Verkehrsverbund hebt 2018 die Fahrpreise an

Das Nahverkehrsangebot des VVO wird gut genutzt - und ab August 2018 wieder teurer Foto: VVO/Neumann

Der öffentliche Nahverkehr der Region wurde 2017 stärker genutzt als im Vorjahr. Trotz Mehreinnahmen werden 2018 erneut die Ticketpreise steigen.

Mehr Fahrgäste, mehr Einnahmen, ab dem nächsten Jahr höhere Ticketpreise: Das sind Ergebnisse der jüngsten Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO). Während in der Bilanz für 2017 im Vorjahresvergleich voraussichtlich zwei Prozent höhere Fahrgastzahlen und drei Prozent höhere Einnahmen stehen, beläuft sich die für August 2018 angekündigte Fahrpreiserhöhung auf durchschnittlich 2,1 Prozent.

Gründe für die Anhebung seien steigende Kosten für Energie und Personal, aber auch eine Verbesserung des Verkehrsangebots für Dresden und die Region, heißt es vom VVO. Diesmal trifft es Gelegenheits- und Vielfahrer gleichermaßen. Der Preis für den Einzelfahrschein wird Anfang August 2018 von 2,30 Euro auf 2,40 Euro steigen. Vierer-Karten werden 40 Cent teurer. Einen Aufschlag gibt es auch bei Tageskarten für zwei und mehr Zonen.

Erneute Preiserhöhungen stehen aber auch bei den Monatskarten mit und ohne Abo an. Dafür können deren Nutzer künftig öfter als bisher weitere Fahrer mitnehmen. Bislang gelten Monats- und Jobtickets nur an Wochenenden und Feiertagen für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Diese „Mitnahmergelung“ gelte ab August 2018 auch wochentags ab 18.00 Uhr, kündigt der VVO an.

Nach der avisierten Erhöhung im August sollen dann die Preise für zwei Jahre stabil bleiben. Das beschloss die Verbandsversammlung ebenso wie einen Ausbau des Nahverkehrsangebots. Von diesem wird Meißen diesmal aber nicht profitieren. Mehr Zugverbindungen gibt es bereits ab Dezember auf den Strecken zwischen Königsbrück bzw. Kamenz und Dresden. Im April 2018 wird der S-Bahn-Verkehr zwischen Dresden und Pirna verdichtet: Die S-Bahnen aus Meißen, die bislang am Dresdner Hauptbahnhof enden, werden bis Pirna weiterfahren. So rollen dann zwischen Dresden und Pirna die S-Bahnen im Zehn-Minuten-Takt.

Der Ausbau des Zugverkehrs ist ein erklärtes Ziel des VVO. Dafür gibt es nun auch mehr Geld vom Freistaat. Sachsen Landtag hat beschlossen, dem Verkehrverbund Oberelbe jährlich drei Millionen Euro mehr zu überweisen. Das damit finanzierte bessere Angebot soll mehr Fahrgäste in die öffentlichen Verkehrsmittel bringen. Für das Jahr 2017 rechnet der VVO mit 213 Millionen Passagieren in den Bussen, Straßenbahnen, Zügen und auf den Fähren der Region.

Im Landkreis Meißen wird ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs mit den Bussen der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) abgewickelt. Das bleibt bis mindestens 2028 so: Einen entsprechenden Vertrag haben VVO und VGM vor wenigen Tagen unterzeichnet. Gemeinsam mit dem Landkreis Meißen beauftragt der VVO die Verkehrsgesellschaft für die nächsten zehn Jahre mit dem Bus-Nahverkehr in der Region. Jährlich legen die Fahrzeuge der VGM im Linien-Einsatz rund 9,7 Millionen Kilometer zurück.