Kloster Heilig Kreuz startet in ein großes Festjahr

Auch im Winter eine Idylle: das Gelände des früheren Klosters Heilig Kreuz am Stadtrand von Meißen Foto: Grau

Vor 800 Jahren entstand das Kloster Heilig Kreuz. Zum Jubiläum gibt es im September eine Festwoche mit Musik, Kunstaktionen und einer Museumseröffnung.

Aus 800 Jahren gibt es viel zu erzählen. Würde man jede Anekdote oder historische Begebenheit, die sich einst im Kloster Heilig Kreuz zu Meißen zutrug, zum Anlass einer Festveranstaltung machen, reichte eine Woche nicht aus, den runden Geburtstag zu feiern. Also haben Christiane Bense und Helge Landmann ausgewählt. Sieben Veranstaltungen ergeben eine Festwoche. Deren Programm wurde jetzt vorgestellt: Im September feiert Heilig Kreuz mit Musik, Vorträgen, Kunst und einer Museumseröffnung den 800.

Christiane Bense und Helge Landmann vertreten als Geschäftsführerin und Vereinsvorsitzender des Meißner Hahnemannzentrums die heutigen Nutzer des früheren Klostergeländes. Beim Organisieren der Festwoche haben sie diesmal nicht auf die Homöopathie, sondern ganz auf die Geschichte gesetzt. Mit der von Heilig Kreuz sei es „nicht so einfach“, führt Helge Landmann den Laien-Zuhörer ins Thema ein. Das gehe schon bei der Urkunde los, auf die sich die 800-Jahr-Feier bezieht: Wurde sie wirklich 1217 verfasst? Die Datierung sei unklar, sagt Landmann. Und das Kloster nach neueren Untersuchungen wahrscheinlich doch noch etwas älter als lange angenommen.

Viel ließe sich über die Geschichte und über die aktuelle Forschung auf dem Klostergelände sagen. Die Klosterruine gilt als eines der wertvollsten Denkmale Sachsens. Dieser Ruhm wird in einer geschichtsträchtigen Stadt wie Meißen allerdings noch von dem anderer Bauwerke überstrahlt. Die Festwoche im September soll nun Aufmerksamkeit auf die Kostbarkeiten des Klosters am Stadtrand lenken.

Da sind zum Beispiel die Reste des Heilig-Kreuz-Altars, die bei Grabungen im Bereich der ehemaligen Klosterkirche gefunden wurden. Am 14. September werden sie einen künstlerisch gestalteten Baldachin bekommen. Der Tag ist als Startpunkt der Festwoche bewusst gewählt. Auf den 14. September 1217, den „Tag der Kreuzeserhöhung“, ist die älteste bekannte Urkunde über das Kloster Heilig Kreuz datiert.

Musik bestimmt weitere Teile der Festwoche. Sie sind dem Meißner Dichter Heinrich Frauenlob gewidmet. Der lebte 13. Jahrhundert: Seine „Kreuzleich“-Dichtung wird aktuell vom Komponisten Karsten Gundermann nachvertont. Die Uraufführung des Werks ist am 16. September geplant. Heinrich Frauenlob und seine Dichtung sind darüber hinaus Thema eines wissenschaftlichen Kolloquiums, das das Hahnemannzentrum in der Festwoche gemeinsam mit der Evangelischen Akademie ausrichtet. Zu dieser Veranstaltung haben sich Experten aus dem In- und Ausland angesagt.

Die Einweihung einer Kunstinstallation am neuen „Novalis-Weg“, ein Vortrag zu Herzog Georg von Sachsen: Damit blickt man im Festwochen-Programm über die Meißner Klostergrenzen hinaus. Um am Ende wieder zu den Besonderheiten von Heilig Kreuz zurückzukehren. Das Klostergelände am Rande von Meißen ist für Archäologen ein ergiebiger Fundort. Wer dort gräbt oder die alten Klostermauern genauer unter die Lupe nimmt, macht fast unweigerlich Entdeckungen über die Vergangenheit.

Im Lapidarium auf dem Klostergelände werden interessante Funde aufbewahrt. Am 21. September soll nun ein neues „Museum für Archäologie und Standortgeschichte“ in Heilig Kreuz eröffnet werden. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen und das Landesamt für Archäologie haben schon ihre Unterstützung signalisiert. Mit einer dauerhaften Ausstellung wichtiger Funde an ihrem Entdeckungsort wird das Kloster aufgewertet: Ein guter Abschluss der Festwoche, finden Helge Landmann und Christiane Bense. „Das Kloster Heilig Kreuz hat überregionale Bedeutung.“ Im Jahr des 800. Geburtstags wird dafür die Werbetrommel gerührt.