Horns Stiftung übernimmt die Restaurierung

Äußerlich ist das Prälatenhaus an den Roten Stufen schon wieder ein Schmuckstück. Im Inneren stockt derzeit die Restaurierung. Foto: Archiv

Die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung kauft das Prälatenhaus in der Meißner Altstadt. Das Baudenkmal soll nach der Restaurierung ein Haus für Vereine werden.

Kein Kopf-an-Kopf-Rennen, kein Bieterwettbewerb: Die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung war am Ende der einzige Interessent für das Prälatenhaus in der Meißner Altstadt. So gab der Stadtrat Ende März grünes Licht für folgendes Geschäft: Für 240.000 Euro kauft die Stiftung das Baudenkmal von der Stadt. Als neue Eigentümerin will sie es Schritt für Schritt weiter restaurieren und zu einem „Haus der Vereine“ machen.

Gut die Hälfte dieses Weges ist schon geschafft. Das „Kuratorium Rettet Meißen – jetzt!“ hatte sich bereits in den frühen 1990er Jahren des Prälatenhauses angenommen. Die Immobilie aus dem 16. Jahrhundert war damals in abbruchreifem Zustand.

Das Kuratorium warb um Spenden und Förderung. Mit Erfolg: Nach und nach wurden die schwersten Schäden am Haus beseitigt. Bei den Bauarbeiten kamen architektonische Kostbarkeiten zutage. Wertvolle Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert konnten restauriert werden. Heute wirkt auch die Fassade des Hauses wieder makellos.

Dabei ist innen immer noch viel zu tun. Das Prälatenhaus samt Nebengebäuden steht so gut wie leer. Die oberen Stockwerke und das Nebengebäude müssen noch restauriert beziehungsweise ausgebaut werden. Diese Arbeiten will nun die Hornsche Stiftung voranbringen. Das Kuratorium „Rettet Meißen“ hat die Trägerschaft des Prälatenhauses bereits vor Monaten an die Stadt zurückgegeben. Als Grund wurden fehlende Finanzen genannt. Zwar gab es immer wieder Spenden, doch Fördermittel, auf die man ebenfalls angewiesen war, blieben zuletzt aus. Die Rückgabe brachte keine Änderung: Auch unter der Ägide der Stadt floss zuletzt kaum noch Geld für das Prälatenhaus.

Warum nimmt sich nun die Hornsche Stiftung des Sanierungsprojekts an? Immerhin ist der Finanzbedarf erheblich. Fachleute schätzen, dass noch rund 800.000 Euro in das Haus investiert werden müssen, damit es vollständig nutzbar ist. „Diese Zahlen sind schon gut drei Jahre alt“, sagt Tom Lauerwald, der Verwalter der Hornschen Stiftung. „Wenn wir die Steigerung der Baupreise einrechnen, ist heute wahrscheinlich schon eine Million Euro nötig.“ Trotzdem hält er die Übernahme des Prälatenhauses für ein lohnendes „Geschäft“. Weil sie dem Stiftungszweck entspreche und für Meißen Gutes bewirken könne: Die Hornsche Stiftung soll unter anderem Kultur und Denkmalschutz in Meißen fördern.

Die Idee, dass die Stiftung das Prälatenhaus übernimmt und dessen Sanierung zu Ende führt, sei nicht neu, erklärt Tom Lauerwald. „Wir haben das der Stadt schon vor einiger Zeit angeboten.“ Damals sei man sich nicht einig geworden. Jetzt habe die Stadt eine Bedingung der Stiftung erfüllt: Der Verkaufspreis für das Haus wurde in einem Gutachten ermittelt. „Das ist eine fachlich fundierte Basis. 240.000 Euro ist die Immobilie wert – auch bei den vielen Einschränkungen, die es bei der Nutzung gibt.“

Zu denen gehört nicht nur der hohe Investitionsbedarf, sondern auch eine Auflage der Stadt. Das Prälatenhaus muss öffentlich genutzt werden. Für die Hornsche Stiftung sei das kein Problem, sagt Verwalter Lauerwald. „Schon seit Jahren ist es das Ziel der Sanierung, das Prälatenhaus zu einem ‚Haus der Vereine’ zu machen. Davon werden wir auch nicht abrücken.“ Wohnungen oder Gewerbe ließen sich in dem Haus ohnehin kaum unterbringen. „Das lässt schon die Struktur des Baus nicht zu.“

Wann die Restaurierungsarbeiten am Prälatenhaus wieder aufgenommen werden, könne er jetzt noch nicht sagen, so der Verwalter. Erst müsse der Kaufvertrag unter Dach und Fach gebracht werden. Dann könne man an die Finanzplanung gehen. Schon jetzt sei aber klar, dass die Stadt mit dem Verkauf ihrer Verantwortung für die Immobilie nicht gänzlich ledig sei. „Für die Baumaßnahmen werden auch wir die Unterstützung aus Fördermitteln brauchen. So viel ist klar.“

Von der Stadt heißt es, man sei zur Zusammenarbeit bereit. „Für das Prälatenhaus wird es weitere Unterstützung mit Spenden und Fördermitteln geben“, so Kati Meinig-Greiffenberg, die Leiterin des städtischen Liegenschaftsamtes. „Die Stadt hatte bereits Förderung für die weitere Sanierung beantragt“, bestätigt Stiftungsverwalter Tom Lauerwald. „Mit dem Kauf treten wir in alle Verpflichtungen ein, die damit zusammenhängen.“