Meißner Caritas startet Bau ihres neuen Hauptsitzes

Seit 2015 stand das frühere "Café Kunze" am Meißner Bahnhof leer. Jetzt hat die Caritas den Umbau des Gebäudes begonnen. Foto: Archiv

Der Sozialverband zieht voraussichtlich 2018 ins Meißner Bahnhofsviertel. Dafür wird ein traditionsreiches Haus umgebaut.

Bäckerei, Café, Ausgabestelle für Schulspeisung, später auch mal Seniorenclub: Das alles war das Haus Ludwig-Richter-Straße 1 vis-a-vis des Meißner Bahnhofs schon. Jetzt beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte des Gebäudes. Aus dem ehemaligen „Café Kunze“ wird der neue Sitz des Meißner Caritasverbands.

„Bestimmt seit zehn Jahren“ habe der bereits nach einer Immobilie gesucht, in der die verschiedenen Beratungsstellen des katholischen Sozialverbands gemeinsam untergebracht werden können, sagt Geschäftsführerin Astrid Winkler. Meißens städtische Wohnungsgesellschaft SEEG bot schließlich das passende Haus an. Die Ludwig-Richter-Straße 1 habe die richtige Größe für die Zwecke der Caritas und sei ideal gelegen, betont Winkler. Direkt gegenüber der Nahverkehrs-Knotenpunkte Bahnhof und Busbahnhof werde man künftig für alle Ratsuchenden aus Meißen und dem Landkreis gut erreichbar sein.

Das gilt voraussichtlich ab Herbst 2018. Am 3. Juli dieses Jahres war offizieller Umbau-Start im früheren „Café Kunze“. Architekt Stefan Bunke stellte die Planungen vor. Dr. Bernhard Dittrich, Pfarrer der katholischen Kirchgemeinde St. Benno, segnete die Baustelle. Die rund 150 Jahre alte Immobilie für die Caritas nutzbar zu machen, ist mit einigem Aufwand verbunden. Gut 860.000 Euro soll der Umbau kosten. Bund und Land geben aus dem Städtebau-Förderprogramm rund 490.000 Euro dazu. Die Stadt steuert 122.000 Euro bei.

Dafür bekomme man die Chance, Impulse für die Verschönerung des Stadteingangs am Cöllner Bahnhof zu setzen, betont Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke. „Das ist ein Ort, der jetzt neu gestaltet werden kann“: zumal die Stadt nach langem Bemühen nun endlich der Deutschen Bahn den Bahnhofsvorplatz abgekauft habe.

Der zukünftige Sitz der Meißner Caritas sei um 1860 erbaut worden, so Architekt Stefan Bunke. Es sei das erste Haus im heutigen Zug der Großenhainer Straße gewesen. Was wird aus diesem Gebäude? Das fragten sich die Meißner spätestens ab 2015, als der letzte verbliebene Mieter auszog. Da hätten allerdings schon die Planungen für den Umbau begonnen, sagt Caritas-Geschäftsführerin Astrid Winkler.

Im Erdgeschoss des Hauses wird nun ein barrierefrei erreichbarer Gruppenraum eingerichtet. Dort soll künftig Platz für öffentliche Veranstaltungen, Angebote sozialer Bildung und Ehrenamtlerschulungen der Caritas sein. Ins Stockwerk darüber ziehen die Meißner Beratungsstellen des Sozialverbands. Schuldnerberatung, Sozialberatung und die Arbeitsstelle für Hospizbetreuung sind bislang an verschiedenen Stellen der Stadt untergebracht. Mit dem Einzug am Bahnhof werden die Büros in der Wettinstraße, der Crassostraße und der Neugasse aufgegeben. Ins Dachgeschoss des künftigen Caritas-Sitzes zieht die Verwaltung des Sozialverbands.