Ahmadiyya informiert in Meißen und Radebeul

Die islamische Gemeinschaft plant im Rahmen einer deutschlandweiten Kampagne Informationsstände zu ihrem Glauben. Das Motto der Aktion: "Wir sind alle Deutschland".

„Muslime für den Frieden“: Das ist – kurz gefasst – die Botschaft, die Mitglieder der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinschaft in den nächsten Tagen im Elbland unter das Volk bringen wollen. Zwei Informationsstände sind geplant: am Sonnabend, dem 15. Juli, in Meißen und am Sonntag, dem 23. Juli in Radebeul.

Die Präsenz in den beiden Städten ist Teil einer bundesweiten Aktion der Ahmadiyya-Gemeinschaft. Ihr Titel: „Wir sind alle Deutschland“. Bis 2023 wolle man damit mindestens einmal in jedem Landkreis der Republik Station machen, sagt Kamal Ahmad, der Imam der Dresdner Ahmadiyya-Gemeinde, die die Informationsstände in Meißen und Radebeul organisiert.

Die Ausrichtung der Ahmadiyya-Gemeinschaft unter den verschiedenen Strömungen des Islams beschreibt Ahmad so: „Wir sind wertkonservativ, aber absolut offen.“ Das bedeute, dass die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinden für Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie die Trennung von Staat und Religion eintreten. „‚Islam’ heißt ‚Frieden’. Auch staatliche Stellen bescheinigen uns, dass wir die Demokratie unterstützen.“

Das ist ein Unterschied zur „Sächsischen Begegnungsstätte“ (SBS), einer islamischen Gemeinschaft, die seit einigen Wochen auch in Meißen einen Gebetsraum angemietet hat. Laut einem aktuellen Bericht des Landesamts für Verfassungsschutz soll die SBS Verbindungen zur extremistischen „Muslimbruderschaft“ unterhalten.

Die Ahmadiyya ist weltweit in vielen Ländern vertreten. In Deutschland gibt es rund 250 Gemeinden mit insgesamt rund 40.000 Mitgliedern. Seit einigen Jahren bildet die Gemeinschaft deutschsprachige Imame aus. In Hessen und Hamburg ist sie als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt.

Die Ahmadiyya ist innerhalb des Islams eine eher kleine und auch angefeindete Gruppe. „Wir werden in vielen islamischen Ländern als Nicht-Muslime deklariert und verfolgt“, sagt der Dresdner Imam Kamal Ahmad. Das liegt nicht nur daran, dass die Gemeinschaft ihren Gründer Mirza Gulam Ahmad (1835 – 1908) als Propheten verehrt. Auch die Ideen von Gleichberechtigung und von Kirchenferne des Staats werden von anderen islamischen Strömungen nicht gleichermaßen geteilt. Die Ahmadiyya versteht sich als eine Reformbewegung innerhalb des Islams.

Bei den Auftritten in Meißen und Radebeul sollen aber dezidiert Nicht-Muslime angesprochen werden. „Wir suchen das Gespräch und wollen auch Literatur über den Islam verteilen“, so Kamal Ahmad. Es gehe darum, Berührungsängste gegenüber dem Islam abzubauen. Diese entstünden durch barbarische Taten von Menschen, die sich als Muslime bezeichneten, aber gegen Grundsätze dieses Glaubens handelten. „Die Ängste sind vor allem dort groß, wo Menschen überhaupt keine Muslime persönlich kennen.“