Neue Nutzer im umgebauten "Aktivist"

Bar und Tanzcafé sind Geschichte, der "Aktivist" ist das Domizil des Meißner "Jesuszentrums". Pastor Christoph Währer führt durch die Räume, die die Gemeinde umgebaut hat. Foto: Grau

Das Meißner "Jesuszentrum" übernahm vor gut zwei Jahren die ehemalige Gaststätte in Meißen-Cölln. Der Umbau ist nun abgeschlossen, die Gemeinde zeigt ihr neues Domizil.

Die Flutgefahr ist nicht gebannt. Sollte die Elbe wieder so stark steigen wie im August 2002 oder Juni 2013, wäre der „Aktivist“ erneut überflutet. „Das wissen wir“, sagt Pastor Christoph Währer. Und dennoch habe sich seine Gemeinde, das freikirchliche Meißner „Jesuszentrum“, dazu entschlossen, die ehemalige Gaststätte am Cöllner Elbufer zu kaufen.

Warum? Währer muss nicht lange überlegen. „Wo sonst hätten wir so viel Platz, ein so schönes Haus und ein so großes Außengelände bekommen?“ Kurz und gut: „So lange wir kein Hochwasser haben, ist es für uns das genialste Gebäude, das es gibt.“

Nun ist der „Akti“ auch ein saniertes und umgebautes Haus. Rund zwei Jahre, einiges an Geld und den Einsatz von Handwerkern und von Mitgliedern des „Jesuszentrums“ hat es gebraucht, die Immobilie nach den Verheerungen der 2013er Elbe-Flut wieder herzurichten. Pastor Christoph Währer führt durch die frisch eingerichteten Räume.

Wer das Innere des „Aktivist“ noch von Tanzabenden kennt, würde es kaum wieder erkennen. Einiges ist umgebaut. Räume wurden neu zugeschnitten. Das Haus gliedere sich jetzt in drei verschiedene Bereiche, erklärt Christoph Währer. „Der erste Bereich steht für die Kinder- und Jugendarbeit unserer Gemeinde zur Verfügung.“ Dort ist Platz für offene Treffen, zum Spielen, für Veranstaltungen. Couches, ein Billardtisch, eine Kaffeeküche gehören zur Einrichtung.

„Das ist der Bereich des Hauses, den wir bis vor einiger Zeit als einzige Gemeinderäume zur Verfügung hatten“, sagt Währer. Das „Jesuszentrum“, dem rund 50 Gläubige angehören, hat mit dem Umbau des „Akti“ deutlich mehr Platz bekommen. In Zahlen: Die Gemeinde kann jetzt im Haus rund 1.250 Quadratmeter nutzen. Das Außengelände misst noch einmal rund 8.000 Quadratmeter. „Damit sind wir jetzt in einer geradezu luxuriösen Lage“, meint der Pastor.

Der zweite große Bereich des Hauses steht für die klassische Gemeindearbeit zur Verfügung. In einem Saal mit Blick ins Grüne werden die Gottesdienste abgehalten. Die Mitarbeiter der Gemeinde haben hier ihre Büros. Im Raum nebenan treffen sich verschiedene Gruppen der Gemeinde.

Über ein Foyer gelangt man in eine große, modern eingerichtete Küche. Die brauche es nicht nur für Veranstaltungen der Gemeinde, sagt Christoph Währer. Teile des „Aktivist“ werden auch vermietet. „Für große Veranstaltungen braucht man ein Catering.“

Für Veranstaltungen von Mietern steht der dritte Bereich des umgebauten „Aktivist“ zur Verfügung. Mit dem alten Haupteingang hat er einen separaten Zugang. Ein großer Saal und eigene Sanitärbereiche sind vorhanden. Es gäbe schon einige Anfragen von Interessenten, berichtet der Pastor. Die ersten Vermietungen seien gebucht. Wer im „Aktivist“ feiern oder eine Veranstaltung stattfinden lassen wolle, könne sich ans „Jesuszentrum“ wenden.

Die Gemeinde deckt mit der Vermietung einen Teil des Unterhalts für ihr neues Domizil. Sanierung und Umbau hätten eine „niedrige sechsstellige Summe“ gekostet“, sagt Christoph Währer. „Ohne das Engagement unserer Mitglieder, aber auch ohne Spenden wäre das nicht möglich gewesen.“

Zu den wichtigsten Spendern gehörte die Dresdner Hilfsorganisation „arche nova“. Sie leistet sonst Entwicklungshilfe in anderen Ländern der Welt. Spenden, die sie nach dem Elbe-Hochwasser von 2013 bekam, ließ sie dagegen Projekten „vor der eigenen Haustür“ zugute kommen. „Das hat einen großen Teil unseres Bauvorhabens getragen“, so Pastor Christoph Währer.