Für gemeinsames Marketing wechselt Personal

Unter anderem der Elberadweg bringt viele Touristen ins Sächsische Elbland. Überregional vermarktet wird die Urlaubsregion ab 2018 von Dresden aus. Foto: Elberadweg Süd/Sylvio Dittrich

Als Tourismusziele werben Dresden und das Sächsische Elbland gemeinsam. Ein Vertrag regelt nun, welche Aufgaben der Elbland-Tourismusverband nach Dresden abgibt.

Seit einem guten halben Jahr heißt es nicht mehr „Sächsisches Elbland“, sondern „Dresden Elbland“. Der gemeinsamen Vermarktung der benachbarten Urlaubsziele folgt jetzt der Aufbau gemeinsamer Strukturen. Ab Jahresbeginn 2018 übernimmt die „Dresden Marketing Gesellschaft“ DMG die überregionale Werbung fürs Elbland, die bislang der Tourismusverband Sächsisches Elbland (TVSE) besorgt.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im September bekam ein entsprechender Geschäftsbesorgungsvertrag den einstimmigen Segen der TVSE-Mitglieder. Er regelt, unter welchen Bedingungen die Dresdner ab dem kommenden Jahr Aufgaben der Elbländer mit übernehmen. Die zahlen dafür jährlich einen Pauschalbetrag von mindestens 165.000 Euro netto nach Dresden. Von dieser Summe hat die DMG Personal- und Sachkosten zu begleichen, die für die überregionale Vermarktung des Elblands anfallen.

Änderungen gibt es in der Besetzung der Meißner TVSE-Geschäftsstelle. Sie wird mit Beginn des kommenden Jahres kleiner. Nur noch zwei Mitarbeiter kümmern sich dann in Meißen um eigene Verbandsarbeit fürs Elbland. Mitgliederbetreuung und regionale Projekte wie die Organisation der „Tage des offenen Weinguts“, das Qualitätsmanagement oder die Vernetzung der Tourist-Informationen in der Region sollen vor Ort erledigt werden, heißt es vom TVSE.

Nach Dresden verlagert werden die Marketingaktivitäten für das Elbland. Die DMG stellt dafür zwei Mitarbeiter neu ein. Sie sollen ab Januar gemeinsam mit den Dresdner Kollegen das Umland der Stadt mit vermarkten.

Die neue Reisedestination „Dresden Elbland“ umfasst das Gebiet von Torgau über Meißen und Radebeul bis nach Pirna. Aus Sicht des Elblands ist die gemeinsame Vermarktung der richtige Weg: „Es wächst zusammen, was aus Sicht des Gastes ohnehin bereits zusammengehört“, sagt TVSE-Präsidiumsvorsitzender Bert Wendsche. Besonders freue er sich, dass die Mitglieder des TVSE geschlossen hinter diesem Weg stünden.

Dazu trägt finanzieller Druck bei. Das Elbland-Verbandsgebiet allein hätte nach der neuen Förderstrategie des Freistaats Sachsen nicht mehr so viel finanzielle Unterstützung wie bisher bekommen. Mit dieser Peitsche will das Land beim Tourismus größere Strukturen erreichen und stärken.

Auch innerhalb des Elbland-Verbands sind die Finanzen derzeit ein viel diskutiertes Thema. Mehrere Mitglieder kündigen ihren Ausstieg aus dem TVSE an. Es sind vor allem ländliche Kommunen, die bislang nicht über ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltungen, sondern über Vereine im Verband vertreten waren. Grund für ihren Rückzug ist eine Änderung der Beitragsordnung. Bisher zahlten Vereine weniger Mitgliedsgebühren als Städte und Gemeinden, deren Beiträge auf Grundlage ihrer Einwohner- und Gästezahlen berechnet werden. Nun sollen die Gebühren angeglichen werden. Auf die Lommatzscher Pflege, Diesbar-Seußlitz oder das Elbe-Röder-Dreieck kämen damit höhere Kosten zu. Sie ziehen sich aus dem TVSE zurück.

Dennoch will das Elbland nun unter Dresdner Regie im Marketing weit größere Durchschlagskraft erreichen. Die DMG verspricht, die Region „Dresden Elbland“ unter anderem bei den großen deutschen Tourismusmessen, aber auch im Ausland zu präsentieren. Die gemeinsame Urlaubsregion werde auch bei der Bewerbung Dresdens zur Kulturhauptstadt Europas 2025 eine Rolle spielen.