut, nun schon wieder abgerissen: Das jüngste große Hochwasser des Jahres 2013 ist schuld. „Eine der letzten Maßnahmen der Hochwasserschadensbeseitigung“ sei der nun begonnene Brücken-Neubau, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke.

Und bei dem geht es um mehr, als nur darum, einfach eine Brücke zu ersetzen. Der Neubau soll die Hochwassergefahr an der Triebisch minimieren. Die neue Brücke wird sich einen halben Meter höher als die alte über den Fluss spannen: So bildet sie bei einer Flut kein Hindernis für anbrausendes Wasser und mitgespülte Gegenstände. Der Höhenzuwachs stellte allerdings die Planer vor Herausforderungen.

Nicht nur, dass die Brücke nun längere Rampen braucht, damit sie barrierefrei passierbar wird. Unter der alten Brücke verlief eine Fernwärmeleitung der Meißener Stadtwerke. Auch sie braucht nun eine neue Querung über die Triebisch. „Da wurde getüftelt“, sagt Günther Schütze vom Meißner Bauamt. Die Lösung sieht nun so aus: Die Fernwärmeleitung wird auch zukünftig mit der Brückenkonstruktion verbunden sein. Statt unter der Brücke wird sie aber anders geführt.

Die Brücke werde gänzlich neu konstruiert, erklärt Günther Schütze. Die Meißner Firma „Stahl- und Maschinenbau Graf“ fertigt das 15 Meter lange und 2,70 breite Brückenelement aus Stahl. Die Hauptträger sind zwei Rohre mit rund 60 Zentimeter Durchmesser. In diese werden die Fernwärmerohre einfach eingeschoben – nachdem die vormontierte Brücke per Kran auf die neu gebauten Widerlager gehoben wurde.

Das werde voraussichtlich Ende August geschehen, sagt Günther Schütze. Der „alte“ Nicolaisteg ist bereits abgerissen. Derzeit werden die Widerlager auf beiden Seiten des Flusses erhöht, um die neue Brücke den im Hochwasserfall entscheidenden halben Meter höher setzen zu können.

Der Zeitplan für das Bauvorhaben ist eng. Bestimmt wird er von den Meißner Stadtwerken. Die konnten nur im Sommer die Fernwärmeleitung über die Triebisch kappen. Ende September soll nicht nur die neue Brücke stehen. Dann muss auch Fernwärme durch die neu verlegten Rohre fließen: Für die Stadtwerke beginnt die Heizsaison.

Nach dem Neubau bleibt der Nicolaisteg für Fußgänger und Radfahrer reserviert. Poller sollen Autos von der Brücke fernhalten. „In Havariefällen werden aber auch Fahrzeuge über die Brücke fahren können“, sagt OB Olaf Raschke. Das ist vor allem ein Anliegen der Landestalsperrenverwaltung (LTV). Ihren Mitarbeitern wird der neue Nicolaisteg als Zufahrt zum Bett der Triebisch dienen. 2004 habe man noch nicht so weit gedacht, sagt Raschke. „Damals ging es darum, so schnell wie möglich einen Ersatz für die kaputte alte Brücke zu schaffen.“

Der Ersatz für den Ersatzbau erfüllt nun auch die Anforderungen des „HQ100“: Er sollte einer Flut standhalten können, wie sie statistisch nur alle 100 Jahre zu erwarten ist. Das ist eine Erkenntnis aus dem zweiten „Jahrhunderthochwasser“ innerhalb von nur elf Jahren. Der Brückenneubau am Nicolaisteg kostet insgesamt 380.000 Euro.