Landkreis gibt weitere Asyl-Unterkünfte auf

Weil weniger Asylbewerber als prognostiziert nach Deutschland kommen, stehen auch in der Meißner Region Unterkünfte leer. Der Landkreis will etliche davon aufgeben.

Weil im Landkreis Meißen deutlich weniger Asylbewerber leben, als noch vor Monaten, wird die Zahl der Asyl-Unterkünfte weiter reduziert. Der Landkreis will dazu vor allem Gemeinschaftsunterkünfte auflösen, aber auch die Zahl angemieteter Wohnungen reduzieren.

Zum Jahresende schließt die einzige Meißner Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in der Leipziger Straße 48. Es ist nur eines von fünf Heimen, die der Landkreis Ende 2017 aufgibt. Geschlossen werden ebenfalls die Unterkünfte am Großenhainer Remonteplatz, in der Wilsdruffer Chaussee in Klipphausen, am Moritzburger Knabenberg und – bereits angekündigt – am Weinböhlaer Querweg.

Allein damit wird sich die Zahl der Unterbringungsplätze im Kreisgebiet um 395 verringern. Zielmarke sind 1.815 Plätze zum Jahresende 2017. Der Ist-Stand sind 2.310 Plätze, von denen bei weitem nicht alle belegt sind. Anfang Juli lebten rund 1.650 Asylbewerber im Landkreis Meißen.

Der Kreis bekommt aktuell viel weniger Asylbewerber neu zugewiesen, als noch vor einigen Monaten angenommen. Mir rund 2.100 unterzubringenden Asylbewerbern hatte die Kreisverwaltung im vergangenen Jahr gerechnet. Diese Vorhersage wurde von der Realität überholt. Nun sind die Prognosen auf den derzeitigen Stand korrigiert: auf rund 1.650 Menschen, die in der Region untergebracht werden müssen.

Dazu sollen künftig nur noch fünf Gemeinschaftsunterkünfte dienen. Die Heime in der Großenhainer Kupferbergstraße, in Riesa Am Birkenwäldchen, in der Nickritzer und der Bahnhofstraße bleiben bestehen. Dazu kommt bis Jahresende das nach einem Brand wieder aufgebaute Asylbewerberheim in der Kötitzer Straße in Radebeul. Alles in allem können in den fünf Einrichtungen bis zu 421 Menschen untergebracht werden.

Der größere Teil der Asylbewerber wird wie schon jetzt in Wohnungen leben, die der Landkreis anmietet. Allerdings soll auch ein Teil der derzeit 434 genutzten Wohnungen wieder aufgegeben werden. Zum Jahresende will die Kreisverwaltung noch 306 Wohnungen halten. Dort wäre dann Platz für knapp 1.400 Menschen.

Spitzenreiter in der „dezentralen Unterbringung“ von Asylbewerbern ist und bleibt Meißen. Hier hat der Landkreis aktuell 131 Wohnungen gemietet. Zum Jahresende sollen es dann noch 99 sein, in denen bis zu 476 Menschen leben können.

Als die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber noch deutlich höher war als heute, musste der Landkreis in kurzer Zeit viele Unterkünfte zur Verfügung stellen. Mehrere große Heime wurden provisorisch eingerichtet – und inzwischen wieder aufgegeben. Andere Gemeinschaftsunterkünfte hatte der Kreis für die längerfristige Nutzung ausbauen lassen. Fünf von ihnen sind mittlerweile fertig, stehen aber leer.

Die Heime an der Cöllner Straße in Meißen, in Volkersdorf am Waldteich, im Glaubitzer TGZ und im Naunhofer Siedlungsweg sind ebenso ungenutzt wie zwei Häuser an der Wilsdruffer Chaussee in Klipphausen. Noch gelten sie als „Reservekapazitäten“ für die Unterbringung. Der Landkreis will sie aber so bald wie möglich anders nutzen. Nach Möglichkeiten dazu werde bereits gesucht, so die Kreisverwaltung.

Die neue Planung soll vorerst für zwei Jahre gelten. Ob das realistisch ist, hängt von internationalen Entwicklungen ab. Die Zahl der neu nach Deutschland kommenden Asylbewerber könnte gleich bleiben, weiter sinken, aber ebenso gut auch wieder ansteigen. In den beiden letzten Fällen müsste auch im Landkreis Meißen neu gerechnet werden.