Drei Varianten, aber noch keine Entscheidung

Meißens Burgberg-Aufzug fährt nicht immer störungsfrei. Mit Umbauten soll die Pannenanfälligkeit des Lifts behoben werden. Foto: Archiv

Mit welchen Umbauten lässt sich die Störanfälligkeit des Meißner Burgberg-Aufzugs senken? Eine Arbeitsgruppe hat dazu Varianten entwickelt.

Die Stunde der Entscheidung? War dann doch noch nicht gekommen. Bei ihrer jüngsten Sitzung Ende Juni mussten Meißens Stadträte hinnehmen, dass ein von ihnen gesetzter Termin nicht eingehalten wurde. Oder nicht einzuhalten war, wie Architekt Dr. Knut Hauswald schilderte. Er stellte derzeitigen Stand der Vorbereitungen zu Umbauten am Burgberg-Aufzug vor.

Der war Anfang des Jahres nach einer Serie von Pannen vorübergehend stillgelegt worden. Auch nach Notreparaturen und Wiederinbetriebnahme hatten die Stadträte gefordert, dass nun grundsätzlich zur Zukunft des Aufzugs entschieden werden müsse. Bis Ende Juni sollte die Stadtverwaltung deshalb Möglichkeiten zur dauerhaften Beseitigung der Pannenursachen benennen und die dazu nötigen Kosten beziffern.

Die umfassende Betrachtung blieb die Stadtverwaltung vorerst schuldig. Stattdessen berichtete Knut Hauswald: Der Architekt und Meißner Dombaumeister arbeitet seit mehreren Monaten gemeinsam mit Vertretern des Meißner Bauamts, des TÜVs und des Braunschweiger Architekturbüros Schulitz daran, die Pannenanfälligkeit des Aufzug zu beheben.

Nach Hauswalds Angaben stehen mehrere Umbau-Varianten zur Debatte, mit denen die Türsteuerung der Bergstation besser vor Witterungseinflüssen geschützt wäre. Allerdings fehle noch das Votum des Landesamts für Denkmalschutz. Das abschließende Gespräch mit den Denkmalschützern, ohne das die konkreten Planungen und Bauvorbereitungen nicht beginnen könnten, solle erst am 6. September stattfinden.

Die technischen Schwachstellen des Burgberg-Aufzugs sind aus Störungsprotokollen und Sachverständigengutachten bekannt. Die Tür der Bergstation löste bisher die meisten Pannen und Stillstände des Aufzugs aus. Ihre empfindliche elektronische Steuerung ist der Witterung weitgehend ungeschützt ausgesetzt. Trifft Wetter auf Sensortechnik werden falsche Signale ausgelöst und der Lift bleibt auf freier Strecke stehen.

Drei mögliche Umbau-Varianten seien nun im Gespräch, berichtete Knut Hauswald den Meißner Stadträten. So ließen sich an der Tür eine Windwand oder eine stählerne Schutzumhausung bauen. Praktikabler erscheine es jedoch, an beiden Seiten der Bergstation je einen halben Meter der angrenzenden Mauer zu entfernen und stattdessen ein Wetterschutzportal einzubauen. Das hätte eine integrierte, standardisierte Teleskopschiebetür und einen obenliegenden Antrieb aus Edelstahl.

Die Vorteile: Am Burgberg-Aufzug selbst müssten keine Umbauten vorgenommen werden. Im oberen Bereich des Portals könnte auch die witterungsanfällige Technik Platz Finden, die derzeit in einer Bodenwanne eingebaut ist. Architekt Hauswald nennt diese Lösung eine „von der Stange“. In diesem Fall ist das ein Lob: Die Technik scheint bewährt und sollte einfach zu warten sein.

Stimmt das Landesamt für Denkmalschutz Anfang September der von der Meißner Arbeitsgruppe favorisierten Lösung zu, soll die konkrete Planung des Umbaus so schnell wie möglich beginnen. Bauzeit wäre idealerweise im Januar und Februar 2018. In diesen Monaten ist der Aufzug planmäßig außer Betrieb.