Stadt plant mehr Schutz für die Fischergasse

Bilder von der Flut des Jahres 2013: Die Stadt Meißen will nun selbst in den Hochwasserschutz an der Fischergasse investieren Foto: Archiv

Auch vier Jahre nach dem letzten großen Hochwasser gibt es in Meißen noch Lücken beim Flutschutz. An der Fischergasse will die Stadt ihn in Eigenregie verbessern.

Es ist eine Rechnung mit mindestens einer Unbekannten: der Zeit. Wann wird Meißen vom nächsten großen Hochwasser heimgesucht? Dann will die Stadt besser vorbereitet sein, als beim letzten Mal im Jahr 2013.

Damals hatten Feuerwehr und freiwillige Helfer lange darum gekämpft, wenigstens die neue Elbbrücke für den Verkehr offenzuhalten. Vergeblich: Auf der Altstädter Seite wurde die Brückenabfahrt doch überflutet. Wie schon bei der Flut von 2002 war Meißen eine geteilte Stadt.

Das soll nicht noch einmal passieren. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr plant besseren Hochwasserschutz für die Brückabfahrt und den Eingang zum Schottenbergtunnel. Für die angrenzende städtische Bebauung wird dieser Schutz aber nicht ausreichen. Die Häuser bleiben der Flutgefahr ausgesetzt. Also legt die Stadt für das schwierige Gelände rund um die Altstädter Auffahrt der neuen Elbbrücke eigene Hochwasserschutzpläne vor. Ihre Umsetzung wird Meißen zwischen 350.000 und knapp 800.000 Euro kosten.

Trotz dieser Summen war die Zustimmung der Stadträte bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses eindeutig. Ohne Gegenstimme beauftragten sie die Stadtverwaltung, die Planungen für das „Hochwasserschutzkonzept Fischergasse/B6“ voranzutreiben. Wie soll es Meißen zukünftig schaffen, Hochwasser genau an dieser schwierigen, tief gelegenen Stelle der Altstadt auszusperren?

Mehrere Bauprojekte wären dafür umzusetzen. Wenn die Elbe Hochwasser führt, droht an der Fischergasse nicht nur von diesem Fluss Gefahr. Der kleine Meisabach, der an der Fischergasse in einem Rohr geführt wird, bringt weiteres Wasser heran. Gegen die Flut der Elbe lässt sich der Durchgang vom Elbkai zur Fischergasse bereits mit einem Schott verschließen. Diesen sogenannten Dammbalkenverschluss will die Stadt lediglich ertüchtigen. Kostenpunkt: günstige 14.000 Euro.

Weit teurer sind die Baumaßnahmen, die die Überflutungsgefahr durch den Meisabach bannen sollen. Für rund 75.000 Euro wäre der Bachlauf zu ertüchtigen. Voraussichtlich rund 55.000 Euro kostet es, ein Pumpwerk zu bauen, das das Wasser aus dem Bach auch bei einer Elbeflut in den großen Strom ableiten kann. Sorgen bereitet zudem der Mischwasserkanal unter der Fischergasse. Auch er müsste saniert und mit Schiebern versehen werden, um zu verhindern, dass bei einer Flut Wasser in die Stadt drückt. Die Kosten: geschätzt 185.000 Euro.

Mit diesen Maßnahmen wäre der Bereich aber nur gegen ein Hochwasser geschützt, wie es statistisch gesehen alle 50 Jahre vorkommen kann. Der Schutz vor einem sogenannten „100-jährlichem“ Hochwasser wäre noch weit teurer. Dafür müsste die Stadt mobile Dämme und Deiche anschaffen. Die Kosten lägen nach derzeitigen Schätzungen bei weiteren rund 420.000 Euro.

An dieser Stelle kommen weitere Unbekannte in die Rechnung. Wie verhält es sich mit der Hydrologie, wie mit der Beschaffenheit des Untergrunds? Könnte das Wasser einfach unter den Sperren durchsickern? Das sollen sich nun Fachleute im Detail anschauen. Die Untersuchungen, von denen abhängt, ob sich das Gebiet an der Fischergasse überhaupt wirksam schützen lässt, kosten rund 25.000 Euro. Ausgeben will sie die Stadt schon in diesem und dem nächsten Jahr.

Zeit bleibt ein wichtiger Faktor. Wann erlebt Meißen das nächste Hochwasser?  Bis zum Jahr 2020 soll Hochwasserschutz an der Fischergasse deutlich besser sein als heute.