Mehr Service, mehr Angebote für Familien

Der künftige Kartenverkauf im Foyer des Meißner Theaters ist schon eingerichtet. Chefin Ann-Kristin Böhme, Besucherservice-Leiter Martin Schiereck und Pressesprecherin Lydia Weber-Scholz (v.l.) empfehlen die Veranstaltungen der kommenden Spielzeit. Foto: Grau

Meißens Theater bereitet sich auf die neue Spielzeit vor: Kunden können Karten jetzt online kaufen, zur Saison 2017/18 gibt es neue Angebote für Familien.

Die erste Bewährungsprobe hat das neue System bestanden. Am 29. Mai begann im Meißner Theater der Kartenvorverkauf für die neue Spielzeit. Im Haus herrschte Andrang an den Kassen, zeitweise standen die Kunden Schlange. Im Internet konnte dagegen ohne Wartezeiten gebucht werden. Das neue Ticketsystem mit dem Namen „Reservix“ machte es möglich.

Auch wenn es das Publikum für eine Nebensache halten könnte: Die Umstellung des Ticketsystems sei für das Meißner Theater ein großer Schritt gewesen, sagt Ann-Kristin Böhme, die neue Chefin des Hauses. „Mit ‚Reservix’ können jetzt Karten für alle unsere Veranstaltungen online gekauft werden. Außerdem bekommt man die Tickets jetzt auch in allen Vorverkaufsstellen, die mit dem System arbeiten – zum Beispiel in Riesa, Radebeul oder Dresden.“

Das neue System biete den Kunden also mehr Service. Keiner muss schon zum Kartenkauf nach Meißen fahren, wenn er eine Veranstaltung im hiesigen Theater sehen will. Die online erworbenen Tickets können auch am heimischen Drucker ausgedruckt werden. „Wir wollen damit vor allem Leuten, die nicht aus Meißen kommen, den Zugang zu unseren Angeboten erleichtern“, sagt Ann-Kristin Böhme. Der gewohnte Kartenverkauf im Haus bleibe aber ebenfalls erhalten – mit kleinen Änderungen. Ab Beginn der neuen Spielzeit betreten Kartenkäufer das Meißner Theater nicht mehr durch den Seiten-, sondern durch den Haupteingang. Die neue Kasse wird im Foyer des Hauses eingerichtet.

Veränderungen bei der Technik steht viel inhaltliche Kontinuität gegenüber. Die Planung der Spielzeit 2017/18 sei ein Werk von zwei Geschäftsführerinnen gewesen, sagt Ann-Kristin Böhme. Ihre Vorgängerin Renate Fiedler habe schon einige Veranstaltungen für die Saison organisiert, als sie im Februar ans Meißner Theater kam. Bis März füllte sich dann der Spielplan unter ihrer Regie mit weiteren Aufführungen. Ein Übergang, der so gewollt sei, sagt die neue Theaterleiterin: „Ein inhaltlicher Bruch ist nicht mein Ziel. Ich will bewährte Formate fortsetzen. Dazu schauen wir uns auch genau an, was in unserem Haus vom Publikum gut angenommen wird.“

Schauspiel, Operette, Oper finden sich im Spielplan. Die Amateurgruppen des Hauses tragen ebenso dazu bei, wie die Landesbühnen Sachsen oder die Elbland-Philharmonie. Bekannte Künstler werden im Meißner Theater gastieren. Wladimir Kaminer, der Sänger Wenzel, Herbert Köfer, Ursula Karusseit, Gerhard Schöne, Thomas Rühmann … Anspruchsvoll und abwechslungsreich soll das Programm sein. „Als Theater bieten wir mehr als nur ein Kulturhaus“, sagt Ann-Kristin Böhme.

Neue Formate sollen Besucher ins Haus locken, die bisher noch nicht Stammgäste im Meißner Theater war. Vor allem Familien von der Oma bis zum Kleinkind: Den Anfang der verstärkten Bemühungen um Familien markiert das Fest zur Spielzeiteröffnung. „Helden wie wir“ wird am 2. September im und am Theater das Motto sein. Am Nachmittag wird für die jungen Zuschauer Puppentheater gespielt, im und am Haus wird gefeiert, bevor sich am Abend der Vorhang zum Musical „Zorro“ hebt.

Ein weiteres neues Angebot für Familien seien die „Theater-Familien-Frühstücke“, so die Leiterin des Hauses. Drei Sonntage der Spielzeit hat man dafür reserviert. Ab 10.00 Uhr kann im Theatercafé „Käte“ gefrühstückt werden. Wer möchte, besucht dann eine auch für Kinder geeignete Theatervorstellung. Anschließend oder währenddessen können die Familien auch gemeinsam basteln oder spielen. „Das funktioniert wie ein Baukasten-System“, sagt Ann-Kristin Böhme. Aus dem Dreier-Angebot bucht jeder den Baustein, den er mag, oder gleich mehrere zusammen.

Öffnung „nach außen“ betreibt das Meißner Theater mit dem ersten regionalen „Laienspiel-Festival“ im Sommer 2018. An einem Tag sind Hobby-Künstler und -Künstlergruppen aus dem ganzen Landkreis eingeladen. Sie können sich in Workshops austauschen, Kontakte knüpfen und werden auf der Meißner Theaterbühne stehen.

Vielleicht spielen sie dann auch schon auf dem neu gestalteten Theaterplatz vor dem Haus. Mit der neuen „Fassung“ für das Gebäude geht ein lange gehegter Wunsch der Meißner Theaterleute in Erfüllung. Mehr Spielmöglichkeiten, noch mehr Wirkung in die Stadt: Das soll die neue Spielzeit bringen.