Questenberg-Schüler ziehen an den Mühlweg um

Während der Sanierung der Grundschule wird ein Ausweichstandort gebraucht. Meißens Stadträte geben grünes Licht für einen Containerbau am Mühlweg.

Sanierung und Erweiterung der Meißner Questenberg-Grundschule sind beschlossene Sache. Nun haben die Stadträte entschieden, wo die Containerschule stehen wird, in der die Kinder während der Bauzeit für mindestens zwei Schuljahre unterrichtet werden. Auf einem städtischen Grundstück am Mühlweg vis-a-vis der Kita „Zwergenmühle“ sollen Garagen abgerissen werden, um Platz für die Klassenraum-Container zu schaffen.

Man habe mehrere mögliche Standorte untersucht, erklärte vor wenigen Tagen Ronny Moll vom Meißner Stadtbauamt den Mitgliedern des Rats-Bauausschusses. Das Gelände der alten Molkerei an der Karl-Niesner-Straße, die erst kürzlich von der Stadt gekaufte Industriebrache Höroldtstraße 3 und die Fläche am Mühlweg liegen alle nah an der Triebischtal-Oberschule, deren Turnhalle für den Sportunterricht in der Auslagerungszeit gebraucht wird. Doch bei den Vorbereitungen der Auslagerung drängt die Zeit. Schon mit Beginn des Schuljahrs 2018/19 soll die Questenbergschule Baustelle sein und der Ausweichstandort in Betrieb gehen. So schnell lassen sich offenbar nicht alle drei untersuchten Grundstücke für den Aufbau der Container vorbereiten.

Auf dem Areal der alten Molkerei und in der Höroldtstraße 3 müssten dafür alte Gebäude abgerissen werden. Auf diesen beiden Flächen ist auch noch unklar, ob dort Altlasten im Boden schlummern, die zu beseitigen wären. „Für den Abriss und die Altlastenbeseitigung würde die Stadt auf das Förderprogramm für Brachflächenrevitalisierung zurückgreifen“, so Ronny Moll. „Dieser Verfahrensweg nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch und lässt sich nicht direkt umsetzen.“

Schneller soll es am Mühlweg gehen. Die Stadt will den Pächtern die Garagen kündigen: Die Verträge sähen dafür jeweils Fristen von einem Vierteljahr vor. Der Abriss der Bauten sei unaufwendig und könne noch in diesem Jahr beginnen. „Wenn wir diese Variante umsetzen, haben wir einen entspannten Zeitplan und zum Schuljahr 2018/19 eine bezugsfertige Ausweichschule.“

Stadtrat Heiko Schulze, Fraktionschef von SPD, Grünen und Freien Bürgern, zeigte sich überrascht darüber, dass man nun auf das Mühlweg-Areal setzt. Erst vor wenigen Wochen habe die Stadtverwaltung noch mit anderen Prämissen für den Kauf des Grundstücks Höroldtstraße 3 geworben. „Es hieß, dieses Grundstück wird als Ausweichstandort für die Questenbergschule gebraucht.“ Oberbürgermeister Olaf Raschke, aber auch Stadtratskollegen Schulzes hatten eine andere Erinnerung. Das Areal in der Höroldtstraße sei ausdrücklich eine Fläche mit Potenzial für die Stadtentwicklung im Triebischtal. Die künftige Nutzung sei nicht festgelegt.

Auch wenn die Entscheidung nun für den Mühlweg gefallen ist – vorbereitet in Absprache mit der Schulleitung, wie Familienamts-Leiterin Ines Ritter betont – , bleibt ein Problem offen. Für den Sportunterricht muss die Grundschule in jedem Fall die Turnhalle der Triebischtal-Oberschule nutzen. Doch die ist bereits jetzt sehr stark genutzt. Wie lässt sich da noch Zeit und Platz für die Sportstunden der Grundschüler finden?

Mit Aufwand und Abstrichen. Man sei dazu mit der Questenberg-Schulleitung, der Triebischtalschule, aber auch der zuständigen Sächsischen Bildungsagentur im Gespräch, sagt Ines Ritter. Ein Kompromiss sei in Aussicht. Laut Lehrplan soll jeder Grundschüler drei Sportstunden in der Woche absolvieren. „Wir können während der Auslagerung zwei Sportstunden pro Woche für die Schüler vom Questenberg garantieren.“