Stadtrat diskutiert über den Burgberg-Aufzug

Stillstand am Burgberg-Aufzug: Der Stadtrat diskutiert nun, ob und wie die Aufzugsanlage wieder flott zu bekommen ist Foto: Grau

Nach der Stilllegung des Lifts müssen alle Fakten und Kostenschätzungen auf den Tisch, fordern Stadträte. Sie erinnern an ein bereits vorliegendes Gutachten zur Aufzugsanlage.

Der desolate Zustand des Burgbergaufzugs wird die Meißner Stadträte bei ihrer nächsten Sitzung am 22. Februar beschäftigen. Seit Anfang des Monats ruht der Betrieb des Lifts. Vorausgegangen war eine Pannenserie, bei der auch wieder Passagiere aus der auf der Strecke stehenden Kabine gerettet werden mussten.

Für die Stadt Meißen sind die Ausfälle des Aufzugs nicht mehr nur ein Imageproblem. Seit Jahresbeginn ist die Gewährleistungsfrist der Herstellerfirma für die Anlage abgelaufen. Die Stadt muss für Wartung und Reparaturen selbst zahlen, beziehungsweise Geld an die betreibende Stadt-Tochter SDM zuschießen. Bleibt der Aufzug so pannenanfällig wie zuletzt, dürften die dafür jährlich kalkulierten 50.000 Euro nicht ausreichen.

Während Oberbürgermeister Olaf Raschke nach der plötzlichen Stilllegung der Anlage zunächst eine Arbeitsgruppe von Stadträten einberufen wollte, die das weitere Vorgehen bestimmt, möchten die Stadträte nun öffentlich über die Malaise diskutieren. Eine Grundlage dafür gibt es bereits. 2015 beauftragte die Stadt ein Sachverständigen-Gutachten zum Zustand der Aufzugsanlage: damals, um von der Herstellerfirma die Behebung von Schäden fordern zu können.

Das Gutachten nennt mehrere Problemfelder. Teile der Aufzugsanlage bräuchten besseren Schutz vor Witterungseinflüssen. Einigen Bauteilen habe Korrosion zugesetzt. An Rollengerüst und Tragseilspannung müsse nachgebessert werden, ebenso an den Schienenstößen auf der Fahrbahn. Bevor die Herstellerfirma Hütter Ende 2016 die Gewährleistung abgab, hatte es stets geheißen, dass man bei der Beseitigung der Mängel gut vorankomme.

Heiko Schulze, Vorsitzender der Stadtratsfraktion von SPD, Grünen und Freien Bürgern, will das Sachverständigen-Gutachten nun zur Grundlage für das weitere Vorgehen in Sachen Burgberg-Aufzug machen. Der Inhalt des Antrags seiner Fraktion, über den die Stadträte bei ihrer nächsten Sitzung abstimmen sollen: Bis Jahresmitte erarbeitet die Stadtverwaltung auf Grundlage des Gutachtens einen Plan zur dauerhaften Schadensbeseitigung. Dabei müssten alle auf die Stadt zukommenden Kosten benannt werden – und die Frage geklärt werden, „ob die Beseitigung der konstruktiven Mängel überhaupt möglich bzw. finanzierbar ist“. Über letztere Frage soll nach den Vorstellungen der Fraktion SPD/Grüne/Freie Bürger der Stadtrat nach Kenntnis aller Fakten entscheiden.