Endlich kommt Sonne für "Die Sonne"

Natürlich gibt es auch sonnengelbe Kostüme in der Inszenierung, die auf der Rathener Felsenbühne gezeigt wird Foto: König

Die Landesbühnen Sachsen zeigen in Rathen ein neues Stück von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt. Die Vertonung stammt aus dem Nachlass des Musikers.

Die Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz gehört zu Deutschlands bekanntesten Naturbühnen. Ein Pfund, mit dem die sie bespielenden Landesbühnen Sachsen, wuchern können. Der Haken: Natürlich sind die Rathener Aufführungen wetterabhängig.

Das machte sich erst jüngst wieder bemerkbar. Ausgerechnet bei der Premiere eines neuen Stücks unter dem Titel „Die Sonne“: Zum angekündigten Termin Ende Juni war heftiger Regen vorausgesagt. So musste umgeplant werden. Der Premierenvorhang konnte sich erst einige Tage später heben: dann endlich bei Sonnenschein.

„Die Sonne“ ist ein Musical aus dem Hause Lakomy – auch wenn der Musiker Reinhard Lakomy bereits 2013 verstarb. Seine Witwe Monika Erhardt verschmolz die Musik aus dem Nachlass ihres Mannes mit ihren Texten zum neuen Stück. Die Landesbühnen Sachsen haben in Rathen bereits gute Erfahrungen mit Lakomys Stücken gemacht. Sein „Traumzauberbaum“ lockt Jahr für Jahr eine Fangemeinde auf die Felsenbühne. 2006 entstand die Inszenierung „Der Regenbogen“ als Eigenproduktion der Landesbühnen. Hier konnten die Gäste die Haupthelden, denen sie im neuen Stück „Die Sonne“ wieder begegnen werden, schon einmal erleben.

Diesmal müssen sich die Freunde Benjamin (Tobias Greiner Lar), Quingel (Maria Spinka) und die Vogelscheuche (Anke Teickner) dem bösen Gru-Gru in den Weg stellen und gefährliche Abenteuer bestehen. Sie erfahren, dass Gru-Gru (Tom Hantschel/Andreas Petzoldt) die Sonne vom Himmel holen will. Wo gibt es denn sowas?

Zusammen mit Haifischgeneral Messerzahn (Fabian Trott) und Höllenfürst Lichterloh (Johannes Krobbach/Fred Bonitz) will sich Gru-Gru zum Herrscher der Welt machen. Ob ihm das gelingen wird? Zum Glück erzählt Sonnenstrahl Kiki den Freunden aufgeregt vom finsteren Plan. Benjamin und Quingel beschließen daraufhin, die Sonne mit einer List zu retten. Wie die Freunde das bewerkstelligen, was sie in der Hölle und auf dem Meeresgrund erleben, soll hier noch nicht verraten werden.

Regie und Choreografie des neuen Stücks lagen in den Händen von Katrin Wolfram. Für die farbenprächtigen Kostüme und das fantasievolle Bühnenbild zeichnet Katharina Lorenz verantwortlich, für die musikalische Leitung Uwe Zimmermann.

Im neuen Musikmärchen zahlt sich wieder die Zusammenarbeit der Landesbühnen mit der Theaterakademie Sachsen aus. In der Inszenierung spielen etliche Studenten der Akademie unter Leitung von Jana Bauke.

Für ein schönes Bild auf der Naturbühne werden viele Darsteller gebraucht. Also sind auch der Kinderchor und die Statisterie der Landesbühnen bei der „Sonne“ mit von der Partie. Das Fazit: eine rundum gelungene Inszenierung, der weiterhin viel Beifall und gutes Wetter zu wünschen sind.