Festprogramm für Sachsens älteste Institution

Mitglieder, Mitarbeiter und Unterstützer des Hochstifts beim Gruppenfoto vor dem Meißner Dom Foto: Grau

Das Hochstift Meißen feiert in diesem Jahr sein 1.050-jähriges Bestehen. Geplant sind unter anderem Konzerte, Predigten und eine Neugestaltung des Dommuseums.

1.050 Jahre ohne Unterbrechung: So lange gibt es das Hochstift Meißen. Die wohl älteste Institution Sachsens feiert in diesem Jahr ein rundes Jubiläum.

Anno 968 wurde das Bistum Meißen gegründet – und zeitgleich auch das Hochstift, das die Territorien des Bistums und des Domkapitels beinhaltete. So reichen Besitz wie einst hat das Stift heute nicht mehr. Es ist jedoch noch immer Eigentümer einer sehr prominenten Immobilie in bester Lage von Meißen: Dem Hochstift gehört der Meißner Dom. Das war im Jahr 968 so, so blieb es durch die Jahrhunderte bis heute.

Vor 1.050 Jahren war der Meißner Dom noch keine stolze Kathedrale. „Auf dem Burgberg standen hölzerne Gebäude“, sagt Dr. Matthias Donath, der Vorsitzende des Dombauvereins. Die ersten Bauten aus Stein wurden erst etliche Jahre später errichtet. Die wechselvolle Geschichte des Meißner Doms in den Blick zu rücken, ist eine der Aufgaben, die sich das Hochstift für sein Jubiläumsjahr gestellt hat.

Geplant sind dafür zwei neue Publikationen, aber auch eine Neugestaltung des Dommuseums. Gemeinsam mit der Evangelischen Akademie wird zudem vom 25. bis 27. Mai eine Tagung ausgerichtet. „Da wollen wir beleuchten, welche Brüche und welche Kontinuität es über die 1.050 Jahre Meißner Hochstift gab“, sagt Dompfarrer Andreas Beuchel. „Was bedeuteten Institutionen einst und was bedeuten sie heute?“ Eine Predigtreihe im Dom sei in diesem Jahr Begriffen wie „Gotteshaus“ und „geistliche Heimat“ gewidmet.

Den Meißner Dom über die Region hinaus bekannter zu machen, ist das Ziel des Kulturprogramms zum Festjahr. Domkantor Jörg Bräunig weist besonders auf eine Aufführung von Hymnen und Marienliedern des Mittelalters am 25. August hin. Der Komponist Thomas Thomas Friedlaender habe sein Werk „Ave Stella Maris“, das in der Kathedrale von Chartres gefeiert wurde, eigens für den Meißner Dom neu instrumentiert.

Deutschlandweit wird man den Meißner Dom am 31. Dezember wahrnehmen. Dann überträgt die ARD die Domvesper zum Jahresausklang in ihrem Fernsehprogramm. „Darauf freuen wir uns schon sehr“, sagt Dompfarrer Andreas Beuchel. Für die Techniker des Senders wird die Schaltung aus Meißen jedoch eine Herausforderung. Der Übertragungswagen könne nicht auf den Domplatz fahren, so Beuchel. „Also müssen den Burgberg herunter Kabel verlegt werden.“

Schon seit Jahrzehnten sei der Meißner Dom sowohl Gotteshaus, als auch Touristenmagnet, sagt Michael Gilbert, der Syndikus des Hochstifts. Die Arbeit des Hochstifts diene sowohl der einen, als auch der anderen Bedeutung des Doms. Zusätzlich zum reinen Erhalt des Bauwerks, für den pro Jahr mindestens 70.000 Euro ausgegeben werden müssen, stünden nun Bauarbeiten an, die den Komfort für Besucher verbessern sollen.

Die erste Etappe der Neugestaltung des Dommuseums werde 2018 beendet, so Gilbert. Der modernisierte Teil wird am 31. Oktober wiedereröffnet. In den nächsten Monaten solle zudem ein neues Besucherzentrum entstehen. Der Dom müsse seine Schätze ins rechte Licht rücken: „Wir haben Besonderes zu zeigen.“ So besitze das Hochstift einen der größten bekannten Bestände von Cranach-Bildern.

Eine finanziell reiche Institution sei es dennoch nicht, sagt Dompropst Andreas Stempel. „Im Gegenteil: Wir sind ein absolut armes Hochstift.“ Der größte Teil des Immobilienbesitzes wurde 1818 verstaatlicht. Die Entschädigungszahlungen, die es dafür gegeben hatte, schmolzen spätestens mit der Inflation der frühen 1920er Jahre dahin. Seither sei das Hochstift für die Erhaltung des Doms auf Unterstützung von Staat und Landeskirche angewiesen, so Stempel. Wertvolle Hilfe leisteten auch die Fördervereine für den Dombau und die Dommusik.

„Es ist uns wichtig, dass Erhaltung und Nutzung des Doms eine stabile finanzielle Grundlage bekommen“, sagt der Dompropst. Auch das ist eine Aufgabe des Jubiläumsjahrs. Man werde dazu in den nächsten Monaten eine neue Stiftung gründen. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Stiftung neue Spender ansprechen können.“