Per Computer auf der Suche nach dem Kita-Platz

Katrin Schlehan (re.) gehörte zu den ersten Meißner Müttern, die das neue Vergabeportal im Internet nutzen. Sie sucht einen Betreuungsplatz für Sohn Bruno. Aileen Lukaschek, Mitarbeiterin von "Little Bird", erklärte am Starttag des Portals, wie die Suche funktioniert. Foto: Reso

Meißen geht bei der Vergabe von Kita-Plätzen neue Wege. Die Eltern melden ihre Kinder ab sofort per Computer an.

Langes Suchen, viele Wege von Kita zu Kita: Das soll Vergangenheit sein. Die Zukunft gehört dem Computer. In Meißen werden Kita-Plätze ab sofort auf elektronischem Wege vergeben.

Die Stadtverwaltung nutzt dazu das Portal „Little Bird“. Ende März wurde es für Meißen gestartet. Auf der Internet-Plattform können Eltern zunächst nach passenden Betreuungseinrichtungen für ihr Kind suchen. Haben sie die passende Kita oder Tageseltern gefunden, registrieren sie sich einmalig für das Portal: Danach ist es möglich, unverbindlich bei bis zu drei Betreuungsanbietern ein Platzangebot abzufragen. Dabei können Prioritäten von 1 bis 3 vergeben werden.

Meldet sich die Einrichtung oder Tagesmutter, wird ein persönliches Gespräch zum Kennenlernen vereinbart. Nun ist der Betreuungsanbieter am Zug: Er kann den Eltern postalisch, per- E-Mail oder persönlich einen Platz anbieten. Wollen die Eltern annehmen, bestätigen sie das Angebot per Mausklick über „Little Bird“. Damit ist die Betreuung von beiden Seiten verbindlich zugesagt. Eltern und Einrichtung schließen dann noch einen individuellen Vertrag.

Den Start des Vergabeportals hat das Meißner Familienamt gemeinsam mit dem Software-Anbieter mehrere Monate lang vorbereitet. Mit im Boot waren Vertreter von städtischen und freien Kitas sowie Tageseltern. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Umstellung ein Schritt zu mehr Familienfreundlichkeit und Bürgernähe. „Für viele junge Familien spielt heute die Vereinbarkeit von Job und Kind eine große Rolle“, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke. Ein wichtiger Punkt: Betreuungsplätze für die Kinder müssten möglichst unkompliziert zu finden sein.

Die neue elektronische Platzvergabe soll aber nicht nur Eltern helfen. Auch die Stadtverwaltung hofft auf Vereinfachung. Die bisher üblichen Mehrfach-Anmeldungen von Kindern sollen nun der Vergangenheit angehören. „Wenn sich alles gut eingespielt hat, bedeutet das nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kindereinrichtungen in Zukunft mehr Übersichtlichkeit und einen wesentlich geringeren Arbeitsaufwand“, so die amtierende Leiterin des Familienamts, Ines Ritter. Ein wenig vom gewohnten Verfahren übernimmt man dennoch. Die Kinderpass-Nummern, die bisher dazu dienten, den Überblick über die Kita-Anmeldungen zu behalten, werden bei der Registrierung für das neue Internetportal zunächst weiter verwendet.

Rund 100 Kommunen in ganz Deutschland greifen derzeit bei der Vergabe von Betreuungsplätzen auf „Little Bird“ zurück. Das System sei jeweils stark an die Erfordernisse der einzelnen Städte angepasst, so Aileen Lukaschek von „Little Bird“. Die Stadt Meißen zahlt jährlich rund 6.000 Euro für die Nutzung des Portals.

Das Vergabeportal ist über die Internetseite der Stadt Meißen erreichbar: www.stadt-meissen.de