Tausch geplant: Park auf dem Plossen gegen alte Molkerei

Unter der Regie von Michal Kotrc wurde der Katharinenhof saniert und fürs seniorengerechte Wohnen umgebaut. Jetzt ist ein Neubau auf dem Gelände geplant. Foto: Archiv

Der Katharinenhof auf dem Plossen soll erweitert werden, die Stadt interessiert sich für die frühere Molkerei im Triebischtal. Meißens Stadträte beschlossen nun ein Tauschgeschäft.

Der Katharinenhof will wachsen, die Stadt tauschen. Zusammen ergibt das ein Geschäft, das die Meißner Stadträte vor wenigen Tagen im Verwaltungsausschuss beschlossen haben. Geplant ist ein Grundstückstausch. Die Katharinenhof Meißen GmbH übernimmt aus städtischer Hand das Areal eines angrenzenden Garagenhofs sowie den eigentlich zur Immobilie gehörenden Park. Die Stadt bekommt dafür im Gegenzug das Grundstück der früheren Molkerei an der Karl-Niesner-Straße, das dem Katharinenhof-Eigentümer Michal Kotrc gehört.

Besonders die geplante Vergrößerung des Katharinenhof-Areals könnte für Diskussionen sorgen. Die Garagen und Schuppen auf einem der beiden Flurstücke, die dem Katharinenhof zugeschlagen werden sollen, würden einem Neubau weichen. Michal Kotrc bietet im Katharinenhof in schöner Plossen-Lage Betreutes Wohnen für Senioren an. Rentabel betreiben lasse sich das Haus aber nur, wenn weitere seniorengerechte Wohnungen auf dem Gelände errichtet würden, argumentiert er.

Der Park des Katharinenhofs sorgte schon einmal für Ärger in der Meißner Kommunalpolitik: als die Immobilie vor einigen Jahren von der Stadt an einen privaten Eigentümer, den Vorgänger von Michal Kotrc, verkauft wurde. Nach Bürgerfrust, Debatten und Nachhaken der Stadträte blieb der Park schließlich in städtischer Hand. Damit sollte er vor Zerstörungen geschützt und für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Nun baut die Stadtverwaltung vor. Sie führt an, dass der Park auch in privater Eigentümerschaft auf alle Fälle ein Park bleibe. Nicht nur durch die Vorgaben des Flächennutzungsplans: „Notariell wird im Kaufvertrag gesichert, dass keine Nutzungsänderung erfolgt, kein Abholzen im forstwirtschaftlichen Sinne erfolgen darf, die Anlage denkmalgerecht erhalten wird und der öffentliche Zugang erhalten bleibt.“ Würden in Zukunft für den Ausbau der Staatsstraße 177 Flächen benötigt, so würden diese an die Stadt Meißen zurückübertragen. Eine entsprechende Klausel werde ebenfalls in den Vertrag formuliert.

Was bekommt die Stadt von Michal Kotrc? Das Gelände der alten Molkerei im Triebischtal. Das Areal an der Karl-Niesner-Straße ist seit Jahren ungenutzt, die Gebäude verfallen. Ins Gespräch kam die Molkerei erst jüngst, als die Stadt sie als einen möglichen Standort für einen Grundschul-Neubau näher untersuchte. Mittlerweile hat der Stadtrat entschieden, dass die Grundschule am Questenberg bleibt. Das Molkerei-Gelände soll nun aber doch „bereinigt und für gemeinwirtschaftliche Zwecke nutzbar“ gemacht werden, wie es von der Stadtverwaltung heißt.

Bei den Untersuchungen für den Schulstandort kam zutage, dass auf dem Grundstück möglicherweise Altlasten im Boden gefunden werden könnten. Auf alle Fälle wird der Abriss von verfallenen Gebäuden nötig. Die Stadt kalkuliert dafür rund 40.000 Euro.

Diesen Betrag will Eigentümer Michal Kotrc bei der Übergabe des Grundstücks an die Stadt an der eigentlichen Kaufsumme nachlassen. Die alte Molkerei würde damit in etwa so viel kosten, wie die Grundstücke auf dem Plossen, die die Stadt dem Katharinenhof überließe. Somit wird von Grundstückstausch gesprochen. Alle Nebenkosten zu den nötigen Verträgen wollen sich beide Parteien teilen.