Neue Betriebszeiten für den Aufzug zum Burgberg

Sorgenkind Burgberg-Aufzug: Für den Betrieb des Lifts mussten zusätzliche Mitarbeiter angestellt werden, die Kosten für Ersatzverkehr sind unklar Foto: Archiv

Meißens Burgberg-Lift fährt jetzt nur noch in Gegenwart von Personal. Das wird für die Stadt teuer. Die Kosten für den Ersatzverkehr bereiten den Stadträten ebenfalls Sorgen.

Der Burgberg-Aufzug ist einstweilen wieder in Betrieb. Unter den wiederholten Pannen und Ausfällen der Anlage hat jedoch das Vertrauen gelitten. Ab dem 7. April gilt deshalb: keine Fahrt mehr ohne sachkundiges Personal. Die Betriebszeiten des Aufzugs werden dafür eingeschränkt. Genutzt werden kann er nur noch von 7.00 bis 21.00 Uhr. Schon jetzt ist klar, dass der Gewinn an Sicherheit die Stadt Meißen mehr Geld kosten wird und der schlechtere Service eventuell Gäste verärgert.

Der Ton der Beschlussvorlage, die der Stadtrat vor wenigen Tagen mehrheitlich billigte, ist ein optimistischer. Mehrere Wochen stand der Burgberg-Aufzug zu Jahresbeginn still. Jetzt sichert man feste Betriebszeiten zu. „Zu Festen, Feiern, Märkten und Sonderveranstaltungen steht es dem Aufzugsbetreiber (der Stadttochter SDM, d. Red.) frei, längere Betriebszeiten einzurichten“, so der Stadtratsbeschluss. Falle der Aufzug während der Betriebszeiten aus, werde von 10.00 bis 18.00 Uhr ein Shuttleverkehr eingerichtet.

Eine „Interims-Entscheidung“ soll es sein: gültig, bis der Aufzug nach einer durchgreifenden Reparatur störungsfrei funktioniert. Dennoch sorgt das Thema unter den Stadträten weiter für Ärger. Denn unklar ist, wie lange das Interim dauert und wie teuer es für die Stadt wird.

Zwei neue Arbeitsplätze schafft die SDM, damit der Aufzug tatsächlich täglich von 7.00 bis 21.00 Uhr unter Aufsicht sein kann. Die Kosten bekommt das Unternehmen von der Stadt erstattet. Ebenso wie die Auslagen für den Ersatzverkehr, wenn der Aufzug doch wieder ausfallen sollte: Sie sind die größte Unbekannte in der Rechnung. Händeringend sucht man nach Möglichkeiten, die Kosten für den Shuttle zwischen Meisastraße und Domplatz zu minimieren.

Bisher chauffierte bei Ausfällen des Aufzugs ein Citybus der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) die Fahrgäste. Kosten für die Stadtkasse: zwischen 900 und 1.200 Euro pro Tag. „Wir wollen eine Alternative zum teuren Citybus-Modell“, sagt Bürgermeister Markus Renner. Stadträte wie Simone Teske (Freie Bürger) schlagen vor, den Ersatzverkehr mit Taxis abzuwickeln. Darüber ist allerdings noch nicht entschieden.

Weil sich der Burgberg-Aufzug bisher bei Winterwetter besonders pannenanfällig zeigte, soll er nun im Januar und Februar gänzlich außer Betrieb genommen werden. In diesen beiden Monaten erlaubt die Stadt das Parken auf dem Domplatz. Das Ziel, das Dom-Areal vom Autoverkehr freizuhalten, hatte schon in den vergangenen Jahren mehr schlecht als recht funktioniert. Immerhin bescherte das Parkverbot auf dem Domplatz der Stadt Bußgeld-Einnahmen. Nun kehren Autos zumindest zeitweise legal auf den Platz zurück. Die Not mit dem Aufzug wiegt derzeit schwerer als die Anliegen der Stadtplanung.

Die Stadträte fürchten vor allem die unkalkulierbaren finanziellen Konsequenzen der Pannenanfälligkeit des Lifts. „Wollen wir denn für die Finanzierung des Shuttleverkehrs unbegrenzt auf die städtische Liquiditätsreserve zurückgreifen?“, fragt Heiko Schulze (Grüne). Könnte man im Gegenzug auch sparen? Das regt Rolf Gätsch (SPD) an. „Der Aufzug wird zwei Monate pro Jahr stillgelegt und es gibt jetzt einen täglichen Betriebsschluss. Da sollten wir auch über die Kosten des Wartungsvertrags neu verhandeln.“