Kunstverein ist angekommen im neuen Domizil

Es ist eröffnet: Die neue Galerie des Meißner Kunstvereins liegt an der Burgstraße Foto: Grau

In der Burgstraße 2 hat der Meißner Kunstverein seine neue Galerie eröffnet. Zum Jahresprogramm gehört dort unter anderem eine Ausstellung mit Werken von Lothar Sell.

Einen Tag vor der Eröffnung macht das Licht noch Probleme. Zu grell ist es, zu ungleichmäßig. „Da müssen wir uns noch etwas Neues überlegen“, sagt Else Gold. Die erste Ausstellung in der neuen Galerie des Meißner Kunstvereins wurde dann mit einer Improvisation gestartet: Die fest installierte Beleuchtung blieb ausgeschaltet, tragbare Lampen erhellten den Raum an den passenden Stellen.

Noch ist also nicht alles perfekt in der Burgstraße 2. Doch es wird nachgebessert, es wird sich einspielen. Else Gold, stellvertretende Vorsitzendes des Meißner Kunstvereins, ist zuversichtlich und erst einmal zufrieden, weil eine schwierige Etappe geschafft ist.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Mitglieder des Kunstvereins zur Kündigung der alten Galerieräume entschlossen. Trotz hochkarätiger Ausstellungen waren zuletzt weniger Besucher in die erste Etage des Bennohauses am Markt gekommen. Das Miteinander mit den Nutzern des Erdgeschosses klappte nicht recht. Hinter den Freisitzen des dort ansässigen Lokals erkannten nur Ortskundige den Eingang zur Galerie.

Die Suche nach einem neuen Quartier beschäftigte den Kunstverein über Monate. Fündig wurde man schließlich nur wenige Häuser weiter. Meißens kommunales Wohnungsunternehmen SEEG sanierte und restaurierte das Haus Burgstraße 2 – und kam den Vereinsmitgliedern schließlich bei der Miete für die Räume im Erdgeschoss entgegen. Seit Januar wurden dort die neue Galerie eingerichtet.

Die großen Schaufenster zur Burgstraße seien ein Gewinn, sagt Else Gold. Viele Passanten hätten schon Tage vor Eröffnung der ersten Ausstellung neugierig durch die Fenster geschaut. Mehr Sichtbarkeit und leichteren Zugang: Das sind zwei der Ziele, die der Kunstverein mit seinem neuen Domizil erreichen will.

Die erste Ausstellung im neuen Quartier konnte pünktlich Mitte März eröffnet werden. Bis zum 19. Mai zeigt der Dresdner Künstler Tobias Stengel Grafiken und Plastiken, die von seinem Lieblingsspiel, dem Sudoku, inspiriert sind. Zum Begleitprogramm der Schau gehört am 6. Mai eine Diskussion des Künstlers mit dem Meißner Mathematiker Dr. Norbert Herrmann.

Auch das weitere 2018er Ausstellungsprogramm der Galerie steht. Künstler aus der Meißner Region, aus Dresden, Gera und Brandenburg werden ihr Schaffen präsentieren. Unter anderem ist für Juli und August eine Schau mit Werken von Lothar Sell geplant. „Zehn Jahre nach seinem Tod und im Jahr seines 80. Geburtstags stellen wir Plastiken und Grafiken von ihm aus“, kündigt Else Gold an.

Die Weihnachtsausstellung werde wieder von den Vereinsmitgliedern gestaltet. Diese Tradition will man beibehalten – gerade in dem Jahr, in dem die Mitglieder den Umzug stemmten. „Ohne sie wäre das nicht zu schaffen gewesen“, sagt Else Gold. Ohne Unterstützer wie die SEEG allerdings auch nicht. Weitere Hilfe bekam der Verein vom Meißner Rotary-Club, von Duravit und den Meißener Stadtwerken.

Das Werben um Unterstützung gehört zu den dauernden Aufgaben des Vereinsvorstands. Else Gold: „Der Eintritt zu unserer Galerie bleibt kostenfrei. Aber wir müssen auch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter haben, der unsere regelmäßigen Öffnungszeiten absichern kann.“ Diese Personalfrage ist für den Kunstverein seit längerer Zeit ein Problem. Bis jetzt fand sich noch keine dauerhafte Lösung. Mitarbeiter konnten zuletzt nur jeweils für kurze Zeit engagiert werden. „Jetzt ist unsere Aufsicht bis zum April gesichert“, sagt Else Gold. „Was danach kommt, ist noch offen.“