Flutschutz für Korbitz ist nun komplett

Im Mai 2014 hatte es in dem Meißner Stadtteil eine Überschwemmung gegeben. Die Stadt setzt zur Prävention unter anderem auf begrünte Feldraine.

Schlammflut? Die Meißner denken dabei ans Triebischtal. Ein heftiger Gewitterregen am Nachmittag des 27. Mai 2014 ließ Wassermassen bergab rauschen und den Stadtteil verwüsten. Dass das Unwetter aber auch Teile von Korbitz schlimm erwischte, ist weniger bekannt. Hier hatte sich das Regenwasser auf den Feldern gesammelt, die Ackerkrume gelöst und war schließlich ins Tal geflossen: über Straßen und durch Grundstücke.

Unter anderem auf den Feldern am Triftweg und der Korbitzer Straße hatte die Schlammflut am 27. Mai 2014 ihren Ausgang genommen. Heute steht am Feldrand ein Damm. Die Stadt hat nach dem Unwetter in Korbitz bauen lassen: nicht nur die schützende Böschung, sondern auch einen Grünstreifen, auf dem sich Regenwasser sammeln und versickern kann. Mit der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern ist der Hochwasserschutz für Korbitz jetzt fertig geworden.

Katrin Diersche, Planerin im Meißner Bauamt, erklärt, wie er funktioniert. Die neu angelegte Böschung halte das sich sammelnde Regenwasser von der Straße und den angrenzenden Grundstücken ab. Der Grünstreifen, auf dem das Nass versickern soll, brauche eine dicke Humusschicht. Für die sorgen unter anderem die neu gepflanzten Bäume und Sträucher. „Wenn deren Laub verrottet, bildet sich zusätzlicher Humus. Wir gehen davon aus, dass die Bäume und Sträucher auf dem Damm gute Wachstumsbedingungen haben, in dem Lößlehmboden tief wurzeln und ihn auch befestigen.“ Die Neupflanzungen verschönerten nicht nur die Landschaft. Sie verbesserten das Klima, könnten Schneeverwehungen verhindern und Tieren einen Lebensraum bieten.

32 Bäume – Eichen, Linden und Feldahorne –, 254 Heister – junge, dicht beastete Ebereschen, Weichselkirchen, Schlehen, Weißdorne und andere Arten, dazu noch 212 Sträucher haben die Mitarbeiter der Baumschule Tamme in Korbitz gepflanzt. Das Meißner Unternehmen sorgt auch für die Pflege während des Anwuchses. Zunächst muss um den neuen Gehölzstreifen ein Wildschutzzaun gezogen werden. Rund 29.000 Euro hat die Stadt für den Korbitzer Hochwasserschutz ausgegeben. Fördermittel gab es dafür nicht.

„Für Korbitz haben wir damit den Hochwasserschutz komplett“, sagt Katrin Diersche. Andernorts wird weiter gebaut. Oberhalb des Stadtwalds gibt es seit dem vergangenen Jahr ein neues Regenrückhaltebecken. Für die nächsten Jahre sind auf heutigen Feldflächen oberhalb des Triebischtals größere Aufforstungen geplant. Wald- und Grünflächen können Niederschlagswasser auf dem Weg ins Tal stoppen.

„Die ersten Aufforstungen sind ab dem kommenden Jahr geplant“, sagt Planerin Katrin Diersche. Die Stadt habe dafür auch Fördermittel beantragt. Bis 2019 sollen die Neuanpflanzungen oberhalb des Triebischtals abgeschlossen werden.