Erste Aufgabe: Ein sicherer Radweg für die Fabrikstraße

Mit den Meißner Radwegen beschäftigt sich seit herbst 2016 der "Arbeitskreis Radverkehr" Foto: Archiv

Der Meißner "Arbeitskreis Radverkehr" trifft sich seit dem vergangenen Herbst. Für die Fabrikstraße hat er sich auf eine Variante zur Radwegführung geeinigt.

Die Fabrikstraße ist die erste Straße, die sich Meißens neuer „Arbeitskreis Radverkehr“ genau angeschaut hat. Mit Erfolg, wie Bürgermeister Markus Renner sagt: „Zum Thema Fabrikstraße wurden kurzfristig Varianten für eine sichere Radwegführung ausgearbeitet und im Arbeitskreis vorgestellt. Die Mitglieder haben diskutiert und eine Vorzugsvariante ausgewählt.“ Auf der Straße solle nun ein separater Radfahrstreifen eingerichtet werden – möglichst noch in diesem Jahr.

Damit hätte der „Arbeitskreis“ eine erste Aufgabe abgearbeitet. Die, wegen der er im vergangenen Herbst gegründet worden war: Ein Unfall, bei dem auf der Fabrikstraße ein Radfahrer schwer verletzt wurde, hatte Meißner Stadträte die Einrichtung des Gremiums fordern lassen. Der „Arbeitskreis“ soll helfen, in Meißen bequem nutzbare, durchgehende und sichere Radwege einzurichten. Dazu kommen Stadträte, Vertreter von Stadtverwaltung, Polizei, Fachverbänden und kundige Bürger regelmäßig zusammen.

Drei Sitzungen zwischen November und Februar haben ausgereicht, die Veränderung auf der Fabrikstraße zu planen und das städtische Verkehrskonzept zu überprüfen. Das beschäftigt sich nicht nur mit Kraftverkehr, sondern auch mit Fahrradwegen. Der Stadtrat hatte es vor einigen Jahren beschlossen. „Was die Planungen für den Radverkehr angeht, ist rund ein Drittel der vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt“, sagt Bürgermeister Markus Renner. Ein weiteres Drittel stehe vor der Umsetzung. Für das restliche Drittel gäbe es dagegen noch keine konkreten Termine.

Nicht nur auf der Fabrikstraße strebt man jetzt schnelle Verbesserungen für die Radfahrer an. Ein Umbau ist in diesem Jahr auch im Straßenzug Heinrich-Heine-/Schanzenstraße geplant. Dort soll auch gleich eine verbesserte Radwegführung eingerichtet werden. Auf der Tagesordnung steht ebenfalls der Umbau der Dresdner Straße am „Hamburger Hof“. Straßensanierung, der Bau neuer Parkbuchten, Radwege und Bürgersteige sind vorgesehen. Aktuell liegen im städtischen Bauamt die Planungsunterlagen zur Einsichtnahme aus. Fachleute empfehlen dort, Radweg und Bürgersteig zu kombinieren, sagt Bürgermeister Markus Renner.

Die lange Liste des diesjährigen Radweg-Neubaus täuscht nicht darüber hinweg, dass es in Meißen mancherorts mit dem Radverkehr noch hakt. Dass das städtische Verkehrskonzept in dieser Frage verbesserungswürdig ist, gibt der Bürgermeister zu. „Im Arbeitskreis schauen wir auch darauf, wo Änderungen am Konzept nötig sind“, sagt Renner. Zum Beispiel am Steinberg, in der Rauhentalstraße und der Zaschendorfer Straße: „Für diese Strecken wollen wir das Konzept überarbeiten und verbessern.“

Die nächsten Themen, denen sich der Arbeitskreis widmen will, werden schon länger diskutiert. Zwischen Triebischtal und Elbe soll eine durchgehende, sichere und bequem nutzbare Radwegverbindung geschaffen werden. Mit den Wegen, die das Verkehrskonzept derzeit vorschlägt, sind nicht alle einverstanden. Zu viele Umwege, zu kompliziert: „Wir wollen eine ‚lebensnahe’ Variante finden“, so der Bürgermeister. Ein weiteres Anliegen sei der touristische Radverkehr. Damit Meißen von Besuchern als „radlerfreundlich“ wahrgenommen wird, brauche es unter anderem bessere Fahrradabstellmöglichkeiten.

Wann der separate Radstreifen auf der Fabrikstraße eingerichtet wird, ist noch nicht ganz klar. Der Arbeitskreis ist ein Gremium der Stadt, für die Fabrikstraße ist jedoch der Landkreis zuständig. An der Kreisverwaltung sei es nun, dort die nötigen Änderungen vorzunehmen, so Markus Renner. „Wir dringen darauf und bleiben dran.“