Nächste Runde im Meißner Kunst-Wettbewerb

Auf dem Pylon der Altstadtbrücke reckt ein "Porzellanbaum" seine Zweige ins Blau: Das Bild stammt von Frank Schäfer Foto: Stadt Meißen

Der Pylon der Meißner Altstadtbrücke wurde mit "Kunst im öffentlichen Raum" neu gestaltet. Das Stadtmarketing will einen weiteren Ort künstlerisch verschönern lassen.

Wenn das kein Sinnbild ist! Grün bricht durch den Beton. Was Bauherren sonst tunlichst vermeiden wollen, ist nun an der Meißner Altstadtbrücke in schönster Farbigkeit zu sehen: als überlebensgroßes Gemälde auf dem Brückenpylon.

Es ist das Ergebnis des ersten Wettbewerbs für „Kunst im öffentlichen Raum“, der in Meißen ausgetragen wurde. Zum Sieger kürte eine Jury den Döbelner Graffitikünstler Frank Schäfer. Er hatte aus Sicht von Oberbürgermeister, Stadtmarketing-Chef, ausgewählten Architekten, Künstlern, Sponsoren und Bürgern die überzeugendste Idee für die Verschönerung des Pylons unter dem Motto „All das ist Meißen – Tradition und Moderne“.

In den vergangenen Wochen war Schäfer nun an der Altstadtbrücke am Werk. Auf einem Gerüst bewegte er sich am Pylon, sprühte Schicht für Schicht und Farbe für Farbe seine Allegorie auf das gleichermaßen traditionelle wie moderne Meißen. „Porzellanbaum Aufbruch“ hatte er seinen Gestaltungsvorschlag genannt, der sich im Wettbewerb gegen 19 andere Beiträge durchsetzte. Ein Baum aus Porzellan wächst durch den Beton und sprengt ihn auf. Die Zweige ragen in leuchtend blauen Himmel.

Die Organisatoren des Wettbewerbs – allen voran das Meißner Stadtmarketing – hoffen, dass der Pylon mit der neuen Gestaltung vom betongrauen Ärgernis zum Blickfang wird. Das Graffiti-Kunstwerk setze einen „neuen Akzent im Stadtbild“, hieß es bei der offiziellen Einweihung am 19. Juli. Mit Dom und Albrechtsburg im Hintergrund könne der Pylon nun sogar zum beliebten Fotomotiv für Touristen werden.

Bei der Einweihung wurde auch erklärt, wann und wie es nun mit dem Wettbewerb für „Kunst im öffentlichen Raum“ weitergeht. Schon in diesem Jahr, an anderem Ort, mit neuem Motto: Diesmal solle die Fußgängerpassage zwischen Neugasse und Neumarkt mit Hilfe von Kunst verschönert werden, heißt es vom Stadtmarketing. Besonders der Durchgang am frisch sanierten Haus Neugasse 19 ist bislang kein einladender Ort. Das Bild bestimmen dunkle Ecken, in denen sich Müll sammelt, und mehrfach übermalte Graffitis.

Unter dem Motto „Zuhause in Meißen“ soll dort nun vieles besser werden. Künstler sind aufgerufen, bis Ende September beim städtischen Amt für Stadtmarketing Ideen für die Gestaltung der Passage einzureichen. Wie schon bei der ersten Wettbewerbsrunde im vergangenen Jahr wird dann eine Jury anhand der einzureichenden Skizzen und kurzen schriftlichen Erläuterungen zunächst sechs Entwürfe auswählen. Ihre Schöpfer bekommen je 200 Euro und arbeiten dafür einen detaillierteren Gestaltungsentwurf aus. Der anschließend von der Jury ausgewählte Gewinner bekommt 20.000 Euro, um seine Idee im Frühjahr 2018 umzusetzen.

Gegenüber dem ersten Wettbewerb wird damit das Preisgeld bedeutend aufgestockt. Frank Schäfer hatte 5.000 Euro bekommen, um seine Gestaltungsidee am Brückenpylon umzusetzen. Als Sponsoren betätigen sich Meißens kommunales Wohnungsunternehmen SEEG, die Meißener Stadtwerke und die Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain.